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Posts Tagged ‘Kyoto-Schule’

Wahre religiöse Erleuchtung ist weder ein auf dem Denken gründendes abstraktes Bewusstsein noch ein blindes Gefühl; sie ist das Selbsterfassen der tiefen Einheit, die dem Wissen und dem Willen zugrunde liegt. Aber das meint eben eine Art intellektueller Anschauung. Ein tiefes Sich-Bemächtigen des Lebens. Daher kann keine Klinge der Logik sie verletzen; daher kann kein Begehren sie bewegen. Sie ist die Basis aller Wahrheit und Erfüllung.

Insel Taschenbuch 2001

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Wahre religiöse Erleuchtung ist weder ein auf dem Denken gründendes abstraktes Bewusstsein noch ein blindes Gefühl; sie ist das Selbsterfassen der tiefen Einheit, die dem Wissen und dem Willen zugrunde liegt. Aber das meint eben eine Art intellektueller Anschauung. Ein tiefes Sich-Bemächtigen des Lebens. Daher kann keine Klinge der Logik sie verletzen; daher kann kein Begehren sie bewegen. Sie ist die Basis aller Wahrheit und Erfüllung.

Über das Gute, Eine Philosophie der Reinen Erfahrung. Seite 68 – Insel

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KYOTO UNIVERSITY OPENCOURSEWARE

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  • … ist ein Vertreter der der zenbuddhistischen Kyoto-Schule. Er sagt: „Was Religion notwendig, was sie für den Menschen notwendig werden lässt, ist dies: Sie lässt uns zum Ursprung des Lebens zurückkehren. Dort ist das Leben etwas jenseits von Funktionalität oder Nützlichkeit; das bedeutet, dort gehen wir über unsere übliche Lebensweise hinaus, unsere gewöhnliche Seinsweise wird durchbrochen.“
  • „Der Mensch, für den Religion noch nicht notwendig wurde, ist in Wahrheit vom Ursprung des Lebens entfernt. Er lebt unter dem Vorzeichen bestimmter Zwecke, die er verfolgt, und irgendwelcher Nutzeffekte, die er hier und jetzt zu erlangen hofft.“
  • Warum existieren wir eigentlich? – „Wenn wir dahin gelangen, den Sinn unserer Existenz zu bezweifeln und wenn wir uns selbst zu einer Frage werden, dann steigt das religiöse Bedürfnis in uns auf.“
  • „Das religiöse Bedürfnis zeigt sich dort, wo das gewöhnliche Leben, auch nach seinen Höhepunkten in Kultur und Wissenschaft, an Bedeutung verliert, ja im Grunde unwichtig wird.“

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Wenn wir unser subjektives Selbst gegen die objektive Welt stellen, um diese zu vereinheitlichen, kann das subjektive Selbst, so groß es auch sein mag, der seiner relativen Einheit nicht entfliehen. Absolute Einheit stellt sich erst ein, wenn es seine subjektive Einheit gänzlich von sich wirft und in der objektiven Einheit aufgeht. Die Einheit des Bewusstseins ist eine notwendige Voraussetzung für dessen Konstitution und zugleich dessen ursprüngliches Bedürfnis. Ein Bewusstsein ohne Einheit gleicht einem Nichts. Bewusstsein entsteht aus dem Gegensatz seiner Inhalte; je vielfältiger seine Inhalte sind, einer desto größeren Einheit bedarf es. Der vollkommenste Zustand dieser Einheit ist die sogenannte Realität. Wenn in dieser Einheit Subjekt und Objekt miteinander verschmelzen, ist der Endpunkt erreicht.

Dabei existiert die objektive Realität nicht losgelöst vom subjektiven Bewusstsein; sie ist das Resultat der Bewusstseinseinheit, in dem jeder Zweifel an sich verzweifelt und die Suche keinen Weg mehr findet, der sie weiterführen könnte. Überdies ist jener Gipfelpunkt der Bewusstseinseinheit, d.h. der Zustand der Einheit von Subjekt und Objekt nicht nur das ursprüngliche Bedürfnisziel des Bewusstseins, sondern der ursprüngliche Zustand des Bewusstseins selbst.

Etienne Bonnot de Condillac (1715-1780) sagte, Wenn wir das Licht sehen, sehen wir das Licht eigentlich nicht, sondern sind das Licht selbst. Die ersten Empfindungen eines Säuglings sind alle das Universum selbst. In diesem Status sind Subjekt und Objekt noch ungetrennt … (192/193)

– insel taschenbuch 2001

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Das Religiöse Bedürfnis richtete sich auf das Selbst …

Es ist ein Bedürfnis, das in der Erkenntnis der Relativität und Endlichkeit unseres Selbst durch die Verschmelzung mit einer absoluten und unendlichen Kraft  das ewige, wahre Leben zu erlangen sucht…

Wahre Religion fordert, dass das Selbst ein anderes wird; wahre Religion fordert  die Erneuerung des Lebens … Wer auch nur einen Rest von Glauben an das eigene Selbst in sich trägt, ist noch  nicht erfüllt vom Geist der wahren Religion.

Von denen, die um weltlichen Gewinn zu Gott beten, brauchen wir erst gar nicht zu reden, aber auch denen, die zu Buddha nur beten, um in sein Paradies aufgenommen zu werden, ist der Geist der wahren Religion noch fremd. Daher heißt es auch im Tannisho: „Auch wer sich um seine Wiedergeburt im Paradies bemüht und das nembutsu (Gebet um Erlösung) betet, vertraut noch auf die Erlösung auf sich selbst.“

Eine Philosophie der Reinen Erfahrung – insel taschenbuch

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