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Posts Tagged ‘Kunstwerk’

Die Begründung der schönen Künste und die Einsetzung ihrer verschiedenen Typen geht auf eine Zeit zurück, die sich eingreifend von der unsrigen unterschied, und auf Menschen, deren Macht über die Dinge und die Verhältnisse verschwindend im Vergleich zu der unsrigen war. Der erstaunliche Zuwachs aber, den unsere Mittel in ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrer Präzision erfahren haben, stellt uns in naher Zukunft die eingreifendsten Veränderungen in der antiken Industrie des Schönen in Aussicht. In allen Künsten gibt es einen physischen Teil, der nicht länger so betrachtet und so behandelt werden kann wie vordem; er kann sich nicht länger den Einwirkungen der modernen Wissenschaft und der modernen Praxis entziehen. Weder die Materie, noch der Raum, noch die Zeit sind seit zwanzig Jahren, was sie seit jeher gewesen sind… – Paul Valéry: Pièces sur l’art. Paris [o. J.], p. 103/104 (»La conquête de l’ubiquité«). – 

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Ezra Pounds Credo …

… Ein Kunstwerk braucht keine politische, soziale oder philosophische Überzeugung zum Ausdruck zu bringen, enthält sie jedoch fast stets implizite. – Die Überzeugungskraft eines Kunstwerks besteht darin, daß der Künstler seinen Fall so summarisch oder detailliert vorbringt, wie er es für richtig hält, dann kann man mit ihm einiggehen oder nicht, aber man kann ihn nicht widerlegen. Er soll nicht in der Diskussion ausgeholt, nicht durch Beckmesserei ermüdet werden …

Darin liegt das Überzeugende der Kunst, daß ihr Nachweis ein Nachweis motorischer Kräfte ist. Argument erzeugt nur Gegenargument und reflexive Überlegung erzeugt, als solche vorgetragen, entweder Widerspruchsgeist oder den Wunsch nach weiterem Beweismaterial …

Man kann sich zum Beispiel mit jeder Behauptung, die über die Beziehung des Christentums (ein undefinierbarer Terminus) zum Sozialismus (noch ein undefinierbarer Terminus) aufgestellt wird, anlegen. Aber mit Sabattes Gemälde „Mort du premier socialiste“ läßt sich nicht streiten.-

Ezra Pound Lesebuch – Eva Hesse, Arche, 1985, Seite 9

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