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Posts Tagged ‘Konzentration’

Die unmittelbare Wirkung der ekagrata, der Konzentration auf einen einzigen  Punkt, ist die rasche und klare Zensur aller Zerstreuungen und inneren Automatismen, welche das profane Bewusstsein beherrschen, ja eigentlich ausmachen. Seinen Assoziationen überlassen … verbringt der Mensch seinen Tag, indem er sich von einer Unmenge disparater Momente überschwemmen lässt, die gleichsam außerhalb seiner selbst liegen…

Die Assoziationen hier zerstreuen das Bewusstsein, die Leidenschaften tun ihm Gewalt an, der Lebensdurst missbraucht es, indem er es aus sich selbst hinauswirft. Sogar in seinen intellektuellen Anstrengungen ist der Mensch passiv, denn es ist das Schicksal des profanen … Denkens, von Objekten gedacht zu werden. Unter dem Anschein des Denkens verbirgt sich in Wirklichkeit ein unbestimmtes, ordnungsloses Flimmern, das sich aus den Empfindungen, den Worten und dem Gedächtnis speist.

(Yoga – Unsterblichkeit und Freiheit – Mircea Eliade, Seite 55) – Suhrkamp Taschenbuch 1127, 1985 –

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Die Konzentration auf einen Punkt

Ausgangspunkt der Yoga-Meditation ist die Konzentration auf einen einzigen Gegenstand, der ebenso ein physischer Gegenstand (die Stelle zwischen den Augenbrauen, die Nasenspitze, ein leuchtender Gegenstand usw.) wie ein Gedanke oder Gott (Isvara) sein kann. Diese feste und andauernde Konzentration hat den Namen ekagrata (auf einen einzigen Punkt) und wird durch die Integration des psychomentalen Flusses (sarvarthata, vielseitige, diskontinuierliche und zerstreute Aufmerksamkeit, Yoga-Sutra 3,11) erreicht. Dies ist schon die Definition der yogischen Technik: cittavrttinirodha (Yoga-Sutra 1.2) (Yoga – Mircea Eliade, S. 55)

hier: https://daoweg.wordpress.com/2015/05/11/yoga-sutren-die-aphorismen-des-patanjali/

 

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Die Konzentration „auf einen Punkt“

Ausgangspunkt der Yoga-Meditation ist die Konzentration auf einen einzigen Gegenstand, der ebenso ein physischer Gegenstand (die Stelle zwischen den Augenbrauen, die Nasenspitze, ein leuchtender Gegenstand usw.) wie ein Gedanke (eine metaphysische Wahrheit) oder Gott sein kann. Diese feste und ausdauernde Konzentration hat den Namen ekagrata (auf einen einzigen Punkt) und wird durch die Integration des psychomentalen Flusses … der zerstreuten Aufmerksamkeit … erreicht. Die unmittelbare Wirkung der ekagrata ist die rasche und klare „Zensur“ aller Zerstreuungen und inneren Automatismen, welche das profane Bewusstsein beherrschen. ja eigentlich ausmachen. Seinen Assoziationen überlassen verbringt der Mensch seinen Tag, indem er sich von einer Unmenge disparater Momente überschwemmen lässt, die gleichsam außerhalb seiner selbst liegen. Sinne und Unterbewusstes bringen in das Bewusstsein fortwährend Gegenstände, welche es beherrschen und verändern je nach ihrer Form und Intensität. Die Assoziationen zerstreuen das Bewusstsein, die Leidenschaften tun ihm Gewalt an, der Lebensdurst missbraucht es, indem er es aus sich selbst hinauswirft. Sogar in seinen intellektuellen Anstrengungen ist der Mensch passiv, denn es ist das Schicksal des profanen Denkens, von den Objekten gedacht zu werden. Unter dem Anschein des Denkens verbirgt sich in Wirklichkeit ein unbestimmtes, ordnungsloses Flimmern, das sich aus den Empfindungen, den Worten und dem Gedächtnis speist.

Die erste Pflicht des Yogin ist zu denken, das heißt sich nicht denken zu lassen. Deshalb beginnt die Yoga-Praktik mit der ekagrata (Konzentration), welche den inneren Fluss hemmt und so einen psychischen Block, ein festes und einheitliches Kontinuum bildet. – (Mircea Eliade, Yoga, Seite 56. Suhrkamp 1985)

 

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