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Posts Tagged ‘Koan’

Eiserne Flöte. Nummer 33. Seite 52.

Nach einer Vorlesung, die Yüeh-Shan eines Morgens für seine Mönche gehalten hatte, näherte sich ihm einer der Mönche und sagte: „Ich habe ein Problem, wollt Ihr es für mich lösen?“ „Ich werde es in der nächsten Vorlesung lösen“, erwiderte Yüeh-Shan. Am Abend desselben Tages, als die Mönche in der Halle versammelt waren, rief Yüeh-Shan mit lauter Stimme: „Der Mönch, der mir heute früh sagte, ihn plage ein Problem, soll sofort hier heraufkommen.“ Als sich der Mönch nach vorne begab und vor den Zuhörern stand, verließ der Meister seinen Sitz, faßte den Mönch grob an und sagte: “ Schaut her, Ihr Mönche, dieser Bursche hat ein Problem.“ Dann schob er den Mönch beiseite und ging in sein Zimmer zurück, ohne die Abendvorlesung abzuhalten.

Von Fugai gleich weiter zu Nyogen:

Ein ganzer Sack voller Reis! Welch großartige Unterweisung! Ich frage mich bloß, wie viele der anwesenden Mönche sie begriffen haben.

Vor einiger Zeit besuchte mich ein Priester aus Japan. „Was ist Zen?“ fragte er. Ich legte den Finger an den Mund und flüsterte: „Im Meditationsraum sprechen wir nicht.“ Als er mir in die Bibliothek folgte, war er im Begriff, die Frage zu wiederholen; ich kam ihm zuvor und legte wiederum den Finger an den Mund und sagte: „Wir lesen hier in der Stille.“ Als wir in die Küche gelangten, ließ ich ihm keine Zeit eine Frage zu stellen und sagte: „Wir kochen hier, ohne ein Wort zu sagen, und essen schweigend.“ Als ich die Tür öffnete und ihm die Hand reichte, stammelte er noch einmal: „Was ist Zen?“ und ging davon.

Die Hundert Zen-Koans der „Eisernen Flöte“. Origo Verlag Zürich

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Yudo J. Seggelke

Der japanische Titel dieses Kapitels, „Kokū“, setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Ko bedeutet „leer“ oder „ohne etwas“, und  heißt „Raum“, „Luft“ oder auch „Leerheit“. Kokū lässt sich also übersetzen mit „Raum“, „leerer Raum“ oder, wie ich es hier genannt habe, „Wirklichkeit des Raumes“. Die Bezeichnung Kokū wird im Zen-Buddhismus häufig verwendet und hat immer wieder Anlass zu Missverständnissen und esoterischen Spekulationen gegeben – ähnlich wie der Begriff mu oder  in dem bekannten Kōan der Rinzai-Linie, der die Bedeutung „nichts dergleichen“ hat…,..

https://yudoblog-f.blogspot.com/2022/11/die-wirklichkeit-von-raum-und-offenheit.html

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Einführung und Übersetzung von Hermann Bohner

Vorbemerkung „Beim Tee ist es nicht anders: Der Tee ist letztlich ein Werkzeug (dōgu), den WEG (Tao) zu üben.“

Das vorliegende Buch ist betitelt mit Zen-Worte im Tee-Raume. Das mag für diejeni­gen, die mit der Teezeremonie nicht allzu vertraut sind, erkärungsbedürftig sein. Die ‚Zen-Worte‘ Bohners beziehen sich auf die Schriftrolle mit Kalligraphie, die im Tee­raum in der dafür vorgesehen Nische (床の間, Tokonoma) aufgehängt sind, und die vom Tee-Meister (cha’jin) der Jahreszeit und dem Anlaß gemäß gewählt und gewech­selt wird. Diese „Zen-Worte“ sind natürlich auch immer Kōans und haben einen medi­tativen (Zen-)Hintergrund. Dies insbesonders, da Stille bei der Teezeremonie oberstes Gebot ist. Bohner hat mit seinem Ausdruck „Zen-Worte“ die Doppeldeutigkeit perfekt beschrieben. Der japanische Titel des Originals liesse sich auch viel nüchterner mit „Die Schriftrollen im Teeraum – Bedeutung der Zen-Terminologie“ wiedergeben.

Her­mann Bohner war, etwas zum Leidwesen seiner Frau, ein Liebhaber und Sammler von kakemono (掛物). Wie aus dem einleitenden Zitat erkennbar, handelt es sich bei diesem Buch um ein Werk, daß mehr mit Zen als mit der Bereitung von Tee befaßt ist. – archive.org

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Der Schüler befragt seinen Meister: „Meister, woher kommen die Berge? Woher die Meere, der Himmel, und die Sonne?“ Der Meister entgegnet: „Schüler, woher kommt deine Frage?“

Zen-Geschichten

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Der Fall – Mumonkan 44 / Kösel

Meister Basho sagte zu seinen Schülern: „Habt ihr einen Shujo, werde ich euch einen geben. Habt ihr keinen Shujo, nehme ich ihn euch weg.“

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Christoph Rei Ho Hatlapa spricht in diesem Vortrag über die Koan-Praxis des Rinzai-Zen. Anhand des Falles Nr. 49 aus der Sammlung Shumon Kattoshu erläutert er den Umgang mit Koans in der Meditation und spricht über die Erfahrung der Wesensgleichheit im Gegensatz zu den marktgerechten Versuchen, Meditationstechniken zu instrumentalisieren.

über Joshus »Mu« und die Praxis der Zen-Meditation in der Rinzai-Tradition — Art of Arkis

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Eines Tages ging ein Meister mit seinem Schüler im Wald spazieren. Plötzlich sprang ein schneeweißes Kaninchen vor ihnen auf und flitzte davon.

Der Meister nutzte den Augenblick und fragte seinen Schüler: „Nun, was hältst du davon?“

Der Schüler antwortete begeistert: „Es war wie ein Gott?“

Der Meister blickte ihn verächtlich an und sagte: „Du bist ein erwachsener Mann, aber du redest wie ein Kind.“

„Na gut“, gab der Schüler, zweifellos leicht eingeschnappt, zurück, „was hältst du davon?“

„Es war ein Kaninchen!“ antwortete der Meister.

Philip Kapleau – Der vierte Pfeiler des Zen – O.W. Barth 1997

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Ch`ien-Feng fragte: „Was für Augen habe jene, die die fünf Welten durchwanderten?“

Nyogen: Am Morgen man ein freundlich lächelndes Gesicht zeigen und am Abend ein verdrießliches. So steigt man innert eines Tages von der menschlichen Stufe herab auf die tierische. In der Frühe leuchtet Güte aus dem Auge, am Abend Hass. Über diese Art Auge wird im Zen nicht gesprochen. „Das Auge mit dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, mit dem Gott mich sieht“. (Meister Eckehart, 1260-1327) `Dann muss es also zwei Arten von Auge geben`, werdet Ihr sagen. Nein, nein, selbst der tausendäugige Avalokitesvara hat nur ein wahres Auge. Unwissende Leute werden von den Täuschungen irregeführt, aber die Weisen wissen, wie sie in andere Eben einzudringen haben, um leidende Wesen zu retten. Ein Bodhisattva sollte sich nicht davor fürchten, das Schlachtfeld zu durchschreiten oder Hand in Hand mit Preta (dem hungrigen Teufel) bis auf den Grund von Narakas Land vorzudringen.

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