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Posts Tagged ‘Kakuzo Okakura’

Die Daoisten berichten, dass beim großen Anfang des Nicht-Anfangs Geist und Ding (Stoff) sich im tödlichen Kampfe trafen. Schließlich siegte der Gelbe Kaiser, die Sonne des Himmels, über Kung-kung, Dämon der Finsternis. In seinem Todeskampf stieß der Riese mit seinem Kopf gegen das Sonnengewölbe, und die blaue Jadekuppel barst in tausend Splitter. Die Sterne verloren ihre Heimstatt und der Mond irrte ziellos durch die wilden Gründe der Nacht.
Voll Verzweiflung suchte der Gelbe Kaiser fern und nah nach einem, der den Himmel wieder ausbessern könnte. Er sollte nicht vergeblich suchen. Aus der östlichen See stieg eine Königin, die göttliche Nü-kua, hörnergekrönt und mit einem Drachenschweife, strahlend in ihrem Flammenpanzer. Sie schweißte den fünffarbigen Regenbogen in ihrem großen Zauberkessel zusammen und baute den Himmel Chinas wieder auf. Aber man erzählt weiter, dass Nü-kua vergaß, zwei winzig kleine Risse in dem blauen Himmelszelt auszufüllen. So begann die Zweiheit der Liebe: zwei Seelen, die durch den Raum kreisen und, bis sie sich zusammenfinden, um das Universum zu vervollkommnen, niemals ruhen. Jedermann hat seinen Himmel von Hoffnung und Frieden neu zu bauen

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1. Kapitel. Die Schale der Menschheit

Tee war im Anfang Medizin und wurde erst allmählich ein Getränk. Im China des achten Jahrhunderts kam er ins Reich der Poesie als etwas, das zum guten Ton gehörte. Das fünfzehnte Jahrhundert sah Japan ihn erhöhen zu einer Religion des Ästhetizismus, zum Teeismus. Der Teeismus ist ein Kult, gegründet auf die Verehrung des Schönen mitten im Alltagsgrau der Dinge, wie sie sind. Sein Sinn geht auf Reinheit und Harmonie, auf das Mysterium gegenseitigen Erbarmens, auf die Romantik in der gesellschaftlichen Ordnung. Er ist seinem Wesen nach eine Religion des Unvollkommenen, ein zarter Versuch, Mögliches zu vollenden in dem Unmöglichen, das wir Leben nennen…,.. gutenberg.spiegel.de

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