Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘kaffeehaussitzer’

4. FEBRUAR 2014 VON UWE KALKOWSKI

Das Buch »Zehn Milliarden« von Stephen Emmott hat es in sich. Und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Zum einen ist es buchgestalterisch ein echter Hingucker, mit einem aufwändig produzierten und sehr haptischen Umschlag, der Innenteil schon fast ein typographisches Gesamtkunstwerk. Und zum anderen geht es um nichts Geringeres als den Untergang unserer Welt.

Ich erinnere mich vage, irgendwo einmal von einem Zeitpunkt in der Erdgeschichte gelesen zu haben, bis zu dem Natur und Mensch sich in einem perfekten ökologischen Gleichgewicht befanden. Dieser Zeitpunkt war um das Jahr 1780 erreicht, also kurz vor Beginn der Industrialisierung der westlichen Welt. Seitdem geht es mit der Zahl der Menschen auf diesem Planeten stetig bergauf und mit dem ökologischen Gleichgewicht immer rasanter bergab.

https://kaffeehaussitzer.de/stephen-emmott-zehn-milliarden/

Read Full Post »

Verwehte Spuren

»Verzeichnis einiger Verluste« von Judith Schalansky ist eines jener raren Bücher, bei denen man schon beim ersten Aufschlagen merkt, dass man etwas ganz Besonderes in den Händen hält. Das geschieht nicht oft, aber bei diesem Buch, nein, Gesamtkunstwerk war dieses Gefühl sofort da.

Schon der Geruch. Jede Lektüre beginnt mit einem tiefen Einatmen des Buchgeruchs, dieser wunderbaren Mischung aus Papier, Druckerschwärze und Leim, besser als jedes Parfum dieser Welt.

Read Full Post »

»Ihn durchdrang stärker als jemals das Gefühl des Heimatlosen, der keine Haus- oder Schloss- oder Klostermauern zwischen sich und der großen Angst gebaut hat, der bloß und allein durch die unbegreifliche, feindliche Welt läuft, allein zwischen den kühlen, spöttischen Sternen, zwischen den lauernden Tieren, zwischen den geduldigen standhaften Bäumen.«

Hermann Hesse »Narziß und Goldmund«

Die große Angst. Und keine Mauern zwischen sich und dem Leben. Was für eine wunderbare Formulierung für das Gefühl jener Zeit. Wir alle waren gestartet, suchten unseren Platz, unsere Route, unseren Plan. Die Aufbruchstimmung war mit Händen zu greifen, zumindest in der Erinnerung.

Die große Angst. Ein Textbaustein*

 

Read Full Post »

Eine Konstante in meinem Leben ist die Verachtung für die Bild-„Zeitung“. Sie ist in meinen Augen ein Synonym für Neid, Missgunst, Zynismus, Hetze und billigstem Populismus. Umso erschreckender ist es, wenn jeden Morgen Millionen von Menschen dem – wie man zähneknirschend zugeben muss – markanten Slogan Bild dir deine Meinung folgen und ihr einfaches Weltbild Tag für Tag bestätigt finden. Ich kann mich rühmen, noch nie eine dieser „Zeitungen“ angefasst zu haben, bis auf einmal, als sie im Briefkasten lag und ich sie mit spitzen Fingern dorthin bringen musste, wo sie hingehört: In die Mülltonne…

Max Goldt  über die Bild-„Zeitung“:

Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht.
Es ist falsch, sie zu lesen.
Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel.
Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein.
Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt.
Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.

Max Goldt und das Organ der Niedertracht

 

Read Full Post »

Heute kommt es mir kaum vorstellbar vor, aber es gab einmal eine Zeit, in der ich jahrelang fast kein einziges Buch gelesen habe. In der ich beinahe die Freude am Lesen verloren hätte. Es ist schon ein Weilchen her, aber ich habe nie vergessen, welchem Autor ich es verdanke, aus dieser buchlosen Zeit wieder herausgefunden zu haben. Es war T.C. Boyle mit seinen fulminanten Werken „Wassermusik“ und „Grün ist die Hoffnung“. 2014 und 2015 sind beide Bücher neu aufgelegt worden, in neuer Übersetzung und in wunderschöner Ausstattung. Ein guter Grund, sich wieder an längst vergangene Jahre zu erinnern:

Mit T.C. zurück ins Leseleben

Read Full Post »