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Posts Tagged ‘Juden’

Deutschlandfunk – Samstag, 29. Januar 2022 um 23:05 Uhr Ursendung)

„Ich errichte eine Stadt!“ – beschließt der Schriftsteller Samuel Agnon, als er 1943 in Palästina von der Auslöschung des jüdischen Lebens in seinem Heimatort Buczacz erfährt. Große Teile seines Spätwerkes widmet der Literatur-Nobelpreis-Träger von 1966 der literarischen Rekonstruktion des ostgalizischen Schtetls, in dem er aufgewachsen ist und der Kultur der chassidischen Ostjuden. Auch für Alicia Jurman, die mehrfach dem sicheren Tod entkommt und als einzige aus ihrer Familie den Holocaust in Buczacz überlebt, wird das Erinnern zur Lebensaufgabe. In Büchern und Vorträgen berichtet sie über ihre Erlebnisse. Der Historiker Emanuel Ringelblum aus Buczacz sammelt wie besessen alle Zeugnisse jüdischer Kultur und richtet im Warschauer Ghetto das für Forscher so bedeutende Geheimarchiv Oneg Schabbat ein. Ein vierter Kämpfer gegen das Vergessen ist der „Nazijäger“ Simon Wiesenthal, der in seinem berühmten Wiener Institut einen dicken Ordner mit Dokumenten über die Mörder in seiner Heimatstadt Buczacz füllt.

Von Lorenz Hoffmann und Lars Meyer

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1914 wurde Etty Hillesum in einer jüdischen Familie in den Niederlanden geboren. Sie war sehr begabt und studierte später Slawistik und Psychologie. Ihr Wunsch war es, Schriftstellerin zu werden. 1941 traf sie den aus Deutschland geflohenen jüdische Chiropsychologen Julius Spier, der ihr spiritueller Lehrer wurde. – hier

Ettys Tagebuch ist das Dokument einer inneren Entwicklung. Es geht auf und ab und in kleinen Schritten voran:

17. Juni 1942: Es scheinen solche Kleinigkeiten, aber es kostet erst mal ein Stück Kampf und Selbsterziehung, bevor Dinge aus der Theorie durch Disziplin und Konkretisierung in den Alltag übergehen. Zum Beispiel abends rechtzeitig und ohne zu viel Widersinn vom Tag Abschied nehmen und nicht noch stundenlang durch irgendwelche Bücher blättern oder durchs Haus laufen aus reiner Unruhe und Unzufriedenheit mit der Tagesleistung. Früher war das oft so. Dann erwartete ich am letzten Moment noch ein Wunder, dass den Tag zu etwas Besonderem machen würde. Ein P.S., in dem alles stehen würde, was dem Tag selbst fehlte. Nun ist das nicht mehr so stark, nur noch ab und zu. Früher waren für mich die Übergänge viel abrupter, vom Tag zur Nacht, von der Arbeit zum Nichtstun, vom Alleinsein zum Zusammensein mit anderen, das ging alles ruckartig. Nun gleitet alles eher ineinander über, weil ein innerer Rhythmus entstanden ist, der der meine und nur der meine ist.

Am 7. September 1943 wurden die Hillesums in Viehwagen nach Auschwitz abtransportiert, wo sie kurz darauf vergast wurden.

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Im Mahlstrom der Zeiten – hinterdentueren

Im Mahlstrom der Zeiten

Die Dame die kommen sollte, war eine langjährige Bekannte ihrer Familie und hieß Ruta Wermuth. Natürlich sagte ich zu, um mehr von ihrer außergewöhnlichen Lebensgeschichte zu erfahren. So machten wir uns auf den Weg zu einer Schule, wo ich das erste Mal hören sollte, was Ruta erlebt hatte:

Die Vernichtung der Juden und die neue Deutsche „Ordnung“ in Europa ließen nicht lange auf sich warten. Der Holocaust überfiel jäh unsere kleine, beschauliche Stadt. Die Deutschen verloren keine Zeit. Bereits einige Tage nach ihrem Einmarsch ließen überall in der Stadt aufgehängte Plakate das Schlimmste befürchten: „Tod den Bolschewiken und Juden!“ Darunter eine Liste von Verboten und Geboten. Wenn man diese genau nahm, war uns gar nichts mehr erlaubt. Bei Zuwiderhandlungen galt auf alles die Todesstrafe. Nur sterben durften wir – das war erlaubt und erwünscht.

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Gershom Scholem im Gespräch mit Jörg Drews, gesendet am 20. Juni 1976 in der ARD

 

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Erzählen was nicht erzählt werden kann. Der Podcast „Die Quellen sprechen“ versammelt Zeitzeugenberichte und Dokumente zur Verfolgung der europäischen Juden 1933-1945. Er verzichtet bewusst auf kommentierende Zwischentexte und lässt „die Quellen sprechen“. Hier können Sie „Die Quellen sprechen“ herunterladen oder im Stream hören: Bayern 2

Die Quellen sprechen. Diskurs – Thies Marsen im Gespräch mit Susanne Heim, Mitherausgeberin und Koordinatorin der Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945“ und Bearbeiterin von Band 6 „Deutsches Reich und Protektorat Böhmen und Mähren Oktober 1941 bis März 1943“ BR 2019 http://www.die-quellen-sprechen.de

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/hoerspiel-und-medienkunst/die-quellen-sprechen-diskurs-hoeredition-teil-6_x-100.html

 

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Was bleibt? Es bleibt die Muttersprache. 

Arendt: Ich hatte sowieso die Absicht zu emigrieren. Ich war sofort der Meinung: Juden können nicht bleiben. Ich hatte nicht die Absicht, in Deutschland sozusagen als Staatsbürger zweiter Klasse herumzulaufen, in welcher Form auch immer. Ich war außerdem der Meinung, daß die Sachen immer schlimmer werden würden. Trotzdem bin ich schließlich nicht auf so eine friedliche Weise abgezogen. Und ich muß sagen, ich verspürte darüber eine gewisse Befriedigung. Ich wurde verhaftet, mußte illegal das Land verlassen – ich erzähle es Ihnen gleich –, ich hatte sofort eine Befriedigung darüber. Ich dachte, wenigstens habe ich etwas gemacht! Wenigstens bin ich nicht unschuldig. Das soll mir keiner nachsagen.

rbb-online.de

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Martin Buber hat die chassidischen Erzählungen gesammelt, sprachlich geformt und philosophisch durchleuchtet. Zum 140. Jahrestag des Philosophen wird an diese Welt gelebter Weisheit erinnert.

Chassidismus ist eine jüdische Frömmigkeits- und Erneuerungsbewegung in Osteuropa, die im 18. Jahrhundert in der Ukraine begann. Antriebskräfte eines Chassid, eines Gottbegeisterten, sind Glaube und Liebe. Liebe zu Gott und Liebe zu allem, was lebt. Durch den Philosophen Martin Buber ist die Welt der Chassidim im westlichen Europa bekannt geworden. Seine Schriften zum Chassidismus, allen voran „Die Erzählungen der Chassidim„, die 1949 im Manesse Verlag erschienen sind, fanden weite Verbreitung. – DLF Kultur

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Rund 250 Millionen Euro aus allgemeinen Steuergeldern bringt die öffentliche Hand für die „Luther-Dekade“ auf. Der 500. Jahrestag seines angeblichen „Thesenanschlags“ soll sogar als bundesweiter Feiertag begangen werden. Doch war Martin Luther ein Mann, den man feiern sollte? Nein, sagt die Giordano-Bruno-Stiftung, die in ihrer heute veröffentlichten kritischen Luther-Broschüre aufzeigt, dass der Reformator einer der „wirkmächtigsten Vertreter des Judenhasses von Golgatha bis Auschwitz“ war.

https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/luther-hassprediger

So schrieb Martin Luther im Jahr 1543: „Das israelitische Blut ist vermischt, unrein, verwässert und verwildert worden. […] Dieser trübe Bodensatz und stinkender Abschaum, dieser verschimmelte Sauerteig und sumpfige Morast von Judentum sollte die Erfüllung des Messias verdient haben, aber doch nichts weiter ist als ein fauler, stinkender, verrotteter Bodensatz vom Blut ihrer Väter?“

Klicke, um auf 2017luther-broschuere-web.pdf zuzugreifen

 

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Die Barrikade vereint mit dem Spießer-Stammtisch gegen den Staat der Juden

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