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Posts Tagged ‘Janko Hanushevsky’

Ö1 – Dienstag, 29. Juni 2021 um 16:05 Uhr – Essay von Janko Hanushevsky

Erst am Ende seines Lebens erhält Ludwig Hohl (1904-1980) literarische Anerkennung. Der Suhrkamp-Verlag bringt eine Neuauflage seines Werks heraus, u.a. sein knapp 1000-seitiges Magnum Opus ‚Die Notizen‘: ein Konvolut mit einander korrespondierender Fragmente. Eine breite Wahrnehmung bleibt dem Werk des Schweizer Dichter-Philosophen aber bis heute verwehrt.
Dabei ist sein Denken in Fragmenten, entlang der Zwischenräume und Ränder des Bewusstseins, entwickelt in den Zwanziger- und Dreißigerjahren während einer Phase nomadischer Heimatlosigkeit, von erstaunlicher Modernität. Seine ganz eigene Denk- und Schreibform entspringt der Ruhelosigkeit, dieser Zerrissenheit. Als er aus finanzieller Not 1937 in die Schweiz zurückkehrt, trägt er im Gepäck sein fast vollendetes Werk: tausend Seiten ‚Notizen‘.
Zurück in der Schweiz hat Hohl sich selbst nach und nach zu einem Mythos stilisiert. Ein Vierteljahrhundert hat er in Genf in einem Kellerloch gelebt, zwischen Wäscheleinen, die kreuz und quer durch den Raum liefen, vollgehängt mit seinem literarisch-philosophischen Zettelwerk. Er hat sein armseliges Dasein zelebriert, inszeniert und das Seinige zur Legendenbildung um den wunderlichen Solitär beigetragen. – https://oe1.orf.at/player/live

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RBB Kultur – Sonntag, 8. März 2020 14:05 Uhr

„Fountain“ gilt als das Pionierobjekt der Konzeptkunst, vielen Experten sogar als das bedeutendste Kunstwerk des 20. Jahrhunderts. Aber der renommierte britische Kunsthistoriker Glyn Thompson ist sich sicher, dass das mit ‚R Mutt 1917‘ signierte Urinal keineswegs von Marcel Duchamp stammt. Baronin Elsa von Freytag-Loringhoven, eine exzentrische Dada-Künstlerin aus Duchamps Umfeld in New York, soll das später ‚Fountain‘ betitelte Objekt unter dem Pseudonym Richard Mutt 1917 bei der Society of Independent Artists eingereicht haben. Elsa ist heute in Vergessenheit geraten. Glyn Thompson besitzt eine der ältesten Repliken des Urinals. Er hat über Jahre Beweise gesammelt und publiziert, die seiner Ansicht nach eindeutig für die Urheberschaft der unbekannten Dadaistin sprechen. Die internationale Fachwelt wehrt sich vehement gegen eine Umdeutung der Kunstgeschichte… Hördat

http://merzougamusic.com/?cat=1

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