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Posts Tagged ‘https://weheklag.wordpress.com/’

Leicht gemacht hat er sich’s, was vor diesem Hintergrund niemanden wundern muss, mit seinem „bürgerlichen Drama“ Ecce Civis. Verständlich, aber schade, dass dieses kurze, aber im Live-Betrieb beliebig zu erweiternde Stück so obskur ist und offenbar erst entschieden posthum um 1976 uraufgeführt wurde: Gerade Stellen wie „Das gesamte Tischgerät entwickelt eine lustige Musik“ (erster Akt), „Unter mannigfachen mehr oder minder hörbaren und wichtigen Gesprächen der zu den verschiedenen Requisiten gehörigen Personen vergeht die vorgeschriebene Zeit, bis der Vorhang wiederum fallen kann“ (zweiter Akt) und „Dazwischen spielt sich eine Art von Szene ab“ (dritter Akt) bieten den Darstellenden unschlagbare Möglichkeiten zum Herumbrillieren. Von der Maskenbildnerei ganz zu schweigen.

All das und noch viel mehr findet sich weheklag.wordpress.com

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Schillers Totenklage über einen Indianer trägt uns zu Gemeinsamkeiten zwischen Schiller und Karl May — und gleich zu einem einschlägigen Kulturwanderweg. Nein, nicht im Oregon-Territorium, im Saarland. Man soll nicht immerzu fragen, warum. Man verpasst genug im Leben über der Frage, warum nicht. Facebook

Der Karl-May-Weg zeigt die schönsten Seiten der Wandergebiete Ruhbachtal und Brennender Berg und verbindet diese miteinander. Es erwartet Sie eine abwechslungsreiche Waldlandschaft, die sogar Karl May als Grundlage für seine abenteuerlichen „Weltreisen“ hätte dienen können.

Karl May war nie hier. Trotzdem ist ihm dieser Wanderweg gewidmet. Denn ihm war es wie keinem sonst gelungen, die Landschaft vor seiner Haustür so in die Fremde zu übertragen, dass sie als Grundlage für unglaubliche, angeblich selbst erlebte Abenteuer benutzt werden konnte.

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Für das Jahr 2020 drängt sich nichts so sehr auf wie ein Rückblick auf vergangene Pandemien. Es ist Advent. Gott steh uns bei.

Weder ist ein griechischer Originaltitel für die Geschichte des Peloponnesischen Krieges von Thukydides überliefert, noch ist zu erschließen, welcher Retrodiagnose die darin beschriebene Seuche folgt. Hypothesen über die nachmals so genannte Attische Seuche zwischen 430 und 426 vor Christus umfassen, sind aber nicht beschränkt auf Typhus, Fleckfieber, Milzbrand, Pest, Influenza, Fieber, Pocken,…

Das Neuartige an Thukydides‘ so breit wie tief angelegter Schilderung der 27 Kriegsjahre 431 bis 404 vor Christus, deren Zeitzeuge er war, ist die knochentrockene, auf schmucklose Fakten reduzierte und darin bis heute stilsetzende Berichterstattung. Seiner Zeit weit voraus ist mit guter Begründung die Pestschilderung im 2. Buch: als Vorläufer eines Memento mori, das eigentlich erst im Barock dran war. Vor allem Abschnitt 53 erinnert fatal an Auffassungen des nachchristlichen Jahres 2020. Siehe unten, ungekürzt: weheklag.wordpress.com

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„Wer zum Menschen geboren wurde“, sagt Wieland in seiner „Geheimen Geschichte des Philosophen Peregrinus Proteus“, „soll und kann nichts edleres, größeres und besseres seyn als ein Mensch.“ Und in der Tat: jedwedes Bestreben, sich zum Uebermenschlichen empor zu schwingen, führt unwandelbar zum Absturz ins Untermenschliche. Unsre reformistischen Halb-Götter sind denn auch nichts Andres als umgestülpte Teufel.

Technically speaking, wie der rezente Amerikaner sagen würde, stimmt das. Originaltext: ——— Christoph Martin Wieland

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Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

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Es ließe sich Schlimmeres berichten über so überqualifizierte Alleskönner wie Herbert Rosendorfer, seiner Zeichen praktizierender Amtsrichter und Honorarprofessor für Bayerische Literaturgeschichte, der auch noch eine kaum überschaubare Reihe von Büchern veröffentlicht hat, die nichts mit seinen Ämtern, wohl aber mit allerhand gelehrtem Spaß zu tun haben — Schlimmeres, sagte ich, als dass ein frühes stilles Vorbild von mir Rosendorfers ersten Bestseller seinem Vater am Sterbebett vorgelesen hat: Der Ruinenbaumeister. Ganz. – weheklag.wordpress.com

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Ermüdung und Verwirrung des Geistes, Eigendünkel, Unwissenheit und Hochmut (methinks, a million fools in choir are raving and will never tire)

Von jeher musste man sich mit Mephistopheles höchstselbst doch sehr wundern, was die Meerkatze und Meerkater in der Hexenküche für ein Gebaren an den Tag legen, wenn unerwartet vorgesetzter Besuch auftaucht. Genauer besehen müssen die Lakaien den Baron, wie er genannt werden will, noch weniger erkennen als die Hausherrin, die Hexe, die ihn auch schon länger nicht mehr getroffen hat. Derweil kochen sie weiter „breite Bettelsuppen“, lassen den Brey überlaufen, und die Hexe

mit seltsamen Geberden, zieht einen Kreis und stellt wunderbare Sachen hinein; …

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Wuchtig, in gedrängter Vierzeil‘ singe ich vom Cinnamone …

Wir erleben einen ganz ungewohnt aufgeräumten Arno Schmidt in Kalauerlaune. Aus der Reihe: So sinnenfroh konnte der alte missmutige Zausel, nein: Dichterfürst also auch.

Laut den Anmerkungen der Bargfelder Ausgabe konnte bis zur Auflage von 1992 „über Anlaß und Entstehung des von den Herausgebern so genannten ‹Zimtfragments› […] nichts in Erfahrung gebracht werden.“ Als Textgrundlage konnte nur das Manuskript dienen, das vermutlich mit Schmidts restlichem Nachlass im Stiftungsarchiv zu Bargfeld aufbewahrt wird. – weheklag

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Alles Gute zum 271., Herr Geheimrat.

Woran erinnern wir uns bei Ihrem Namen? Dass Sie’s sehr mit dem Weybervolck hatten, lieber eine brave Zeitlang weitab und gründlich untergetaucht sind, bevor Sie sich einem Problem stellten, und da am liebsten in die Provinz statt unter zu viele Ihresgleichen, die Ihnen den Rang als einsames Genie streitig machen könnten — damit verbunden Ihre Italienische Reise — ferner an Ihre Erfindung des Bestsellers in Gestalt des Werther und Götz von Berlichingen, an den Faust, der Tragödie ersten und zweyten Theil, Wanderers Nachtlied (das war wirklich gut!), Wilhelm Meister, die Lehr– und Wanderjahre sowie davor die Theatralische Sendung, die erlesenen Ferkeleien in den Venezianischen Epigrammen und Römischen Elegien, das Zurückzucken davor in sotanen Marienbader, die nur von Ihnen Höchstderoselbst allzu überschätzte, dabei ganz drogenfrei wundersam weggedriftete Farbenlehre, ein bisschen Grundschulstoff (ErlkönigZauberlehrling), ziemlich viel Dichtung, allerhand Wahrheit — und dann noch der Versuch einer Seemannsgeschichte…,.. weheklag.wordpress.com

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