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Posts Tagged ‘Hölderlin’

Der junge Hölderlin war voller Ideale, einer, der die Welt neu denken wollte. Ein Supergenie. Ein Zweifler. Ein Wanderer. Zum Denken und Schreiben brauchte er das Laufen. Die Autorin und zwei Musikerinnen versuchen, mit dem Poeten Schritt zu halten. Im Frühjahr 1795 unternahm Hölderlin nach einem dunklen Winter „eine kleine Fußreise“, 300 km in sieben Tagen, von Jena nach Halle, Dessau und Leipzig. Die Autorin begibt sich mit der Sängerin Anne Schneider und der Akkordeonistin Susanne Stock auf Spurensuche. Sie laufen einen Teil seiner Strecke nach, 20 bis 25 Kilometer am Tag. Sie spüren Rhythmus und Musikalität seiner komplexen Sprache nach, die sich im Schreiten entfalten, nähern sich dem scheinbar schwer zugänglichen Dichter und transportieren seine Themen ins Heute: Unterwegssein, Grenzen überschreiten, Scheitern, Weitermachen.

Hörbar: https://www.mdr.de/kultur/radio/ipg/sendung-537920_ipgctx-true_zc-4cd383ea.html

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Die erste Idee ist natürlich die Vorstellung von mir selbst, als einem absolut freien Wesen“, heißt es in dem „ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus“, verfasst von den Philosophen Hölderlin, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Schelling. Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus: http://feigenblaetter.blogspot.de/200…

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Der Reifungsprozeß Hyperions findet sein Ende nicht mit dem Ende der Geschichte des früheren, erlebenden Hyperion. Indem er vom Früheren erzählt, schreitet das Bewußtsein des Erzählers Hyperion weiter voran. So überlagern sich nicht nur zwei Zeitebenen, sondern zwei Ebenen der Bewußtseinsbildung. Im ganzen handelt es um einen Prozeß, der in einem doppelten Kursus zum immer höheren Stufen geistiger Vermittlung führt. Diesen Grundzug des sich durch Reflexion immer höher entwickelnden Bewußtseins hat Hölderlin schon im Namen seines Helden angedeutet. Hyper-ion, bei den Griechen ein Zuname des Sonnengottes, heißt: der Darüberhingehende; lateinisch könnte man beinahe sagen: der Transzendierende.

Eine derart transzendentale, auf die reflektierende Aufhebung der realen Erfahrung und auf permanente Selbstübersteigerung im Bewußtseinsprozeß angelegte Dynamik ist ein Charakteristikum des Deutschen Idealismus. – Mit seinem Hyperion verwirklicht Hölderlin dichterisch das von Friedrich Schlegel theoretisch formulierte Programm der Transzendentalpoesie, die alles beschränkte Reale durch die Vorstellung eines unendlich Idealen aufheben soll. Hyperion ist der Roman des Deutschen Idealismus. Er ist es in einem ernsteren Sinne als der leichter zugängliche … Heinrich von Ofterdingen des Novalis, der sich einer artifiziellen Naivität hingibt und jeden Weltwiderstand umgeht.

Hyperions Bewußtseinsprozeß bezeichnet Hölderlin selbst als exzentrische Bahn. Dieses Schlüsselwort steht in der vorrede zu einer früheren Stufe des Werkes, das er … in Schillers literarischer Zeitschrift Neue Thalia veröffentlichte.

Friedrich Hölderlin: Hyperion – gelesen von Markus Boysen

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