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Posts Tagged ‘Haffmans-Verlag’

A.: Das Gleiche ergibt, sich minder pathetisch, aus seinen Unterhaltungen mit Friedrich Schlegel : Der hatte nun tatsächlich konvertiert; und verdutzt-satirisch berichtet es Tieck, wie Jener glaubte `an das Auflegen von magnetisierter Watte`, oder ….

C. (halb amüsiert, halb indigniert): Dem reinsten Aberglauben war er verfallen ! Jedes Gespräch zeigte nur die immer größer werdende Kluft. Er behauptete, wirklich profetisch in die Zukunft blicken zu können, die er aus einzelnen Bibelsprüchen deuten wollte. Wenn ich mir erlaubte, bescheidene Zweifel zu äußern, wies er mich pathetisch mit den Worten ab : „Mein Sohn; auf Deinem Standpunkt verstehst Du das nicht.“ / Ein andermal kündigte er die Nähe des jüngsten Tages an; dann würden die Gestirne des Himmels sich gegeneinander bewegen, und die Gestalt eines Kruzifixes bilden. Unwillkürlich brach Tieck bei diesem Orakel in den Ruf aus : „Mensch, sag mal : Glaubst Du denn das wirklich alles ? !“ (Seiten 165/166)

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Siegmund labte sich an den abwechselnden Gestalten. Er stand oft still, und sah durch ein niedriges Fenster in die sparsam erleuchtete Stube, deren Schein so anlockend, und deren enge, von der Lampe schwarzgeräucherte Wände so abschreckend waren. Die Familien der Handwerker saßen um runde Tische, und verzehrten froh und lebhaft kauend, ihr Abendbrod. In anderen Stuben saß eine emsige Alte beim Haspel und zählte aufmerksam seine Umwälzungen, um morgen  ihr gesponnenes Garn abzuliefern.

Arno Schmidt: Ludwig Tieck (142) im Haffmans-Verlag

 

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