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Posts Tagged ‘Gewalt’

Amok und Unglück

Nachdem ich am Tag nach der Tat in der Stadtbibliothek gewesen bin und die dort ausliegenden Zeitungen durchgesehen habe, drängte sich mir der Eindruck auf: Der Mann war abgrundtief einsam – und gleichzeitig sehr wütend. In Abwandlung eines Satzes von Goethe könnte man sagen: »Die einsamen Menschen sind gefährlich!« Bei Goethe sind es die »unglücklichen Menschen«, aber das ist nur ein anderes Wort. Einsam, unglücklich und depressiv ist für die Mitwelt meist unproblematisch, einsam und aggressiv kann unangenehm werden und wird es gelegentlich. Jens R. fühlte sich offenbar von seinen Eltern und aller Welt gedemütigt und verkannt und entwickelte einen ausufernden Hass gegen alles und jedes. Solche inneren Unglücksvorräte sind am explosivsten, wenn sie ausschließlich in sich rotieren. Auf die Frage, ob seine Tat zu verhindern gewesen wäre, hat ein überlebender amerikanischer Amokläufer gesagt: »Es hätte nur jemand mit mir reden müssen.« – jungewelt.de/

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Das ist das Faszinierende an den Gefängnissen, daß sich die Gewalt nicht verbirgt, nicht maskiert, daß sie sich als eine bis in die letzten Details ausgeklügelte zynische Tyrannei darstellt und daß sie andererseits vollkommen «gerechtfertigt» ist, da sie in eine Moral eingebettet ist: ihre brutale Tyrannei ist die ungetrübte Herrschaft des Guten über das Böse, der Ordnung über die Unordnung.

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Zivilisierte Menschen sind nicht weniger gewalttätig als ihre primitiven Vorfahren. Dieses Fazit zieht die Paläoneurologin Dean Falk aus einem Vergleich von Konflikten unter Jäger- und Sammlergemeinschaften mit den beiden Weltkriegen. Falk widerspricht damit einer These des Beststellerautors Steven Pinker von der Harvard-Universität, der historisch einen Rückgang der Gewalt konstatiert hat. – Von Michael Stang

http://www.deutschlandfunk.de/evolution-der-gewalt-die-zivilisierte-menschheit-ist-nicht.676.de.html?dram:article_id=400810

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Gewalt hat immer eine gesellschaftliche Facette. Das Reden und das Schreiben über Gewalt damit auch. Dieser Gedanke soll ein roter Faden sein durch die Erzählungen von einer verletzten Gesellschaft. Wenn der Schmerz, den die Autorinnen und Autoren beschreiben, eine Wahrheit schafft, was sagt das dann über das Frankreich heute? – Von Judith Heitkamp – Via Radiohörer – radio.friendsofalan.de

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Man muss sehen, daß die Grundfesten unserer Kultur die Gewalt ist!„, sagt der Schriftsteller und Kulturwissenschafter Klaus Theweleit.

Die „Geschichte der Gewalt“ ist zum Lebensprojekt von Klaus Theweleit geworden. Von den antiken Quellen bis zur gegenwärtigen Popkultur, von Homer bis Walt Disney hat Klaus Theweleit vor allem eines gelernt: im Glanz der Leistungen wird gern übersehen, dass die europäische Kultur in Blut begründet wurde, durch Eroberung, Krieg, Niederwerferung und Vergewaltigung.

So setzt sich die Geschichte des Mittelmeeres jenseits des Atlantiks fort, als Kolonisierung, genauso grausam, wie Sigrid Löffler eingangs des Gesprächs mit Klaus Theweleit auch anspricht.- http://cba.fro.at/269105

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Von Hans-Joachim Lenger.

Einleitung: Zur Kritik der Gewalt gibt es beständigen Anlass, nicht erst nach Ereignissen wie dem Treffen der G20 in Hamburg. Diese Kritik widersetzt sich den Regimes, die die Intensitäten des Politischen einer Logik von Verwaltung und Polizei überantworten wollen, um als „Postdemokratie“ zum Gesetz des Handelns zu werden. Sie widersteht deshalb dem abstrakten Imperativ, der eine pauschale Distanzierung von jedweder Gewalt zur Voraussetzung machen will, um überhaupt noch das Wort ergreifen zu dürfen. Nie nämlich erfinden die Unterworfenen die Gewalt; stets finden sie sie vor. Wie also sollten sie sich „distanzieren“ können, wo sie ihr täglich ausgesetzt sind? Dies nicht erst da, wo die Systeme, in ihren Peripherien, die ökonomische Gewalt mit der militärischen verschränken und die Zahl ihrer Opfer in immer neue Höhe treiben. Subtil nistet die Gewalt bereits in Strukturen, deren Rechtsordnung zum Schweigen nötigt, was in deren Idiom nicht zur Sprache kommen kann. Eine Kritik der Gewalt sucht deshalb die Bruchstellen auf, an denen die Verfügungen des Rechts ein solches Schweigen erzwingen wollen und beständig erneuern. Deshalb sind dieser Kritik die Beziehungen zentral, die zwischen der Gewalt und der Sprache bestehen. Keineswegs legitimiert sie den sprachlosen Gewaltexzess, der selbst zum Teil einer herrschenden „Eventkultur“ wurde, wenn er Figuren einer Selbstermächtigung feiert, die sich an sich selbst berauscht. Zu keinem Zeitpunkt vergisst eine Kritik der Gewalt, was sie Walter Benjamin verdankt: „dass es eine in dem Grade gewaltlose Sphäre menschlicher Übereinkunft gibt, dass sie der Gewalt vollständig unzugänglich ist: die eigentliche Sphäre der ‚Verständigung‘, die Sprache.“

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Subtil nistet die Gewalt bereits in Strukturen, deren Rechtsordnung zum Schweigen nötigt, was in deren Idiom nicht zur Sprache kommen kann. Eine Kritik der Gewalt sucht deshalb die Bruchstellen auf, an denen die Verfügungen des Rechts ein solches Schweigen erzwingen wollen und beständig erneuern. Deshalb sind dieser Kritik die Beziehungen zentral, die zwischen der Gewalt und der Sprache bestehen. Keineswegs legitimiert sie den sprachlosen Gewaltexzess, der selbst zum Teil einer herrschenden „Eventkultur“ wurde, wenn er Figuren einer Selbstermächtigung feiert, die sich an sich selbst berauscht. Zu keinem Zeitpunkt vergisst eine Kritik der Gewalt, was sie Walter Benjamin verdankt: „dass es eine in dem Grade gewaltlose Sphäre menschlicher Übereinkunft gibt, dass sie der Gewalt vollständig unzugänglich ist: die eigentliche Sphäre der ‚Verständigung‘, die Sprache.“

agoradio.de/-sendungen

Manuskripte zum Download:

Wo der Daumen rechts ist

Sublimation und Gewalt

Göttliche Gewalt

Split Screen

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