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Leseprobe 3 – Barry Stevens: Vorspiel

Am Anfang war ich eine Person, die nichts kannte als ihre eigene Erfahrung.

Dann erzählte man mir etwas, und ich wurde zwei Personen: das kleine Mädchen, das sagte, wie schrecklich es sei, daß die Jungen auf dem Grundstück nebenan ein Feuer machten, an dem sie Äpfel brieten (das war das, was die Frauen sagten) – und das kleine Mädchen, das hinauslief, wenn die Jungen von ihren Müttern gerufen wurden, um einkaufen zu gehen, und das Feuer und die Äpfel hütete, weil es das gerne tat.

Da gab es also zwei Ich’s.

Das eine Ich tat immer etwas, das das andere Ich mißbilligte. Oder das andere Ich sagte etwas, das ich mißbilligte. So viel Streit in mir!

Am Anfang war Ich, und Ich war gut.

Dann trat das andere Ich auf den Plan. Die Autorität von außen. Dies war verwirrend. Und dann wurde das andere Ich sehr verwirrt, weil es so viele verschiedene äußere Autoritäten gab.

Sitz ordentlich! Geh aus dem Zimmer, um dir die Nase zu putzen! Tu das nicht, das ist albern!… gestalt.de

 

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Ich war mit einer Frau zum Essen verabredet, die ich von früher her kannte. Damals hatte sie etwas sehr Rebellisches, und ihr Leben war von großer Unsicherheit geprägt gewesen. Während des Essens zeigte sich, daß sie ihren rebellischen Geist aufgegeben und jene Art von Sicherheit erreicht hatte, die sich darin äußert, daß man ein nettes Haus, ein gutes Einkommen und einen zuverlässigen Ehemann sein eigen nennt. Über Schwierigkeiten wurde nicht gesprochen. Alles war so richtig nett, und ich wurde traurig. Ich sagte mir, daß es in Ordnung sei, daß sie sich für diesen Weg entschieden hatte, und es war ja in der Tat sehr nett und angenehm und ganz bequem so. Ich war den ganzen Abend hindurch sehr »nett« (glaube ich). »Bring hier nichts durcheinander!« – Dieser Satz lag so klar und deutlich in der Luft. Wie Äther atmete ich diesen Satz und schläferte mich damit ein.

Sie fuhr mich nach Hause. Als sie fort war, bemerkte ich, daß ich eine Melodie summte, die ich nicht zuordnen konnte. Ich summte weiter, bis zum Schluß; erst da merkte ich, was mein organismisches Selbst da tat. Am Ende der Melodie kamen mir die Worte in den Sinn: »Armer Schmetterling«. Ich fühlte meine Traurigkeit, und sie war echt….

http://www.gestalt.de/stevens_river.html

 

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Bei einer gestalttherapeutischen Fantasiereise vor vielleicht einem Jahr bekam ich zum Abschluß die Anweisung, einem Mann im Laden etwas zum Ausgleich zu geben für das, was ich mir von ihm genommen hatte. In der Fantasie sagte ich ihm: „Es gibt nur eines, was ich Ihnen geben möchte, und das wegzugeben bringe ich kaum fertig.“

„Um was handelt es sich denn?“, fragte er. Und ich antwortete:

„All die vielen Worte und Gedanken in meinem Kopf.“

„Oh“, sagte er, „die sind nichts! Geben Sie sie mir alle, wann immer sie möchten.“ Dabei machte er eine Geste, daß ich sie ihm jederzeit hinschütten könne, und er wiederholte, „Sie sind nichts.“ Nun sah ich sie wie einen Dampf, der keinen festen Raum einnimmt und sich geschwind verflüchtigt ohne jede Spur. Wie erleichternd! Bisher waren sie mir so schwer erschienen, als wären sie Gegenstände in meinem Kopf, aber in Wirklichkeit waren sie einfach nichts. gestalt.de

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Leseprobe 3: Am Anfang war ich eine Person, die nichts kannte als ihre eigene Erfahrung. Dann erzählte man mir etwas, und ich wurde zwei Personen: das kleine Mädchen, das sagte, wie schrecklich es sei, daß die Jungen auf dem Grundstück nebenan ein Feuer machten, an dem sie Äpfel brieten (das war das, was die Frauen sagten) – und das kleine Mädchen, das hinauslief, wenn die Jungen von ihren Müttern gerufen wurden, um einkaufen zu gehen, und das Feuer und die Äpfel hütete, weil es das gerne tat.

Da gab es also zwei Ich’s.

Das eine Ich tat immer etwas, das das andere Ich mißbilligte. Oder das andere Ich sagte etwas, das ich mißbilligte. So viel Streit in mir!

Am Anfang war Ich, und Ich war gut.

Dann trat das andere Ich auf den Plan. Die Autorität von außen. Dies war verwirrend. Und dann wurde das andere Ich sehr verwirrt, weil es so viele verschiedene äußere Autoritäten gab.

Sitz ordentlich! Geh aus dem Zimmer, um dir die Nase zu putzen! Tu das nicht, das ist albern! Nein, das arme Kind weiß nicht einmal, wie man einen Knochen abknabbert! Zieh nachts auf der Toilette ab, denn wenn du es nicht tust, ist es schwerer, sie zu reinigen! Zieh nachts nicht ab – du weckst die anderen auf! Sei immer nett zu den Leuten; selbst, wenn du sie nicht magst, darfst du ihre Gefühle nicht verletzten! Sei offen und ehrlich; wenn du den Leuten nicht sagst, was du über sie denkst, ist das feige! …

gestalt.de/

 

 

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Jim Simkin verstarb 1984. Über viele Jahre hinweg war er Mitglied der Amerikanischen Akademie für Psychotherapie gewesen. Er war international hoch angesehen und galt vielen als wahrer Meister der Therapie. Wenn er die persönlichen Eigenarten und Themen eines Menschen erkundete, ging er sehr präzis zu Werke und traf stets ins Schwarze. Zuletzt hatte er seine Arbeit für eine lange Zeit darauf eingeschränkt, Therapeuten in Gestalttherapie auszubilden. Viele von denen, die ihn dabei einige Wochen oder Monate in seinem Haus in Big Sur erlebt hatten, wurden danach gewahr, dass sich ihr Leben unwiderruflich geändert hatte. Ich habe entdeckt, dass sich mein Leben sogar jetzt noch ändert. Und genau darum soll es in dieser Geschichte gehen.

http://www.gestalt.de/simkin_traumarbeit.html

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Isadore From, 1918-1994, war einer von Fritz und (später) Laura Perls’ ersten Klienten in New York. Er gehörte auch zu den ersten Trainees am »New York Institute of Gestalt Therapy«, an dem er bald als Ausbilder tätig wurde. Die Menschen, mit denen er zusammen arbeitete und die er ausgebildet hat, beschreiben sich heute noch als nachhaltig von Isadore From beeinflusst, z.B. von seiner Liebe zur Theorie. Allerdings hat er fast nichts veröffentlicht, sodass seine Wirkung nur durch mündliche Tradierung erhalten geblieben ist.

Daniel Rosenblatt schilderte Isadore From in seinem als »brillianten Therapeuten« und führte dazu weiter aus: »Ein wichtiger Aspekt in der Bedeutung Isadores als Therapeut war sein ausgeprägtes Mitgefühl mit den Leiden des Patienten und seine Empathie für solche Schmerzen. Er selbst war als Klient depressiv und sogar suizidal gewesen […]. Daher war ihm große Not nicht unbekannt.« gestalt.de/from_interview + http://www.gestalt.de/rosenblatt_from-nachruf.html

 

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