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Posts Tagged ‘geschichtedergegenwart.ch’

Der Medizinhistoriker Mark Honigsbaum spricht von einem „Jahrhundert der Pandemien“, das sich von der Spanischen Grippe 1918 bis in unsere Corona-bedingte Gegenwart zieht. Im Gespräch mit Philipp Sarasin erklärt er, warum wir uns immer nur auf die eben erst vergangene Pandemie vorbreiten…,..

Das Jahr­hun­dert der Pande­mien. Ein Gespräch mit Mark Honigsbaum

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Je drängender die Rettung des Weltklimas wird, desto härter werden die ideologischen Positionen. Sollen diese überwunden werden, braucht es eine Rückbesinnung auf historische Momente, in denen ein Konsens in Klimafragen mit einem Mal möglich wurde.

Die Felder verbrannten diesen Sommer unter der Glut, und die Bauern hatten so etwas wie ein Wahr­neh­mungs­pro­blem. Sie wussten nicht, ob sie die Risse auf den Feldern und die schrum­pelnden Äpfel an den Bäumen als eine vorüber­ge­hende Laune der Natur deuten wollten oder als Folge des menschen­ge­machten Klima­wan­dels. Der Schwei­ze­ri­sche Bauern­ver­band, der ihre Inter­essen vertritt, betont zwar, dass „die Scha­dens­be­kämp­fung gegen die Folgen des Klima­wan­dels“ ein „wich­tiges Thema“ sei; aber bei den Mass­nahmen hört das Enga­ge­ment dann auf. Treib­haus­gase sollen nur „frei­willig“ redu­ziert werden, und in Sachen Klima­schutz soll der „Sonder­rolle“ der Land­wirt­schaft als Nahrungs­pro­du­zentin Rech­nung getragen werden.- geschichtedergegenwart.ch

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Leben wir in einer Idiokratie? Wie kann man die Selbstsabotage des politischen Denkens, die Herrschaft der gemeinten Meinung, den kursierenden Bullshit und die Quatsch-Ideologien unserer Zeit sonst bezeichnen? – Von Zoran Terzić – geschichtedergegenwart.ch/

Etwas ist anders. Die Art und Weise, wie über Politik gesprochen, befunden und geurteilt wird, ergibt keinen Sinn mehr. Wenn man heute z.B. Faschisten nicht eindeutig als Faschisten ausmachen kann und deshalb von „Postfaschismus“ oder „Rechtspopulismus“ sprechen muss, und wenn diese Rechtspopulisten in manchen Flugblättern fordern, was längst Gesetz ist, dann ist das merkwürdig. Merkwürdig ist auch, wenn linke Aktivisten „Ausländerbonzen raus“ an die Wand eines Kreuzberger Cafes schmieren, um gegen Gentrifizierung ein Zeichen zu setzen, oder urbaner Tribalismus Ressentiments gegen Touristen schürt, weil das ökologisch bewusste Szene-Bürgertum ihr natürliches Habitat in Gefahr sieht

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Mit Wörtern Fakten schaffen: wie so etwas in der journalistischen Praxis funktioniert, zeigt auf irritierende Weise der NZZ-Neologismus „spätegalitär“. Es lohnt sich, solche Kaltstellungen demokratischer Grundprinzipien etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.- Sabine Haupt

Sprache liefert kein Abbild der Wirklichkeit, allenfalls modelliert sie diese. Es ist sinnvoll, sich diese Binsenweisheit des kommunikativen Handels auch im sprachlichen Alltag immer wieder vor Augen zu halten. Vor allem, wenn vermeintlich Selbstverständliches nur en passant erwähnt wird. Wir sollten so genau wie möglich lesen, hellhörig sein, Sprache ernst nehmen. Denn die interpretierende, ja ideologiekritische Funktion des Verstehens ist unabdingbar bei Äußerungen, die ihre subjektiv-parteiischen Haltungen und Prämissen ganz bewusst, oft mit entsprechendem rhetorischem Aufwand, verschleiern und mit vermeintlichen Fakten ‚tunen‘.

Die kognitive Linguistik bezeichnet dieses Phänomen der sprachlichen Manipulation als „Politisches Framing“: Metaphern und Anspielungen auf andere Kontexte – im nationalistischen Diskurs beispielsweise auf das Bild der Familie – transportieren implizite Bedeutungen, provozieren Emotionen und prägen Einstellungen.- geschichtedergegenwart.ch

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Der holländische Sozialanthropologe Peter Geschiere ist in Kamerun und den Niederlanden demselben Phänomen begegnet: „Zugehörigkeit“ und „Herkunft“, ja „Bodenverbundenheit“ werden zu Kriterien gesellschaftlicher Ordnung. Sein Buch „Perils of Belonging“ von 2009 ist aktueller denn je.

Das Buch ist gleichzeitig eine historische Untersuchung, eine anthropologische Studie und eine vergleichende Analyse mit den Schwerpunkten Holland und Flandern auf der einen sowie Kamerun und Elfenbeinküste auf der anderen Seite. Ausgehend von der Beobachtung, dass in den 1990er Jahren in unterschiedlichen Weltregionen „Autochthonie“ zu einem politischen Kampfbegriff und zu einem Referenzpunkt für sehr unterschiedliche Behauptungen, Forderungen und Ansprüche wurde, erforschte Geschiere die Konjunktur der Vorstellungen einer „ursprünglichen“, gleichsam naturgegebenen Zugehörigkeit zu einem konkreten Territorium und zu einer abgeschlossenen Gemeinschaft. Was macht dieses Konzept so attraktiv, dessen Vieldeutigkeit mit einem hohen Potential an Gewalt einhergeht?

geschichtedergegenwart.ch

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Alles, was auf der Welt der Fall ist, erscheint zunehmend in elektronischer Form und im Netz. Die damit akkumulierten Big Data sind gegenwärtig daran, unser Wissen und unsere Selbstverhältnisse zu verändern.

Ich bin alt genug, um mich daran zu erinnern, dass das Wort „Volltextsuche“ in den 1990er Jahren aufkam. „Kann“ ein Programm oder eine Datenbank Volltextsuche – oder lassen sich nur einzelne Felder, etwa Schlagworte und Indices abfragen? Die Verwendungshäufigkeit des Begriffs explodierte gegen die Jahrtausendwende, seit 2006 ist sie wieder rückläufig (im Englischen schon etwas früher). Warum sollte man auch länger danach fragen? Die ganze „Welt“, so will es scheinen, ist über den Suchschlitz des Grossen Weissen Roboters als Volltext erschliessbar – zumindest soweit, wie die Welt ein Text ist. Google ist zur Schnittstelle zwischen uns und allem anderen geworden, und damit auch zur Schnittstelle zwischen uns und uns selbst. Doch wie genau – und was hat das mit Big Data zu tun? geschichtedergegenwart.ch

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