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Posts Tagged ‘Gefangenschaft’

„Man hauste ja nicht immer in diesen winzigen Betonlöchern. Früher nannte man wenigstens 3ha seine Heimat. Will man sich vorstellen, dass man auf 40qm lebt, dass rundherum Feindschaft und Lust der Menschen lebt, dass man eigentlich, ja eigentlich gefangen ist wie ein Tier?“

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Über Kaspar Hauser ist seit dem Biedermeier bereits viel geschrieben worden. Die meisten Abhandlungen beschäftigen sich mit den Theorien seiner Abkunft, dabei wird oftmals vergessen dass die Phänomene die er, zumindest kurz nach seiner „Entlassung“ aus der Gefangenschaft, zeigte viel merkwürdiger sind und ggf. aufzeigen über welche „inneren“ Kräfte der Mensch verfügt.

https://superspektrum.blogspot.de/2017/01/kaspar-hauser-und-der-besucher.html

Im Jahre 1828 um die Mitte des Novembers fand ich Hauser einmal mit der Zeichnung eines männlichen Kopfes beschäftigt, der einen portraitähnlichen Charakter hatte. Er sagte mir, dieses Gesicht stehe ihm vor Augen und sehe ihn von der Seite an, so wie er es hingezeichnet habe.

Als ich ihm bemerkte, dass das eine Auge nicht ganz nach derselben Richtung wie das andere blicke, so sah er abwechselnd auf die Zeichnung und dann nach der Gegend hin, in welcher der Kopf vor ihm zu schweben schien, wie jemand ein Porträt mit dem vor ihm stehenden Original vergleicht. Hierauf sagte er, der Kopf schiele auch wirklich so, wie er ihn gezeichnet habe.“ [S. 37f]

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Über allen Tieren, die der Mensch gefangenhält, hängt sein Todesurteil. Es ist zwar – oft auf lange – suspendiert, doch begnadigt wird keines. So gibt der Mensch seinen eigenen Tod, dessen er sich sehr wohl bewußt ist, an seine Tiere ungestraft weiter. Die Spanne Lebens, die er ihnen gönnt, hat etwas von seiner eigenen; nur daß bei ihnen er aufpaßt, wann sie ihr Ende erreicht hat. Ihr Tod fällt ihm leichter, wenn er viele besitzt und einzelne aus der Herde zum Schlachten herauslöst. Seine beiden Ziele, die Vermehrung seiner Herden und die Tötung einzelner Tiere, die er braucht, lassen sich sehr wohl vereinen. Auf diese Weise, als Hirt, ist er mächtiger als jeder Jäger. Seine Tiere sind beisammen und entgehen ihm nicht. Die Dauer ihres Lebens liegt in seiner Hand … Aus der Gewalt des Jägers wird die Macht des Hirten.

Elias Canetti – Masse und Geschichte – 233/234 – Masse und Macht – Fischer 2014

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