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Posts Tagged ‘Gedicht’

Kolumne: Hör mal ’n beten to „Vadders lütt Gedicht“ – Ralf Spreckels erinnert sich an ein Ringelnatz-Gedicht, das sein Vater ihm, als er Kind war, immer wieder vorgelesen hat.

In dat Gedicht ward ene arme Plant beschreven, en Suerblatt, op hochdüütsch „ein Sauerampfer“, de op’n Bahndamm twischen de Swellen wasst, dor nich wegkann un ümmer bloots de Töög kamen un gohn süht. Un kene Schangs hett, mit so’ne Iesenbohn maal mittoföhrn. Fastwussen even!

https://www.ndr.de/wellenord/sendungen/hoer_maln_beten_to/Plattdeutsche-Kolumne-Hoer-mal-n-beten-to-Vadder-luett-Gedicht,hoermaltext128.html

Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm
Stand zwischen Bahngeleisen,
Machte vor jedem D-Zug stramm,
Sah viele Menschen reisen.

Und stand verstaubt und schluckte Qualm
Schwindsüchtig und verloren,
Ein armes Kraut, ein schwacher Halm,
Mit Augen, Herz und Ohren.

Sah Züge schwinden, Züge nahn.
Der arme Sauerampfer
Sah Eisenbahn um Eisenbahn,
Sah niemals einen Dampfer.

Wissenswertes über den Sauerampfer

https://www.garten-literatur.de/Leselaube/ringelsa.htm

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Via Sien Ossel / Twitter. Darum zweisprachig!

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Soji Enku

Der große Tod,

dein Leben

beugt sich mit Lächeln

ganz über dich,

Doch nimm ihn auf

mit allen Rosen

der Liebe, die du je

empfangen hast.

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Dichtung von Charles Baudelaire aus: Die Blumen des Bösen 1857 / Rezitation: Christian Redl (Foto) / Anmerkung: Die Inspiration kommt immer, wenn man will, aber sie weicht nicht immer, wenn man will. (Ch.Baudelaire)

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Lewis CarrollDas Walroß und der Zimmermann

Die Sonne schien das Meer entlang,
sie schien mit aller Macht
und scheuerte die Wellen blank
zu heller Glitzerpracht.
Und das war sonderbar; es war
ja mitten in der Nacht.

Der Mond schien brummig, denn er fand,
daß dies ein Unfug sei.
„Wer braucht die dumme Sonne noch?
Der Tag ist ja vorbei.
jetzt hat sie nichts mehr hier zu tun:
Verdammte Bummeleil“ …,…

https://martininbroda.blogspot.com/2012/09/das-walro-und-der-zimmermann-see-stucke.html

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Der Mond schwebt über den Kiefern,

Und die nächtliche Veranda ist kalt,

Da klingt von deinen Fingerspitzen

Der alte klare Ton.

Die alte Melodie, die rührt meist zu Tränen

Doch Zen-Musik geht über das Gefühl hinaus.

Spiele nicht mehr, bis der Große Ton

von Lao-tsu dich begleitet.

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Dieses Langgedicht beschreibt die Menschen und ihre Karakter.

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weiß sind die Haare geworden, die schwarzen;
schwer ist die Seele geworden; nicht tragen die Knie mehr,
Darüber seufze ich oft jetzt. Doch was soll ich machen?

Alterslos werden als Mensch, der man ist, das ist ja nicht möglich.

Aus der hoffnungslos scheinenden Resignation rettet sich die Dichterin in eine neue Qualität: sie entdeckt Zustimmung als ein Prinzip Guten Lebens. Jetzt, da jeder Lichtblick zu erlöschen droht, da beschließt sie, sich ihre Sonne selbst zu verschaffen!

In einem erst kürzlich als Fragment gefundenen Lied gestattet sich Sappho Zustimmung und Zuversicht:

Ich liebe den Glanz: dies wird jetzt mein Teil im Leben,
strahlend und schön ist mein Los, weil ich die Sonne liebe!

Findling:

https://oe1.orf.at/player/20220701/684717

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Philip Larkin

Sie versauen dich, deine Mutter und dein Vater.

Vielleicht nicht mit Absicht, trotzdem tun sie es.

Sie füllen dich an mit ihren eigenen Fehlern.

Und geben noch welche obendrauf, nur für dich.

Aber sie wurden selbst versaut.

Von Narren in altmodischen Hüten und Mänteln,

die die Hälfte der Zeit rührselig-streng waren

und sich ansonsten an die Gurgel gingen.

Der Mensch reicht das Elend weiter an den Menschen.

Es ist abgründig wie ein Festlandsockel.

Sieh zu, dass du da so bald wie möglich rauskommst,

und krieg bloß keine Kinder.

(aus Maarten t`Harts “Der Schneeflockenbaum)

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