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Posts Tagged ‘Franz Werfel’

Und in einer wunderbaren leisen
Rührung stürzt der Raum.

Werfel: Vater und Sohn

Erster Teil

Wie habe ich immer die Knaben beneidet, deren Väter in den Portierlogen oder auf den Türbänken gelassen und freundlich an Sonntagnachmittagen ihre Pfeife rauchten, und wie erst die Buben in den Bürgerzimmern, wo der Hausherr behaglich gerötet, in Hemdsärmeln, die Virginier im Munde und ein halbgeleertes Bierglas vor sich, an dem weißen Tisch saß. Ich will von der Erschütterung schweigen, die ich einmal, noch als ganz kleiner Kadettenschüler empfand, als ich an dem offenen Fenster einer Parterrewohnung vorbeiging und dahinter einen älteren Mann am Klavier sah, der aus einem aufgeschlagenen Notenbuch die Arie des Cherubim: »Neue Freuden, neue Schmerzen« spielte, die sein Sohn, ein wunderschöner, elfjähriger Junge, mit der reinen heiligen Stimme des Kirchensopranisten sang…,.. projekt-gutenberg.org

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Franz Werfel: Im allgemeinen merkt sich der Stadtmensch die Bäume nicht, die an seinen Wegen wachsen. Mir aber war`s, als erkannte ich sie alle, und sie alle erkannten mich. Mein Fuß ging auf einem schwingenden Bogen, so weich wie nirgends anders auf der Welt. Ein wollüstig gefederter Boden war`s, ein dürrer, duftender Sumpf, denn auf den entfernteren Pfaden und Labyrinthen des Parks blieb das Fall-Laub liegen und bildete Jahresschichten. Überall öffneten sich Durchblicke, Gänge, Stollen, ins malachitne Bergwerk gesprengt. Manchmal war`s wie ein langer Basar des Schweigens, in den das unbewegte Gezweig mit ausgestreckten Händen hineingriff und verschiedenfarbige Sorten von Stille feilbot. Immer wieder gelangte ich zu den beiden Weihern, zu diesen stehenden Wassern meiner ertrunkenen Kindheit, mit ihren giftigen Überzügen aus kupferigen Grünspan. In diesen Überzügen klafften jähe Löcher voll gurgelnden Schwarzwassers auf, in dem sich große Kaulquappen und winzige Fische tummelten wie verrückt. (Notiz, Zettel, …)

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Franz Werfel: Ich denke allmählich, von Menschen umgeben zu sein, die, weil es anscheinend gar nicht anders geht, die Stufenleiter der Evolutionstreppe nicht besteigen, sondern vielmehr und häufig möchte man laut ja dazu sagen, hinunterpurzeln in die vollkommene Unwissenheit, das sie selbst aus dem Rahmen des Menschseins fallen.

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„Wir rufen einander im Geiste an,“ sagte er. „Es gehört dazu freilich eine ganze Menge von Erziehung und Praxis. Man muss eine Gewandtheit haben, den Strom der inneren Vorstellungen und Bilder willentlich Einhalt zu gebieten und das Bild desjenigen, den man anrufen will, mit höchster Plastik herauszuarbeiten.“

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Archivschatz über die Marienerscheinung von Lourdes: „Das Lied von Bernadette“ von Franz Werfel

Als Franz Werfel 1940, geflüchtet vor den Nationalsozialisten, für mehrere Wochen Herberge in Lourdes fand, hörte er die wundersame Geschichte der heiligen Bernadette Soubirous. Er gelobte, falls er die Flucht überlebe, ein Buch über sie zu schreiben: Das an Asthma leidende Mädchen Bernadette hat Mitte des 19.Jahrhunderts eine Heiligenerscheinung. Die Dame trägt ihr auf, eine Quelle zu suchen, die eine heilsame Wirkung hat – Lourdes wird zum Wallfahrtsort.

https://www.br.de/mediathek/podcast/hoerspiel-pool/archivschatz-ueber-die-marienerscheinung-von-lourdes-das-lied-von-bernadette-von-franz-werfel/1808494

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Franz Werfel: Ich denke allmählich, von Menschen umgeben zu sein, die die Stufenleiter der Evolutionstreppe nicht besteigen, sondern vielmehr und häufig möchte man laut ja dazu sagen, hinunterpurzeln in die vollkommene Unwissenheit, das sie selbst aus dem Rahmen des Menschseins fallen.

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Teta Linek, eine alte Magd, hat ihr Leben lang mit unermüdlichem Fleiß und in steter Hingabe ihrer Herrschaft gedient. Der einzige Mensch, mit dem sich die einsame Frau verbunden fühlt, ist ihr Neffe Mojmir.

Jahrzehntelang schickt ihm Teta einen großen Teil ihres mühsam verdienten Lohns, damit der Frühwaise die Schule besuchen, Theologie studieren und Pfarrer werden kann. Denn Teta möchte nach ihrem Tod einen verlässlichen Fürsprecher auf Erden zurücklassen. Als Geistlicher wird Mojmir, so glaubt sie, ihr einmal den Weg zur ewigen Seligkeit leichter machen können.

Hörspiel: „Der veruntreute Himmel“ Nach dem Roman von Franz Werfel

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