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Posts Tagged ‘Ernst Bloch’

Absicht.
Wie nun?
Es ist genug. Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist
das Leben gegeben. Für sich selber ist es längst schon leer geworden.
Es taumelt sinnlos hin und her, aber wir stehen fest,
und so wollen wir ihm seine Faust und seine Ziele werden.
Was jetzt war, wird wahrscheinlich bald vergessen sein. Nur
eine leere, grausige Erinnerung bleibt in der Luft stehen. Wer
wurde verteidigt? Die Faulen, die Elenden, die Wucherer wurden
verteidigt. Was jung war, mußte fallen, aber die Erbärmlichen
sind gerettet und sitzen in der warmen Stube. Von ihnen ist
keiner verloren gegangen, aber die andere Fahnen geschwungen
haben, sind tot. Die Maler haben die Zwischenhändler verteidigt
und den Seßhaften das Hinterland warm gehalten. Es lohnt sich
nicht mehr, darüber zu reden. Ein stickiger Zwang, von Mittelmäßigen
verhängt, von Mittelmäßigen ertragen; der Triumph der
Dummheit, beschützt vom Gendarm, bejubelt von den Intellektuellen,
die nicht Gehirn genug auftreiben konnten, um Phrasen
zu liefern.

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Sprecher: „Nicht alle sind im selben Jetzt da. Sie sind es nur äußerlich, dadurch, dass sie heute zu sehen sind. Damit aber leben sie noch nicht mit den anderen zugleich. Sie tragen vielmehr Früheres mit, das mischt sich ein. Je nach dem, wo einer leiblich, vor allem klassenhaft steht, hat er seine Zeiten. Ältere Zeiten als die heutigen wirken in älteren Schichten nach; leicht geht oder träumt es sich hier in ältere zurück.“ (104)

Autor: So schreibt Ernst Bloch 1935 über ein Gestern im Heute, das sich unversehens re-inszeniert, um reaktionär auszuschlagen. Vor kurzem nannte man die Rechtsradikalen, die Faschisten noch die „ewig Gestrigen“. Ganz so, als seien sie nie in einer Gegenwart angekommen, die „unsere“ ist, so als seien sie Relikte einer Vergangenheit, die von allein vergeht. Mit dieser Vergangenheit, so die gedankenlose Annahme, würden auch diese Gestalten am Fortschritt zerfallen wie ein Gespenst im Licht des Tages. Der Fluss der Zeit, ihr vermeintliches Nacheinander, die Lineatur der Jahre, so wollte es diese Annahme, werde das Problem von allein lösen; kein Grund jedenfalls, ihm gesonderte Aufmerksamkeit zu widmen. Insofern kam die Rede vom „ewig Gestrigen“ vor allem einer Verharmlosung gleich. Blind vertraute sie darauf, dass Zeit einfach verginge und sich ein Gestern nicht aktualisieren könne. Doch nicht erst Bilder heutiger Aufzüge strafen dieses Gerede unübersehbar Lügen. Das Gestern ragt ins Heute hinein.- texte

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