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Posts Tagged ‘Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt’

Update zu Filetstück 0003, 1 von 3: Europamüde vor Langerweile (Vorwort):

Der geplante erste Teil von Eichendorffs Memoiren Der Adel und die Revolution wurde von seinem Sohn, zugleich Herausgeber politisch unverfänglicher zu Deutsches Adelsleben am Schlusse des vorigen Jahrhunderts verglimpft. Zur sonstigen Motivation und Anordnung des Fragments siehe den ersten Teil des dreiteiligen „Filetstücks“. hier

Sehr alte Leute wissen sich wohl noch einigermaßen der sogenannten guten alten Zeit zu erinnern. Sie war aber eigentlich weder gut noch alt, sondern nur noch eine Karikatur des alten Guten. Das Schwert war zum Galanteriedegen, der Helm zur Zipfelperücke, aus dem Burgherrn ein pensionierter Husarenoberst geworden, der auf seinem öden Landsitz, von welchem seine Vorfahren einst die vorüberziehenden Kaufleute gebrandschatzt hatten, nun seinerseits von den Industriellen belagert und immer enger eingeschlossen wurde. Es war mit einem Wort die mürb und müde gewordene Ritterzeit, die sich puderte, um den bedeutenden Schimmel der Haare zu verkleiden; …

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Wer! Wer?

Freunde hatten mich längst aufgefordert, meine Memoiren zu schreiben, ohne daß ich mich dazu bisher zu entschließen vermochte. Nun der Abend meines Lebens aber immer tiefer hereindunkelt, fühle ich selbst ein Bedürfniß, im scharfen Abendroth noch einmal mein Leben zu überschauen, bevor die Sonne ganz versunken. Ich will jedoch weniger meinen Lebenslauf schildern, als die Zeit, in der ich gelebt, mit einem Wort: Erlebtes im weitesten Sinne. Wenn dennoch meine Person vorkommt, so soll sie eben nur der Reverbère sein, um die Bilder und Ereignisse schärfer zu beleuchten..,.. weheklag.wordpress.com

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Update zu Doktor Faust thu dich bekehrenund natürlich zu allen aus dem ersten Teil:

Zweimal hat der Vater der russischen Literatur — Puschkin — sich 1825 am urdeutschen Faust-Stoff versucht: einmal in Form einer ausgearbeiteten Szene, einmal in Form dreier kurzer dramatischer Fragmente. Beenden wir unsere zweiteilige Serie mit letzteren. Das Bildmaterial sei uns wenig faustisch, vielmehr Petersburgisch. – weheklag

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Alexander Sergejewitsch Puschkin: Szene aus dem „Faust“

1825, gedruckt 1828, übs. Homunculus, i. e. Sigismund von Radecki 1940:

Meeresufer

Faust und Mephistopheles

Faust
Ich öd mich, du.

Mephistopheles
Was macht man, Faust!
Ihr müßt euch dies als Grenze ziehen,
Und keiner übertritt den Strich —
Alles Lebendige langweilt sich:
Vor Faulheit der, und der voll Mühen,
Im Zweifeln der, der wenn er glaubt,
Genuß will jedem stets entfliehen,
Den hat sein Übermaß beraubt,
Und jeder gähnt und jeder lebt,
Es gähnt das Grab, das man euch gräbt,
So gähn auch du.

Faust
Fort mit den Witzen!
So spür was aus, das irgendwie
Zerstreuung schafft.

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Damit Hans Wollschläger vor einer Übersetzung zurückschreckt, musste wohl einiges kommen: Der Mann hat eine der wenigen legendär gewordenen Großübersetzungen des 20. Jahrhunderts — dem Ulysses von James Joyce für Suhrkamp 1975 — geliefert, und dann erscheint in derselben Reihe der Gesammelten Gedichte samt Anna Livia Plurabelle 1981 in der Nachbemerkung durch die Joyce-Koryphäen „K. R., F. S.“, was wir sinnvoll als Klaus Reichert und Fritz Senn auflösen dürfen:

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James Joyce’s Playlist – BBC Radio 4

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Eine meiner Lieblingskolleginnen schrieb mir vergangenen Spätwinter:

Mir träumte, du habest mir zwei Seiten aus einem sehr alten Band mit Essays und Gedichten von dir zukommen lassen, die ich in meinem kleinen Häuschen bei Sonnenschein lesen durfte. Der genaue Inhalt war nicht richtig klar, weil Traum — aber das Schriftbild der Seiten habe ich irgendwie vor Augen und es kamen darin mehrere doppelzeilige gereimte Spottanklagen vor. Die letzte war als eine Art Zwiegespräch mit dem Tod gedacht, den du im Gedicht einen „alten Hodarsch“ nanntest, und ich habe mich den Rest des Traums köstlich über dieses grandiose Schimpfwort amüsiert. Das war einer der schönsten Träume, die ich seit langem hatte. – weheklag

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Leicht gemacht hat er sich’s, was vor diesem Hintergrund niemanden wundern muss, mit seinem „bürgerlichen Drama“ Ecce Civis. Verständlich, aber schade, dass dieses kurze, aber im Live-Betrieb beliebig zu erweiternde Stück so obskur ist und offenbar erst entschieden posthum um 1976 uraufgeführt wurde: Gerade Stellen wie „Das gesamte Tischgerät entwickelt eine lustige Musik“ (erster Akt), „Unter mannigfachen mehr oder minder hörbaren und wichtigen Gesprächen der zu den verschiedenen Requisiten gehörigen Personen vergeht die vorgeschriebene Zeit, bis der Vorhang wiederum fallen kann“ (zweiter Akt) und „Dazwischen spielt sich eine Art von Szene ab“ (dritter Akt) bieten den Darstellenden unschlagbare Möglichkeiten zum Herumbrillieren. Von der Maskenbildnerei ganz zu schweigen.

All das und noch viel mehr findet sich weheklag.wordpress.com

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Und jetzt alle:

——— Harry Rowohlt:

Verronnen die Nacht
und der Morgen erwacht,
rote Flotte mit Volldampf voraus.
Durch Stürme und Tosen
die roten Matrosen,
wir fahren als Vorhut hinaus.

Vorwärts an Geschütze und Gewehre
auf Schiffen, in Fabriken und im Schacht.
Tragt über den Erdball, tragt über die Meere
die Fahne der Arbeitermacht.

Mag der Sturm uns zerzausen,…. weheklag

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Schillers Totenklage über einen Indianer trägt uns zu Gemeinsamkeiten zwischen Schiller und Karl May — und gleich zu einem einschlägigen Kulturwanderweg. Nein, nicht im Oregon-Territorium, im Saarland. Man soll nicht immerzu fragen, warum. Man verpasst genug im Leben über der Frage, warum nicht. Facebook

Der Karl-May-Weg zeigt die schönsten Seiten der Wandergebiete Ruhbachtal und Brennender Berg und verbindet diese miteinander. Es erwartet Sie eine abwechslungsreiche Waldlandschaft, die sogar Karl May als Grundlage für seine abenteuerlichen „Weltreisen“ hätte dienen können.

Karl May war nie hier. Trotzdem ist ihm dieser Wanderweg gewidmet. Denn ihm war es wie keinem sonst gelungen, die Landschaft vor seiner Haustür so in die Fremde zu übertragen, dass sie als Grundlage für unglaubliche, angeblich selbst erlebte Abenteuer benutzt werden konnte.

weheklag.wordpress.com

 

 

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