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Posts Tagged ‘Detlev Kranz’

Hier folgt der Abdruck eines Beitrages aus der Gestaltkritik (Heft 1-1999):

Barry Stevens wurde 1902 in New York geboren und starb 1985 in Meridian, Idaho. Sie führte ein ungewöhnliches, unkonventionelles Leben, das schon vor ihrem Kontakt mit Gestalttherapie durch ein Begreifen der Bedeutung von Bewußtheit für ihr Leben gekennzeichnet war. Leben mit Bewußtheit im Gegensatz zu Leben nach Regeln könnte man als ihr „Lebensthema“ bezeichnen. 

Barry Stevens ist in erfrischender Weise nicht-autoritär und herrschaftskritisch. Sie trägt in ihrer persönlichen Art die rebellische, gesellschaftskritische Grundhaltung der Gestalttherapie weiter, wachsam und höchst sensibel gegenüber jeder Form von Herrschaftsausübung, Überwältigung und Entfremdung des Individuums. Dabei verfällt sie keiner isolierenden Selbst-Genügsamkeit, sondern sie bleibt gesellschaftsfähig und erhält sich ihre Vorstellung von Gemeinschaft und Mitteilen.

1967 begegnete sie zum ersten Mal Fritz Perls und damit der Gestalttherapie. Sie war zu dem Zeitpunkt 65 Jahre alt. Auf Anregung ihres Sohnes John nahm sie an einem Workshop mit Fritz Perls in San Francisco teil. Als Fritz Perls 1969 die USA verließ und sein Projekt des Gestalt Institute of Canada am Lake Cowichan in der Nähe von Vancouver begann, fuhr sie ebenfalls dorthin und begann dort ihre Gestalttherapie-Ausbildung. Ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Überlegungen aus dieser Zeit bildeten die Grundlage für ihr Buch Don’t Push The River.

http://www.gestalt.de/kranz_b_stevens.html

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Gestalttherapie, Bewußtheit und Körper 

Hinweise auf Beiträge und Bücher von Barry Stevens:

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Ich glaube, es ist sinnvoll, einen kritischen Blick auf das zu werfen, was unter dem Oberbegriff ›PSYCHOSOMATIK‹ eine zunehmende Rolle spielt in unseren Vorstellungen und in unserem Umgang mit den Konzepten von Krankheit und Gesundheit und ihrer Konstruktion, und – was weitaus bedeutsamer ist: im Umgang mit uns und anderen als erkrankten Menschen.

Ich glaube, es könnte gerechtfertigt sein, von der Existenz einer ›SCHWARZEN PSYCHOSOMATIK‹ zu sprechen, in Anlehnung an den von Alice Miller Anfang der 1980er Jahre entwickelten Begriff einer „Schwarzen Pädagogik“.

Zeigt die Erforschung der Schwarzen Pädagogik, wie Kinder unter die Machtausübung der Erwachsenen geraten, und wie diese Machtausübung und der Missbrauch der Kinder für die Interessen der Erwachsenen durch die Erwachsenen verschleiert wird, so dass sie gezwungen werden, zu lernen „nichts zu merken“, so könnte man die Schwarze Psychosomatik als das Vorgehen, als die Verfahren und Erklärungsmodelle/-prozesse bezeichnen, die dem Patienten verschleiern, inwieweit er und seine Erkrankung Objekt von Machtausübung durch Ärzte, Therapeuten etc. ist, die diese Macht über ihn ausüben – wobei ein Aspekt darin liegt, dass sie nicht Tatsachen feststellen, sondern Bewertungen und Bedeutungszuschreibungen vornehmen, und diese als Tatsachen ausgeben.

Mir scheint folgendes der Fall zu sein:

Jubelnd stürzen sich seit geraumer Zeit so genannte Psychosomatiker (egal ob psychologische oder medizinische) auf all die Erkrankungen, die nicht oder nicht vollständig schulmedizinisch in ihrer Ursächlichkeit geklärt, und nicht oder nur unzureichend heilbar sind. Und sie füllen die Lücken mit ihren pathologisierenden Phantasien (egal, ob sie sich dabei traditioneller, etablierter Phantasien wie die Psychoanalyse oder neuer, „esoterischer“ Phantasien bzw. Phantastereien bedienen, oder ihre eigene, willkürliche benutzen); – und bürden den geplagten kranken Menschen nun zusätzlich noch das Stigma der psychischen Störung, der psychischen Defizite oder der Fehlentwicklungen auf, und leiten die Auseinandersetzung mit der Erkrankung in neue, zusätzliches Leid schaffende Bahnen.

Und es ist genauso wichtig, über tatsächlich existierende Zusammenhänge, Wechselspiele von Körper, Geist und Seele bescheid zu wissen und diese gründlich und verlässlich zu erforschen, um zu intersubjektiv überprüfbaren, gesicherten Erkenntnissen zu kommen.

 

http://www.gestalt.de/kranz_psychosomatik.html

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