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Posts Tagged ‘DCTP.TV’

Heinrich von Kleist begann seine Laufbahn als Dichter im Zeitalter der Aufklärung. Die Botschaften Immanuel Kants versuchte er nach Frankreich zu bringen. Seine Karriere beendete er als Franzosenhasser. Gleich darauf folgten die Befreiungskriege gegen Napoleon. Dieses Zeitalter von 1807 bis 1815 enthielt eine große Hoffnung für Europa. Diese Hoffnung ging vollständig verloren. Dr. Ulrike Sprenger, Verfasserin des PROUST-ABC, berichtet. dctp.tv

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Friedrich Wilhelm Murnaus geniale Melodramen
Von den 21 Filmen des früh gestorbenen Genies Friedrich Wilhelm Murnau sind nur 12 vollständig erhalten. Von den anderen gibt es nur Vermutungen und Spuren. Die Deutsche Kinemathek und das Filmmuseum Berlin haben das Werk Murnaus, einschließlich der Spuren, in einer großartigen Ausstellung zusammengefasst. Filmliebhaber schätzen vor allem den Horrorfilm NOSFERATU und das in der Südsee gedrehte Filmmelodram TABU. Murnaus Melodramen zeigen die Möglichkeit einer emotional reicheren Fortsetzung der Filmgeschichte, wenn es den Tonfilm nie gegeben hätte. Hans Helmut Prinzler, Leiter des Filmmuseums und Herausgeber einer großen Dokumentation über Murnau, berichtet.

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Evolution der Denkapparate

Vor 280 Millionen Jahren trennten sich die Wege zwischen den Vorfahren der Vögel und denen der Menschen. Immer noch aber zeigen die Gehirne von Raben und Papageien in ihren Strukturen verblüffende Ähnlichkeiten mit denen der Menschen. Spiegelt man diese elementaren Grundzüge der Denkapparate, so gelangt man zu einem besseren Verständnis für beide Arten der Gehirne und erhält interessante Einblicke in die Arbeitsweise der Evolution. Prof. Onur Güntürkün von der Ruhr-Universität Bochum berichtet. – dctp.tv

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GESPRÄCH MIT KENZABURŌ ŌE, NOBELPREISTRÄGER FÜR LITERATUR AUS JAPAN

Als er 1994 aus Stockholm den Anruf erhielt, ob er den Nobelpreis annehme, war sein hirngeschädigter Sohn am Telefon und antwortete: Nein, danke. In dem Buch, an der er gerade schreibt, geht es um einen Sektenführer in Japan (ein Sektenführer war für die U-Bahn-Giftattentate verantwortlich). Er erkannte sich in einem anderen Menschen wieder und es ist nicht sicher, ob die verschiedenen Individualisten, sagt Kenzaburo Ōe, nicht durch unterirdische Flüsse miteinander verbunden sind. Verknüpft ist auch die Realität mit dem Antirealismus des Gefühls. Ich könnte, sagt Ōe, vor Verzweiflung oder vor Lachen sterben. In seiner Erzählung DER STOLZ DER TOTEN (man kann auch übersetzen: „Schamlosigkeit, Üppigkeit, Luxus, Macht der Toten“, die japanischen Schriftzeichen sind vieldeutig) geht es um einen Studenten und eine Studentin, die in der Anatomie Leichen in verschiedene Becken sortieren. Der „groteske Realismus“, für den Ōe ausdrücklich den Nobel-Preis erhielt, kommt zustande, weil Ōe die Risse im Gebälk der Wirklichkeit niemals zukittet. Mao Zedong und Sartre hat Ōe persönlich gekannt. Ein Gespräch von ungewöhnlichem Unterhaltungswert.

https://www.dctp.tv/filme/mann-des-grotesken-realismus?fbclid=IwAR1a2pqCzi5_PEa-Jt34gO_zohHFcbxCcbq_2q0ya3xse7s5wofoRhSSNsM

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Die Entfesselung des Films – Oksana Bulgakowa über Sergej Eisensteins „Wolkenkratzer aus Glas“ und sein KUGELBUCH

Sergej Eisenstein (1898–1948) wird oft der Leonardo da Vinci des 20. Jahrhunderts genannt – der Filmregisseur, der ein brillanter Zeichner, Kostüm- und Bühnenbildner, zugleich Schriftsteller und Theoretiker war. Sein Leben ist fast eine Metapher für das Schicksal eines Künstlers im 20. Jahrhundert – mit allen Wendungen, Verführungen und Konflikten: zwischen dem großbürgerlichen Elternhaus und dem existentiellen Modell eines Avantgardekünstlers; zwischen dem Avantgardisten und dem proletarischen Publikum, in dessen Namen er zu sprechen glaubt und das ihm nicht folgen kann. Als sowjetischer Linker traf er auf die westeuropäische Bohème und die Maschine Hollywood. In Mexiko drehte er einen Film, den man heute indie nennen würde, finanziert von Upton Sinclair und einigen kalifornischen Millionären, die anonym bleiben wollen. dekoder.org

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Flauberts „Lexikon der Gemeinplätze“ ist ein faszinierender Text, der erst nach dem Tode des Dichters veröffentlicht wurde. Es geht um die Reden und Antworten, die in der Pariser Gesellschaft zu Ende des 19. Jahrhunderts als „höflich“ und „intelligent“ und „andockfähig“ betracht werden. Nur scheinbar ist dies eine Sammlung von oberflächlichen Reden. Tatsächlich werden die Reden dem „Prinzip Geselligkeit“ untergeordnet. Hauptsache, man ist zusammen und spricht. Smalltalk im 19. Jahrhundert. „Schwere Rede und Tiefe“ würden diese Art von „fließender Rede“ stören. Flaubert nimmt hier etwas vorweg, was Proust in seinem großen Werk später entfaltet. – dctp.tv

 

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Die Menschen, die in der Zeit der Zwanziger Jahre in Deutschland für die Revolution gekämpft haben, sind heute verschollen. Ihre Begriffe und Ideale, die noch in der studentischen Protestbewegung von 1968 eine Wiederentdeckung erlebten, erscheinen in der politischen Wirklichkeit von 2006 fremd. Hans Magnus Enzensbergers poetische Neugier geht den Lebensläufen dieser verschollenen Menschen nach. Es gehört zu den Möglichkeiten der Dichtkunst, sagt er, diesen Menschen, die im Mahlstrom der Geschichte zerrieben wurden, ein Epitaph zu setzen. Ein neues Projekt von H.M. Enzensberger. – dctp.tv

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Robert Musils großer Roman DER MANN OHNE EIGENSCHAFTEN gilt als ein Jahrhundert-Roman. Wie es die Welt im 20. Jahrhundert mit den Menschen meint und wie ein Mensch darauf reagiert, das ist das Thema. Eine wichtige Rolle in dem Roman spielt der Lustmörder Moosbrugger. Ein wichtiger Begriff ist die phantastische Genauigkeit. Sie ist ein erzählerisches Ideal. Den ganzen Roman aber bestimmt die Frage nach dem radikalen Neuanfang: das Prinzip tabula rasa. Prof. Dr. Joseph Vogl, Bauhaus-Universität Weimar, berichtet.- dctp.tv

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Tilda Swinton ist eine ungewöhnlich unabhängige Filmemacherin, Schauspielerin und Künstlerin. Sie entstammt einer Jahrhunderte alten Offiziersfamilie in Schottland. Neun Jahre arbeitete sie mit dem Filmemacher Derek Jarman zusammen. Von ihm erwarb sie das unabhängige Selbstbewusstsein. In der Physik sind die „freien Radikalen“ die Elixiere des Lebens. So etwas gibt es auch als Temperament im Kino. Wenn es je eine Erneuerung des Films geben wird, dann wird Tilda Swinton mit dabei sein. Vor kurzem erhielt sie den Oscar. Begegnung mit Tilda Swinton.- dctp.tv

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