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Posts Tagged ‘Das tägliche Exil’

Obwohl der Tag sich schön ankündigt, schlägt er immer in Enttäuschung um. Das Grau-in-Grau der Arbeit trübt das Licht. Das Rasseln des Weckers verleiht dem Reigen der Stunden eine militärische Strenge. Man muß losgehen, das Undeutliche der Nacht verlassen, dem Ruf der Pflicht folgen wie dem Pfiff eines unsichtbaren Herren. Die morgendliche Verdrießlichkeit bestimmt den Schauplatz. Die Augen öffnen sich vor dem symmetrischen Labyrinth der Mauern.

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Im Morgengrauen wiederholt sich das Szenario, angereichert mit den Mühen des Vortags. Sind endlich Tag und Nacht durcheinandergebracht, umschließt das Bett einen endgültig besiegten Körper und begräbt in seinem Leichentuch ein Leben, das so oft fast erwacht wäre. Dies nennen sie die „harte Wirklichkeit der Dinge“ oder, mit ergötzlichem Zynismus, die „conditio humana“.

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