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Posts Tagged ‘Dao’

Die Daoisten berichten, dass beim großen Anfang des Nicht-Anfangs Geist und Ding (Stoff) sich im tödlichen Kampfe trafen. Schließlich siegte der Gelbe Kaiser, die Sonne des Himmels, über Kung-kung, Dämon der Finsternis. In seinem Todeskampf stieß der Riese mit seinem Kopf gegen das Sonnengewölbe, und die blaue Jadekuppel barst in tausend Splitter. Die Sterne verloren ihre Heimstatt und der Mond irrte ziellos durch die wilden Gründe der Nacht.
Voll Verzweiflung suchte der Gelbe Kaiser fern und nah nach einem, der den Himmel wieder ausbessern könnte. Er sollte nicht vergeblich suchen. Aus der östlichen See stieg eine Königin, die göttliche Nü-kua, hörnergekrönt und mit einem Drachenschweife, strahlend in ihrem Flammenpanzer. Sie schweißte den fünffarbigen Regenbogen in ihrem großen Zauberkessel zusammen und baute den Himmel Chinas wieder auf. Aber man erzählt weiter, dass Nü-kua vergaß, zwei winzig kleine Risse in dem blauen Himmelszelt auszufüllen. So begann die Zweiheit der Liebe: zwei Seelen, die durch den Raum kreisen und, bis sie sich zusammenfinden, um das Universum zu vervollkommnen, niemals ruhen. Jedermann hat seinen Himmel von Hoffnung und Frieden neu zu bauen

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Tao liegt in der Leere. Die Leere ist das Fasten des Geistes.

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Einführung und Übersetzung von Hermann Bohner

Vorbemerkung „Beim Tee ist es nicht anders: Der Tee ist letztlich ein Werkzeug (dōgu), den WEG (Tao) zu üben.“

Das vorliegende Buch ist betitelt mit Zen-Worte im Tee-Raume. Das mag für diejeni­gen, die mit der Teezeremonie nicht allzu vertraut sind, erkärungsbedürftig sein. Die ‚Zen-Worte‘ Bohners beziehen sich auf die Schriftrolle mit Kalligraphie, die im Tee­raum in der dafür vorgesehen Nische (床の間, Tokonoma) aufgehängt sind, und die vom Tee-Meister (cha’jin) der Jahreszeit und dem Anlaß gemäß gewählt und gewech­selt wird. Diese „Zen-Worte“ sind natürlich auch immer Kōans und haben einen medi­tativen (Zen-)Hintergrund. Dies insbesonders, da Stille bei der Teezeremonie oberstes Gebot ist. Bohner hat mit seinem Ausdruck „Zen-Worte“ die Doppeldeutigkeit perfekt beschrieben. Der japanische Titel des Originals liesse sich auch viel nüchterner mit „Die Schriftrollen im Teeraum – Bedeutung der Zen-Terminologie“ wiedergeben.

Her­mann Bohner war, etwas zum Leidwesen seiner Frau, ein Liebhaber und Sammler von kakemono (掛物). Wie aus dem einleitenden Zitat erkennbar, handelt es sich bei diesem Buch um ein Werk, daß mehr mit Zen als mit der Bereitung von Tee befaßt ist. – archive.org

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Das Leben des Menschen ist schnell vorüber wie der Schein eines weissen Rosses, der durch eine Spalte fällt; im Augenblick ist es vergangen. Schäumend und wild treten sie alle ins Leben ein; sachte und glatt gehen sie alle wieder hinaus. Sie machen eine Verwandlung durch und werden geboren; eine weitere Verwandlung, und sie sterben. Die lebenden Geschöpfe empfinden darüber Trauer, die Geschlechter der Menschen führen darüber Klage, und doch lösen sich nur die Schranken der Natur und fallen ab die Hüllen der Natur. Verwirrt und geblendet fährt die Seele dahin und der Leib zerfällt. Das ist die grosse Heimkehr. Dass das Sichtbare aus dem Unsichtbaren kommt und wieder zurückkehrt zum Unsichtbaren: ist das etwas, das alle Menschen wissen? Aber es macht dem, der im Begriff ist, das Ziel zu erreichen, keine Sorgen. Es hat keinen Wert, deutlich sehen zu wollen; darum ist besser als Beweisen das Schweigen. Den SINN  kann man nicht vernehmen. Darum ist besser als Horchen die Ohren zu schliessen. Das ist das grosse Erreichen.

https://www.nootheater.de/menu.html

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Tao/Dao

„Der Osten basiert sein Denken und seine Bewertung der Tatsachen auf einem anderen Prinzip. Wir kennen nicht einmal ein Wort für dieses Prinzip. Der Osten hat natürlich ein Wort für dieses Prinzip, aber wir verstehen es nicht. Das östliche Wort ist Tao. Mein Freund McDougall hat einen chinesischen Studenten, und den fragte er einmal: «Was genau verstehen Sie unter Tao?» Typisch westlich! Der Chinese erklärte, was Tao ist, und er antwortete: «Ich verstehe immer noch nicht.» Da ging der Chinese auf den Balkon und sagte: «Was sehen Sie?» «Ich sehe eine Straße und Häuser und spazieren gehende Leute und vorüber fahrende Trams.» «Was noch?» «Bäume.» «Was noch?» «Der Wind weht.» Der Chinese warf seine Arme hoch und sagte: «Das ist Tao.»

C.G. Jung: Über Grundlagen der analytischen Psychologie, Die Tavistock Lectures 1935

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Tao ist wie ein Fluß, und wir gleichen Booten auf dem Fluß. Wer sagt, daß der Weg des Tao ein Sichaufgeben bedeutet, befindet sich im Irrtum. Das würde bedeuten, daß wir das Boot einfach treiben lassen: Früher oder später wird es auf die Felsen aufprallen. Diejenigen, die sich vorstellen, daß sie von allen Umständen unabhängig sind, gleichen Bootsleuten, die gegen einen treibenden Fluß stromaufwärts anzurudern versuchen: Sie werden alle ihre Energien verausgaben. Die dem Tao auf richtige Weise folgen, gleichen Bootsleuten, die mit dem Strom schwimmen, aber doch so handeln, daß sie dorthin reisen, wohin sie wollen –

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Die Auswirkung von Tao, oder das Selbst, das reine yang der Schöpferkraft des Mikromakrokosmos, wird auch bezeichnet als Licht oder Reines Licht; es ist das Licht eines Bewusstseins auf höherer Ebene, das erreicht wird durch die Innenschau.

(Zum Lichtkreislauf) bedarf es ausschließlich des Ohren-Lichtes. Es gibt ein Augen-Licht und ein Ohren-Licht. Das Augen-Licht ist die Vereinigung des Lichtes von Sonne und Mond. Das Ohren-Licht ist der Schnittpunkt der Strahlen des inneren Mondes und der inneren Sonne im Samenkorn. Das Samenkorn ist also der Ort, wo das Licht sich sammelt und vereinigt. Das innere und das äußere Licht haben denselben Ursprung, aber verschiedene Namen. So ist denn Verstand und Weisheit (Verstehen durch das Ohr) und Klarheit und Einsicht (Erhellung durchs Auge) ein und dasselbe wunderbare Licht. (86)

(Die Erfahrung der Goldenen Blüte. Basistext taoistischer Meditation aus dem China des 12. Jahrhunderts. – O.W. Barth Verlag 1984) Von Mokusen Myuki (86)

 

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Doch ebenso wenig wie wu ein absolutes Nichts bezeichnet, wird mit wu wei ein Ideal des absoluten Nichtstuns, der absoluten Aktionslosigkeit ausgedrückt. Im Gegenteil, wu wei entspricht einer im höchsten Grade wirkkräftigen Haltung, aus der jede Wirkung möglich ist.

Wer sich dem Studium widmet, wächst jeden Tag (hinsichtlich seiner Anstrengungen, seiner Ansprüche). Wer sich dem Dao widmet, nimmt jeden Tag ab (hinsichtlich seiner Aktivitäten, seiner Begierden). Indem er von Stufe zu Stufe abnimmt, gelangt er zum wu wei, zum „Nicht (mehr) Handeln“. Indem er nicht mehr handelt, gibt es nichts, das er nicht bewirkt. (Kapitel 48 – Laotse)

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