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Posts Tagged ‘Cyril Connolly’

Palinurus: Die Natur wird aus unserer Zivilisation verbannt, die Jahreszeiten verlieren ihren Rhythmus, die Früchte der Erde ihren Geschmack, die Tiere, Miterben unseres Planeten, werden mutwillig ausgerottet, der Gott in uns wird geleugnet wie der Gott über uns. Weisheit und innere Harmonie werden Schätze, die man verstecken muss, und das Glück ist eine vergessene Kunst. – Das Ruhelose Grab, 161/162

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„Ich habe nie einen Mann mit einer solchen schöpferischen Ruhe erlebt. Sie strahlte von ihm ab wie von der Sonne. Er hatte das Gesicht eines Mannes, der über Tag und Nacht Bescheid weiß, über Himmel, Meer und Lüfte. Er redete nicht über diese Dinge. Dafür hatte er keine Sprache …“

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Palinurus

Drei oder vier Menschen, die ich geliebt habe, scheinen sich ganz entschieden von allen anderen abzusetzen: engelhafte, alterslose Wesen, lebendiger als die Lebenden, für immer konserviert in ihrem alles verschlingenden Mythos.

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Das höchste Gut„, schrieb Spinoza, “ ist das Wissen um das Einssein des Geistes mit der ganzen Natur„, und diejenigen, die dorthin gelangt sind … wollen nichts anderes. Aber wir leben in einer Zivilisation, in das nur wenigen vergönnt ist…

Während sich die anderen noch balgen und umherstoßen, entdecken sie in aller Stille den Schlüssel, wissen, dass sie am Ziel sind, und lehnen sich entspannt zurück.

Die anderen hingegen verbannen die Natur aus unserer Zivilisation. Darum verlieren die Jahreszeiten ihren Rhythmus, die Früchte der Erde ihren Geschmack, die Tiere, Miterben unseres Planeten werden mutwillig ausgerottet, der Gott in uns wird geleugnet wie der Gott über uns.

Cyril Conolly – Palinurus Das ruhelose Grab – Suhrkamp

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Durch das Gesetz des abnehmenden Ertrages verwirkt unser unseliges Jahrhundert* die Chance auf Glück, und weil es dem Glück nichts abgewinnt, versinkt unsere Welt im Chaos.

Warum? Weil das Glück … in Mäßigung und Selbsterkenntnis besteht, und diese Tugenden sind dem heutigen Normalmenschen nicht mehr zugänglich, denn der ist auf Gewaltaffekte aus und kann nicht mehr zwischen Lust und Schmerz unterscheiden.

*Und um wie viel mehr wird das auf unser Jahrhundert zutreffen!

Cyril Connolly: Palinurus – Das ruhelose Grab – Suhrkamp 2006

 

 

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„Wenn wir älter werden, stellen wir fest, daß die einstigen Neigungen oder Interessen, die wir verfolgten und dann über Bord warfen, in Wirklichkeit Triebe oder Leidenschaften waren, die über uns hinwegschwappten wie eine Welle und dann weiterzogen, und wir begreifen  schließlich, daß unser Leben nicht mehr Kontinuität besitzt als ein Felstümpel, der sich bei Flut mit Schaum und Schwemmgut füllt und wieder leert. Nichts bleibt vom Ich als das Sediment, das diese Überflutung hinterläßt; graue Ambra, nur denen kostbar, die ihren Nutzen kennen.

„Schon wieder ausgetrocknet?“ sagte die Krabbe zum Felstümpel. „Das wärst du auch“, erwiderte der Felstümpel, “ wenn du zweimal täglich das unersättliche Meer speisen müßtest“. – (Palinurus von Cyril Connolly)

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