Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Behemoth’

Von Holger Pauler

Das Misstrauen gegen weite Teile der deutschen Bevölkerung sollte er bis zu seinem Tod im September 1954 nicht mehr ablegen. Hierin vermuten die Herausgeber der Neuauflage die Gründe, weshalb Neumann nach dem Krieg nicht darauf drängte, den »Behemoth« in der Sprache der Täter zu veröffentlichen.

Besonders … die radikale wie provozierende These, dass die Verbrechen der totalitären NS-Diktatur das Resultat eines Prozesses waren, an dem die ganze deutsche Gesellschaft mitgewirkt hat, gehören zu den bleibenden Einsichten des »Behemoth«. Eine Erkenntnis, die auch den Chefankläger im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess, Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, zu der Aussage veranlasste: »Wenn ich mein Büro verlasse, befinde ich mich im feindlichen Ausland

Kurz vor seinem Tod schreibt Neumann in einem Brief: »Vielleicht ist es ein Schuldgefühl, das ganz tief sitzt: Wie oft habe ich mir nach 1933 die Frage vorgelegt, wo meine Verantwortlichkeit für den Nationalsozialismus eigentlich steckt (…) Ich habe ja mit eigenen Augen gesehen, wie verlogen die SPD in den Monaten Juli 1932 bis Mai 1933 war (und nicht nur damals), und habe nichts gesagt. Wie feige die Gewerkschaftsbosse waren – und ich habe ihnen weiter gedient. Wie verlogen die Intellektuellen waren – und ich habe geschwiegen.« – jungle.world

Read Full Post »