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Posts Tagged ‘Basho’

„Diesen Weg
geht niemand
an diesem Herbstabend“.

Das Haiku bedeutet soviel wie: „Es gibt nur einen Weg“. – „Kokon Muni No Michi“.

Die wörtliche Übersetzung von Kokon bedeutet „Vergangenheit und Gegenwart“, was soviel besagt wie:

„vom anfangslosen Anfang bis zum endlosen Ende“.

Muni No Michi bedeutet einen Weg, nicht zwei oder drei Wege. Dieses Dharma (oder diese Lehre) ist der einzige Weg der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und diesen Weg beschreibt Basho im obigen Haiku. 

(Ich kann mich nur halbwegs an den dazu gehörigen Kommentar erinnern. Zum einen ging es darum, daß niemand diesen Weg beschreitet; es ist ein ganz und gar unbekannter Weg. Was ja im Haiku zu lesen ist. Die Menschen pflegen ihr Leben dazwischen, nebenbei oder am Rande der Zeit zu verbringen.

Basho im Gegenteil spricht vom immerwährenden Jetzt. Es gibt immer dieses eine Jetzt! Jetzt! Jetzt; schon vergangen, schon Vergangenheit. Immer nur dieser eine Moment! Jetzt! Über die Zukunft braucht man gar kein großes Gewese zu machen!)

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Basho

Come, see
real flowers
of this painful world.

Komm und siehe

die echten Blumen

dieser schmerzhaften Welt.

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Das Lebensideal des chinesischen Daoismus war Basho auch nicht fremd, besonders vertraut war ihm Dschuang Dsi, den er oft zitiert. Der wichtigste Terminus für dieses Ideal ist die Überschrift des 1 Kap. seines Hauptwerkes „Nan-hua-chen-ch`ing“ (3-4 Jh. v. Chr.) und bedeutet wörtlich etwa „in aller Muße umherwandeln“, womit ein von sich aus nicht bestimmbares, aber heiteres Umherstreifen, ein unbefangenes Durchs-Leben-Schreiten gemeint ist. Entgegen all zu abstrakten englischen Übersetzungen … definiert Richard Wilhelm: Ideale Haltung „eines Menschen, der sich frei macht von allem Irdischen und in dieser Freiheit die große Ruhe gefunden hat jenseits des Schicksals in seliger Muße“.

Basho > Aus schmalen Pfaden durchs Hinterland. Diederich 1985. Oku no hosomichi

Richard Wilhelm > Das wahre Buch vom südlichen Blütenland. Diederichs Gelbe Reihe. 1984

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Für den Frühling ist

alles schon bereit –

der Mond

Und der Pflaumenbaum!

(Die Pflaumenblüte blüht unterm Schnee. Symbol der Zuversicht und der Hoffnung).

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Frühjahr

Schau, im Frühlingswind
schmaucht sein Pfeifchen stillvergnügt
der Herr Fährmann hier!

Basho

Es gibt da jemanden, einen Freund, dem ist der Winter ein Gräuel. Ganz schrecklich. Denn der Winter ist kalt, ungemütlich, fast ruppig ohne jedes Licht. Wenn aber der Frühling naht, dann lebt er wieder auf, da erwachen in ihm die Lebensgeister, die Lebensenergien des Qi.

Der Gesunde fühlt sich wohl, macht Pläne; geht nach draußen. Der Nicht-Gesunde sollte es ihm nachmachen, denn Bewegung ist alles! Auf der Körperebene bezieht sich der Frühling auf die Verbindungen, die den Körper zusammenhalten, die Gelenke, Bänder und Sehnen.

Der Frühling gehört zur Wandlungsphase Holz. Die Pflanzen beginnen zu wachsen, durchstoßen den Erdboden, in dem sie als Samen überwinterten. Die Säfte beginnen zu steigen, der Wind bewegt sich über den Boden und räumt auf, was der Winter bedeckte. Der Frühling bringt dem Menschen die Energie und befreit, was im Winter eingesperrt und verborgen war.

„Ist er Koch oder Arzt“? fragt ein chinesisches Sprichwort, denn Gesundheit beginnt im Kochtopf!

In der Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Frühling die beste Jahreszeit, um den Körper vom schweren Essen des Winters zu reinigen, das viele Schlacken verursachte, aber auch von Emotionen wie Ungeduld, Zorn, Frustrationen.

Die dem Frühling entsprechenden Organe sind Leber und Gallenblase. Wie in der modernen westlichen Medizin unterstützen sie die Verdauung, zudem trägt die Leber zur Reinigung des Blutes bei. Zudem spielt die Leber in der TCM eine große Rolle bei emotionalen Störungen.

Der Speiseplan im Frühling sollte der leichteste im ganzen Jahr sein. Mit jungem, frischen Gemüse. Salziges Essen oder schweres Fleisch, sollte vermieden werden, da dieses die Leber stauen könnte. Süßliche Nahrungsmittel wie Karotten, Fenchel, Spargel, Kartoffeln und leicht scharfe Nahrungsmittel wie Kresse und Radieschen sollten genossen werden, um in sich selbst einen Frühling zu kreieren. Kräuter wie Basilikum, Fenchel, Majoran, Rosmarin, oder Kardamom.

Der Frühling bietet sich auch für eine Entschlackungskur an, um mit frischer Kraft wieder einen neuen Jahreszyklus zu beginnen. Die TCM arbeitet gern mit Getreidekuren und begleitenden Kräutertees, die Leber und Gallenblase reinigen, (Hirse, brauner Rundkornreis). Eine „kleine Entschlackungskur“ bestünde bereits darin, alle behandelten, energiearmen Nahrungsmittel wie Zucker, weißes Mehl etc., wegzulassen.

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Michinobe no

shimizu nagaruru

yanagi kana

shihabshi tote koso

tachidomaritsure

Wo am Wegrand ein Bach

fließt mit glasklarem Wasser

und eine Weide steht,

da würde ich gerne  noch bleiben:

„Ach, nur ein Weilchen!“

(Aus dem 3. Band des Shinkokinshu, Gedicht Nr.262):

Basho: Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland

Dieterich`sche Verlagsbuchhandlung Mainz 2007

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Hänge nur getrost

deines Herzens Ungestüm

an den Weidenbaum

Basho

Der Weidenbaum gilt als Symbol der Nachgiebigkeit und Geduld.

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