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Posts Tagged ‘Basho’

Diesen Weg
geht niemand
an diesem Herbstabend“.

Das Haiku bedeutet soviel wie: „Es gibt nur einen Weg“. – „Kokon Muni No Michi“.

Die wörtliche Übersetzung von Kokon bedeutet „Vergangenheit und Gegenwart“, was soviel besagt wie:

„vom anfangslosen Anfang bis zum endlosen Ende“.

Muni No Michi bedeutet einen Weg, nicht zwei oder drei Wege. Dieses Dharma – (diese Lehre) unvergleichlich tiefgründig und äußerst subtil – ist der einzige Weg der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und diesen Weg beschreibt Basho im obigen Haiku.

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Das Lebensideal des chinesischen Daoismus war Basho auch nicht fremd, besonders vertraut war ihm Dschuang Dsi, den er oft zitiert. Der wichtigste Terminus für dieses Ideal ist die Überschrift des 1 Kap. seines Hauptwerkes „Nan-hua-chen-ch`ing“ (3-4 Jh. v. Chr.) und bedeutet wörtlich etwa „in aller Muße umherwandeln“, womit ein von sich aus nicht bestimmbares, aber heiteres Umherstreifen, ein unbefangenes Durchs-Leben-Schreiten gemeint ist. Entgegen all zu abstrakten englischen Übersetzungen … definiert Richard Wilhelm: Ideale Haltung „eines Menschen, der sich frei macht von allem Irdischen und in dieser Freiheit die große Ruhe gefunden hat jenseits des Schicksals in seliger Muße“.

Basho > Aus schmalen Pfaden durchs Hinterland. Diederich 1985. Oku no hosomichi

Richard Wilhelm > Das wahre Buch vom südlichen Blütenland. Diederichs Gelbe Reihe. 1984

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Für den Frühling ist

alles schon bereit –

der Mond

Und der Pflaumenbaum!

(Die Pflaumenblüte blüht unterm Schnee. Symbol der Zuversicht und der Hoffnung).

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Frühjahr

Schau, im Frühlingswind
schmaucht sein Pfeifchen stillvergnügt
der Herr Fährmann hier!

Basho

Es gibt da jemanden, einen Freund, dem ist der Winter ein Gräuel. Ganz schrecklich. Denn der Winter ist kalt, ungemütlich, fast ruppig ohne jedes Licht. Wenn aber der Frühling naht, dann lebt er wieder auf, da erwachen in ihm die Lebensgeister, die Lebensenergien des Qi.

Der Gesunde fühlt sich wohl, macht Pläne; geht nach draußen. Der Nicht-Gesunde sollte es ihm nachmachen, denn Bewegung ist alles! Auf der Körperebene bezieht sich der Frühling auf die Verbindungen, die den Körper zusammenhalten, die Gelenke, Bänder und Sehnen.

Der Frühling gehört zur Wandlungsphase Holz. Die Pflanzen beginnen zu wachsen, durchstoßen den Erdboden, in dem sie als Samen überwinterten. Die Säfte beginnen zu steigen, der Wind bewegt sich über den Boden und räumt auf, was der Winter bedeckte. Der Frühling bringt dem Menschen die Energie und befreit, was im Winter eingesperrt und verborgen war.

„Ist er Koch oder Arzt“? fragt ein chinesisches Sprichwort, denn Gesundheit beginnt im Kochtopf!

In der Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Frühling die beste Jahreszeit, um den Körper vom schweren Essen des Winters zu reinigen, das viele Schlacken verursachte, aber auch von Emotionen wie Ungeduld, Zorn, Frustrationen.

Die dem Frühling entsprechenden Organe sind Leber und Gallenblase. Wie in der modernen westlichen Medizin unterstützen sie die Verdauung, zudem trägt die Leber zur Reinigung des Blutes bei. Zudem spielt die Leber in der TCM eine große Rolle bei emotionalen Störungen.

Der Speiseplan im Frühling sollte der leichteste im ganzen Jahr sein. Mit jungem, frischen Gemüse. Salziges Essen oder schweres Fleisch, sollte vermieden werden, da dieses die Leber stauen könnte. Süßliche Nahrungsmittel wie Karotten, Fenchel, Spargel, Kartoffeln und leicht scharfe Nahrungsmittel wie Kresse und Radieschen sollten genossen werden, um in sich selbst einen Frühling zu kreieren. Kräuter wie Basilikum, Fenchel, Majoran, Rosmarin, oder Kardamom.

Der Frühling bietet sich auch für eine Entschlackungskur an, um mit frischer Kraft wieder einen neuen Jahreszyklus zu beginnen. Die TCM arbeitet gern mit Getreidekuren und begleitenden Kräutertees, die Leber und Gallenblase reinigen, (Hirse, brauner Rundkornreis). Eine „kleine Entschlackungskur“ bestünde bereits darin, alle behandelten, energiearmen Nahrungsmittel wie Zucker, weißes Mehl etc., wegzulassen.

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Michinobe no

shimizu nagaruru

yanagi kana

shihabshi tote koso

tachidomaritsure

Wo am Wegrand ein Bach

fließt mit glasklarem Wasser

und eine Weide steht,

da würde ich gerne  noch bleiben:

„Ach, nur ein Weilchen!“

(Aus dem 3. Band des Shinkokinshu, Gedicht Nr.262):

Basho: Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland

Dieterich`sche Verlagsbuchhandlung Mainz 2007

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Hänge nur getrost

deines Herzens Ungestüm

an den Weidenbaum

Basho

Der Weidenbaum gilt als Symbol der Nachgiebigkeit und Geduld.

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Basho

Alter Teich in Ruh –

Fröschlein hüpft vom Ufersaum.

Und das Wasser tönt.

Einer von Bashos bekanntesten Versen. Der hintergründige Sinn ist der, daß der Mensch mit all seiner Geschäftigkeit nur eine kurze Unterbrechung in die Ruhe der ewigen Zeitlosigkeit bringt.

Japanische Jahreszeiten übertragen von Gerolf Coudenhove im Manesse Verlag Zürich

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Basho

Öde Winterszeit!

Eine Farbe hat die Welt,

einen Ton der Sturm.

Corvey 055

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Basho

„Sonne und Mond, Tage und Monate verweilen nur kurz als Gäste ewiger Zeiten, und so ist es mit den Jahren auch: sie gehen und kommen, sind stets auf Reisen. Nicht anders geht es den Menschen, die ihr ganzes Leben auf Booten dahinschaukeln lassen, oder jenen, die mit ihrem am Zügel geführten Pferden dem Alter entgegenziehen: täglich unterwegs, machen sie das Reisen zu ihrem ständigen Aufenthalt“.

Die alte buddhistische Trauer über die Vergänglichkeit zieht sich als Thema durch das gesamte Reisetagebuch. Als er seine Freunde zurücklässt und die Fähre besteigt, um endgültig alles zurückzulassen, scheint er geradezu von der Trauer überwältigt zu werden. „Meine Kehle schnürte sich zu, als ich plötzlich an die bevorstehenden 3000 Meilen denken musste. Ich stand an der Wegkreuzung der Traum-Illusionen und vergoss Tränen des Abschieds“:

Yaku haru ya
tori nakiuo no
me wa namida

Der Frühling scheidet:
Die Vögel weinen – selbst den Fischen
kommen die Tränen.

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