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Posts Tagged ‘Alexander Kluge’

Alexander Kluge im Gespräch mit Wolfram Eilenberger · 16.01.2022

Respekt vor der Einzelheit und dem Besonderen: Alexander Kluges „Buch der Kommentare“ ist keine lineare Erzählung, sondern bohrt in die Tiefe der Geistesgeschichte und seiner eigenen Erfahrungen. „Manchmal muss man einfach graben“, sagt er.

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(-) Die Kamera verfügt über ein sogenanntes „optisches Unbewusstes“. Das ist ein Ausdruck von Walter Benjamin. Die Kamera nimmt etwas auf, was gegen den Gewohnheitsblick geht. Wir sind erstaunt, was wir sehen. Die Kamera hat sozusagen unsere Aufmerksamkeitsstruktur unterlaufen. Das ist die eine Seite.

Die zweite Seite ist, dass gewissermaßen ein Film an der Montagestelle ein drittes Bild erzeugt. Sie sehen etwas, das beeindruckt, und während noch der Eindruck läuft, entsteht ein anderes Bild. Dieses ist kontrastiv. In der Lücke, wo nichts ist, wo sozusagen nur der Widerspruch zwischen zwei Einstellungen existiert, da entsteht in der Vorstellung des Zuschauers ein drittes Bild. Das nennt man Epiphanie. Diese Epiphanie ist die Grundform des Ahnungsvermögens. Jeder Esoteriker weiß, dass die Epiphanie erlaubt, durch die Dinge hindurch sehen zu können. Das ist das, was der weise Mann tut, was er kann. Was übrigens jedermann kann. Kinder können es besonders gut. Kinder unter drei Jahren, nach Steiner, haben ein natürliches Verhältnis zur Epiphanie, zum Ahnungsvermögen. Die Poeten reaktivieren als Erwachsene diesen Blick. – allover-magazin.com

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Für Kluge gibt es kein Müssen: Wieder und wieder wird eine letztlich poetische Kraft beschworen, die der „Geisterwelt der objektiven Tatsachen“ etwas Uraltes, etwas zutiefst Menschliches entgegenzusetzen hat, eine Widerständigkeit des Erzählens – die uns temporär Schutz bieten kann vor den Algorithmen, mit denen Silicon Valley uns zu sehen und erkennen meint. Wir ahnen mit Kluge die insektenkalte KI dort draußen hinter dem Bildschirm, und schmutzen und rotzen und furzen und husten, was unsere Zellen hergeben, die eben nicht von elektrischen Schafen träumen, sondern von einer 37° warmen Urmeersuppe. Wir vertrauen mit ihm auf die Milliarden Jahre, die es gedauert hat, bis wir wurden, was wir sind, auf die Erfahrung unserer Körperzellen und unserer Seelen; wir halluzinieren Engel und mikroskopische Astronauten. Wir sehen Schnee brennen und Feuer gefrieren.

Bayern 2

Karl Bruckmaier (Hg.) Auf dem Dach der Welt: Frei nach Alexander Kluge: hier

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Der Radiohörer hat mir dies nahegelegt –

Der Freitag: Alexander Kluge „Das Jahr 1990 freilegen“ ist ein gewaltiges Buch….(Michael Pilz, Die literarische Welt)!!!

„Mut des Erkennens“ Interview Alexander Kluge erzählt vom Jahr 1990. Er rät, dem Verstand zu vertrauen, den Ohren und dem Witz. Von Mladen Gladić, Barbara Schweizerhof 

… Ich bin gerade seit Wochen mit dem lesen dieses Monsters in Buchform beschäftigt. Es ist eine unglaubliche Ansammlung von Fotos, original Werbung aus dieser Zeit, Reden, der runde Tisch… Eine Zeitreise die gerade jetzt so wichtig ist!©radiohoerer …

In einer Buchhandlung nahe der Berliner Museumsinsel stellen der Verleger des Leipziger Spector-Verlags, Jan Wenzel, und der Autor und Filmemacher Alexander Kluge das von Wenzel herausgegebene Buch 1990 freilegen vor. Der großformatige Band ist eine ausufernde Materialiensammlung, die aus mannigfaltiger Perspektive vom Jahr nach der Grenzöffnung im November 1989 erzählt. Alexander Kluge hat 32 neue Geschichten beigetragen.

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Ein fremdes Lebewesen klopft an unsere Tür 

Ein fremdes Lebewesen klopft an unsere Tür

Materialien & Texte aus den sieben Körben. Von Alexander Kluge

Im Februar und März 1943 war Adolf Hitler SCHWARZSEHERISCH. In Casablanca waren die Amerikaner gelandet und auf dem Vormarsch. Die im Herbst von ihm ersehnte Atempause für eine Erholung der Nerven war ihm durch Stalingrad abhandengekommen. Hoffnung hatte er nicht.

Das war die Stunde, in der Mikroorganismen sein Hirn attackierten. Von Stirn bis Ohr wie taub. Hohes, ja, tageweise lebensgefährliches Fieber. Die Viren erahnen die Schwäche oder Melancholie des Wirtskörpers und greifen an. Der Führer-Begleitchirurg verordnete eine komplizierte Therapie. Auf die Idee Wadenwickel zu legen kam keiner.

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PRIMETIME VOM 31.10.2004 – Von weit außerhalb kommend, schlug ein Himmelskörper in den Planeten Mars ein. Der Brocken sprang anschließend hinauf zum Marsmond Phobos. Von dessen Oberfläche schlug nur 50 Millionen Jahre später ein anderer Himmelskörper das Stück heraus und es fiel nach langer Irrfahrt auf einen Militärstützpunkt Russlands im Jemen. Von dort gelangte es in das Laboratorium von Dr. Andrej Iwanow, Meteoritenspezialist und Astronom an der Akademie der Wissenschaften in Moskau. Ein Drittel seines Lebens forschte Iwanow an diesem Objekt. Es ist seltener und wertvoller als der größte Diamant in der Krone der britischen Königin und gibt intime Auskunft sowohl über die Anfänge des Planetensystems wie über die Wechselwirkung des Mars mit seinen Monden. Dr. Andrej Iwanow berichtet. – dctp.tv

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Renee Goddard über ihren Vater, den legendären Sozialisten Werner Scholem
Werner Scholem, Bruder des Kabbala-Forschers Gershom Scholem, profilierter Politiker der extremen Linken in der Weimarer Republik: ein unverwechselbarer Mann. Er wurde in Buchenwald ermordet. Seine Tochter Renee Goddard, die selbst auf ein abenteuerliches Leben zurücksieht, berichtet. – dctp.tv

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Unsere menschlichen Sinne sind nicht auf die Quantenwelt geeicht. Ebenso wenig wie auf das Durchwandern der Milchstraßen. Trotzdem schwimmt alles Leben in einem Meer von Elementarteilen und Quanten, die sich ganz anders verhalten als wir meinen.
Eine der interessantesten Fragestellungen im Verhalten der Quanten ist die sogenannte „spukhafte Fernwirkung“. Kommen zwei Photonen aus der gleichen Quelle, so bewirkt eine Beeinflussung des einen Geschwisters eine sofortige Reaktion des anderen, wie weit sie auch voneinander entfernt sein mögen. Zu diesem Paradoxon, das die Forscher Albert Einstein und Nathan Rosen zur Widerlegung dieser „spukhaften Fernwirkung“ aufgestellt hatten, das aber das Phänomen bestätigte, haben jetzt Münchner Quantenphysiker eine aufsehenerregende weitere Bestätigung geliefert. –

Neu im Catch-up Service: Jenseits unserer Sinne

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Einen besonders starken Eindruck hinterlässt ein Bild von Thomas Demand, das blühende Kirschbäume auf einem Hinterhof zeigt. Der Betrachter glaubt, man sei in Japan zur Zeit der Kirschblüte. Tatsächlich handelt es sich um einen Hauseingang, den soeben die Frau des Mörders verließ, der während des Marathons in Boston das legendäre Massaker auslöste.

Thomas Demands Werke sind künstlerlisch hochwirksame Gegenbilder zur bloß äußerlichen Aktualität.

https://www.dctp.tv/filme/gegenbilder-10vor11-07082017?thema=erloest-die-tatsachen

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