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Posts Tagged ‘agoradio.de’

Die HFBK trauert um einen langjährigen und hochgeschätzten Professor, Philosophen und Freund. Hans-Joachim Lenger hat von Beginn seiner Tätigkeit an der Hochschule im Jahr 1983, den philosophischen Diskurs über das, was Kunst ist, sein kann und soll, mit Nachdruck vorangetrieben und von einem kritischen, politischen Standpunkt aus reflektiert.

So hat er in den 1990er Jahren als verantwortlicher Redakteur der „Spuren. Zeitschrift für Kunst und Gesellschaft“ wichtige Akzente über die Hochschule hinaus getragen. Er hat den Promotionsstudiengang maßgeblich mitentwickelt und schließlich das Graduiertenkolleg „Ästhetiken des Virtuellen“ konzipiert und geleitet. Folgerichtig hat er sich auch in die Hochschulpolitik eingebracht, an der Profilierung der Hochschule mitgewirkt und sich regelmäßig publizistisch mit Beiträgen in verschiedenen Medien u.a. im Hochschulmagazin Lerchenfeld oder im von ihm mitbegründeten agoradio zu Wort gemeldet.

Sein Tod ist ein großer Verlust für Kolleg*innen, Promovend*innen und Studierende.

Wahrscheinlich die letzte aufgezeichnete Sendung mit ihm und hoffentlich nicht die letzte des agoradio: Zur Wahrheit der Kunst
Sendung vom Februar 2019 – http://agoradio.de/index.html

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Als sich die Novemberrevolution in den vergangenen Wochen zum hundertsten Mal jährte, rechnete es sich vor allem die Sozialdemokratie hoch an, die parlamentarische Republik nach einem Aufstand ausgerufen zu haben, den sie mit Waffengewalt und gemeinsam mit dem preußischen Militarismus blutig niederschlug. Und nicht von ungefähr sah man die soldatischen Männer, mit denen sie dabei paktierte, später in den Uniformen von SA und SS wieder, während die Techniken der Täuschung, mit denen sie vorging, als Blaupause sozialdemokratischer Politik bis heute dienen sollten. Revolution und Konterrevolution in Deutschland also: Am 8. November fand an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg ein eintägiges Symposion zur deutschen Novemberrevolution statt, aus dessen Vorträgen wir längere Auszüge senden.

http://agoradio.de/-sendungen/2018-12/24-12-2018.html?fbclid=IwAR1vo4PRXeLBLbJJ8g1aNdDmzLhdQq0TZVn6_oGpUTztTXccLpYAM76frow

Rosa Luxemburg heute – Manuskripte zum Download: Ordnung herrscht in Berlin? 

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Über die Jahre 1967 und 1968 kommen die Kommentatoren nicht hinweg. Dies umso weniger, wenn sich dieses „magische Datum“ zum 50. Mal jährt und dazu einlädt, die Maschinerien medialen Recyclings erneut anzuwerfen. Dann werden die überlebenden Zeitzeugen von einst wieder vor die Mikrofone und Kameras gezerrt, um die Rätsel des Exzesses von einst endlich zu lösen. Einige Ex-Kommunarden und Archivare leben im übrigen nicht schlecht davon. Denn dieses verdammte Jahr will einfach nicht enden. Immer neu wird über die „Verdienste“ und das „Versagen“ der „’68er“ gerichtet, werden ihre maßlosen Übertreibungen oder „blinden Flecken“ diagnostiziert, um die Akten endlich schließen zu können. Doch wer schwingt sich da eigentlich zum Richter auf? Und worüber wird gestritten? Das „Versagen“ der einstigen Rebellen schließlich bedarf keines Disputs. Eine Revolution blieb leider aus. Und was vom Aufstand blieb, konnte reibungslos in die Moden und Marotten des Betriebs überführt werden. Doch wenn sich dieses „1968“ zu einem Bild nicht runden will, dann deshalb, weil es Indiz eines Übergangs, eines Abschieds, eines Zerfalls, einer Auflösung, einer „Dekonstruktion“ war, die seither nicht zum Abschluss kam. Im Gegenteil: in mancher Hinsicht zeichnete sich hier der Gang der Dinge bis heute vor. Und deshalb dauert an, was sich damals ankündigte, weist sogar ins Künftige und macht jeden Versuch einer „abschließenden Einordnung“ zur lächerlichen Veranstaltung hilfloser Archivare. Zur Sendung…

David Wallraf: Das hässliche Ende von ’68

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„Die Zeit ist aus den Fugen“ – mittlerweile macht das Wort Hamlets wie ein Stoßseufzer die Runde. Tatsächlich könnte es sich als programmatische Formel erweisen, die zu präzisen Fragen Anlass gibt. Was Habermas einst als „Unübersichtlichkeit der Moderne“ bezeichnete, ist in heftige Turbulenzen geraten. Religiöse, „archaisch“ anmutende Traditionen konfrontieren sich mit hochtechnologisierten Systemen. Spekulative Ökonomien, die imaginäre Werte nahe der Lichtgeschwindigkeit zirkulieren lassen, treffen auf wirtschaftliche Strukturen, die noch industriellen oder gar agrarischen Zeiten gehorchen…, … http://agoradio.de/index.html … agoradio.de/ …

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Mattea Weihe im Gespräch mit David Wallraf – Aus: „Die Zeit ist aus den Fugen“ vom Juli 2018

… Menschen steigen in diese Boote, weil ihnen gesagt wird, sie erreichen in vier Stunden Italien. Menschen werden immer in diese Boote steigen, selbst wenn man ihnen sagt: Ihr erreicht in fünfzehn Stunden Italien, selbst wenn man ihnen sagt: Ihr erreicht in vier Tagen Italien. Man muss nur sagen: Ihr erreicht ein sicheres Land, ihr kommt von der Küste weg. Das reicht schon, damit jeden Tag diese Menschen in diese Boote steigen. Aber es ist eine absolute Katastrophe, dass keiner da ist, irgendwas zu dokumentieren, es ist keiner da, Alarm auch nur entgegenzunehmen. Es ist überhaupt niemand mehr da…

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„Noise“ treibt sein Unwesen in der Nachrichtentechnik, in Informationstheorie, in Kybernetik, in den Sozialwissenschaften – und in der Musik. „Noise“ kann ein ungewolltes Geräusch, einen störenden Rest, ein Rauschen, einen Überschuss von Lärm oder gleich das Gegenteil von „Information“ und „ästhetischem Sinn“ bezeichnen. „Noise“ ist ein Wort, das genau das tut, was es bezeichnet: Sich der Festlegung entziehen, Unruhe stiften, Unordnung anrichten.Das Verhältnis von Macht und Widerstand wird von „Noise“ im Bereich des Hörbaren konkret problematisiert. Macht und ihr Umschlagen in Gewalt äußern sich in einer Lautstärke, die Gehorsam erzwingen will. Zugleich sind Lärm und Störung Begleiterscheinungen von Protest, Unordnung und sozialem Aufruhr. – Vom 2. bis zum 4. März fand in Hamburg die zweite Ausgabe des internationalen Festivals „Noisexistence“ statt, das es sich zur Aufgabe gesetzt hat, diese vielfältigen Positionen zusammenzubringen und ihnen in Konzerten, Foren und Vorträgen ein Forum zu geben. Zur Sendung…

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Wer auf die Suche nach dem eigenen „Selbst“ geht, um hier seiner Ganzheit, seiner Einmaligkeit, Größe, Schönheit ansichtig zu werden, schaut in den Spiegel. Der Blick des anderen nämlich schlägt immer ein Loch in den eigenen Horizont. Er bleibt unbeherrschbar. Er unterbricht, er setzt das „Ich“ aus und öffnet es dem Spiel des Begehrens. Ihm zu entgehen, ist das Geheimnis des narzißtischen Sehens, das dazu verurteilt bleibt, sich in die Leere des „Selbst“ zu verlieren…

http://agoradio.de/-sendungen/2018-2/2018-2-9.html

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Die fünf Sinne stehen, folgt man der Tradition des abendländischen Denkens, in einem hierarchischen Verhältnis zueinander. In absteigender Rangfolge sind das Visuelle, das Auditive, das Taktile, das Olfaktorische und das Gustatorische nicht nur mit der Erfahrung der Welt, sondern auch mit der Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt verbunden. In die Register des Sinnlichen ist eine Metaphysik eingeschrieben, die die materielle Welt übersteigt und die sich in religiösen, philosophischen und politischen Begrifflichkeiten niedergeschlagen hat; ein Instrumentarium von Begriffen, das für eine Aufteilung und Strukturierung des Sinnlichen sorgt – eine Hierarchie, die zum Höheren, zum Übersinnlichen strebt. An der Spitze dieser Hierarchie steht in der okzidentalen Tradition das Visuelle: Das Auge des Menschen schaut nach der Quelle des göttlichen Feuers, sucht nach der Sonne, verlangt nach Aufklärung und Erleuchtung. Beitrag hören…

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Die Zeit – so will es eine Formel, der mittlerweile Flügel wuchsen und die deshalb als geflügeltes Wort die Runde macht – die Zeit ist aus den Fugen. Was einst als kohärenter Fluss konstruiert werden sollte, als lineare Abfolge von Zeitpunkten, als Fortschritt oder als Fortschreiten, das uns umgriffe und mit sich nähme, ist in Auflösung begriffen. Was aber ist eine Fuge? Gemeinhin verstehen wir darunter den schmalen Zwischenraum zwischen zwei Bauteilen, der ausgefüllt wird, um sie miteinander zu ver-fügen. Fliesenleger wissen darum. Was aber sollte die Zeit derart verfügen können, was macht vor allem den Willen aus, über sie zu ver-fügen? Und was lässt die derart ver-fügte Zeit umso unbeherrschbarer aus den Fugen geraten? Worin wurden ihr die Verfügungen also nicht gerecht, worin verfehlten sie, was sich in linearen Fugen nicht fassen lässt und deshalb aus den Fugen gerät? – Am 7. und 8. Dezember 2017 fand an der Hochschule für bildende Künste Hamburg ein Symposion statt, mit dem das dortige Graduiertenkolleg „Ästhetiken des Virtuellen“ nach drei Jahren einen Abschluss fand. Das Thema der Tagung – die „Virtualität der Zeit“ – versammelte philosophische und ästhetische Fragestellungen ebenso wie Positionen der gegenwärtigen Physik zu Problemen des Raums, der Zeit und der Materie. Zur Sendung…

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Beiträge:

Hans-Joachim Lenger: Zeitfugen

Christina Vagt: Virtuelle Materie und berechnete Zeit

Michaela Ott: Zum Denken des „Außen“

Marita Tatari: Zeit und Form. Das Neue in den Künsten

Katja Diefenbach: Zwischen Tod und Ewigkeit. Zeit und Ereignis bei Badiou und Deleuze

Dieter Lüst: Raum, Zeit und Materie

Marcus Steinweg: Zeitvergessenheit

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