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Posts Tagged ‘Adam Zagajewski’

Der polnische Dichter und Essayist Adam Zagajewski war ein flanierender Weltbürger – und voller Sehnsucht nach seiner Heimat. Nun ist er im Alter von 75 Jahren gestorben. Schreiben sei für ihn etwas Metaphysisches gewesen, sagt der Essayist László Földényi.

Adam Zagajewski, polnischer Dichter und Essayist, hat für sein Werk bedeutende Preise erhalten. International bekannt ist er, seitdem das Magazin „The New Yorker“ nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ein Gedicht von ihm gedruckt hat: „Versuch’s, die verstümmelte Welt zu besingen“.

Adam Zagajewski wurde 1945 im damals noch polnischen Lemberg geboren, das nach dem Krieg an die Ukraine fiel. 1982, nachdem in Polen der Ausnahmezustand deklariert wurde, hat Adam Zagajewski sein Land verlassen. 20 Jahre später kehrte er zurück. – DLF Kultur

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Am 21. März starb der polnische Dichter Adam Zagajewski. Sein letzter Essayband beweist, dass Liebenswürdigkeit Teil seiner Poetik war. Diese gilt als mögliche Antwort auf die Zerrüttungen des 20. Jahrhunderts. Von Katharina Teutsch

„Fragte mich jemand – was ist eigentlich dieses geistige Leben, das du in deinen Texten so gern erwähnst, selbstzufrieden, vielleicht sogar stolz, dass du so unmodern, so mutig bist…“ Unmodern war der polnische Dichter Adam Zagajewski in seinem Bemühen, den magischen Kern der Poesie gegen die ironische Attitüde zu verteidigen. Und mutig, sich für ein Leben im Dienst der geistigen Arbeit entschieden zu haben. – DLF

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Wir sind mit dem „Dichter des Sichtbaren“, Adam Zagajewski, durch Krakau spaziert. Denn hier lebt Zagajewski, der wohl wichtigste lebende polnische Lyriker.

Der Pole Adam Zagajewski bringt in seinen Gedichten den Alltag zum Leuchten, gelassen, beiläufig und ironisch. Aufgewachsen ist der in Lemberg geborene Zagajewski im einst deutschen Gleiwitz, gelebt hat er lange in Paris und den USA, zu Hause ist er in der Dichtung, der Malerei und der Musik.- DLF Kultur

Manuskript zur Sendung als PDF

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Adam Zagajewski: Jedes Gedicht braucht, was Bergson einmal als élan vital beschrieben hat. Élan bedeutet Energie. Und ich glaube, jedes Gedicht kommt aus einem élan – einem Hauch von etwas mehr. Ich würde nicht sagen, der Hauch des Göttlichen, aber ein Hauch.

Es gibt viele Dichter heute, die in einer künstlichen Welt leben, wo man das Gedicht bewertet als ob jeder ein Poet ist. Das führt dazu, dass die Gedichte eher sprachbezogen sind als erfahrungsbezogen. Ich glaube, in einem Gedicht muss man beides haben. die Erfahrung und die Sprache.

Wenn ich schreibe, sind das Wort und die Syntax sehr wichtig. Aber ich denke darüber nicht nach. Das ist rein intuitiv. Ich suche nach Worten, die mir geeignet scheinen. Aber das geschieht auf einer Stufe, die vortheoretisch ist. Es gibt andere, die daraus Theorien machen. Mich interessiert das nicht.

Wie ein Gedicht entsteht bei mir? Es ist manchmal ein Vers, eine Linie oder ein Gefühl oder ein kleines Erlebnis. Ich war vor kurzem in Berlin und nicht zum ersten Mal ich ging zu dem Dorotheenfriedhof im Zentrum. Er ist unglaublich, sehr snobistisch, mit allen großen Namen und ich weilte bei Bertolt Brechts Grab. Ich erlebte etwas, aber ich wusste nicht, was es war. Ich wusste, das war ein Gedicht, aber ich wusste noch nicht, was darin steckte. Zehn Tage später zuhause: Es ist wie ein Film, der entwickelt sein muss. Was ich empfunden habe, war so konzentriert. Ich brauchte eine lange Weile, das zu entwickeln und dann kam das Gedicht plötzlich. Der Moment des Schreibens ist wunderbar, weil man überhaupt nicht weiß, wohin man geht. Der letzte Vers, die letzte Linie, das ist immer eine Überraschung. Als ob jemand uns das schenkte im letzten Moment.

Verteidigung der Poesie bedeutet, etwas verteidigen, was im Menschen steckt, nämlich die fundamentale Fähigkeit, das Wunderbare der Welt zu erleben, das Göttliche im Kosmos und in anderen Menschen, in der Eidechse und in den Kastanienblättern. Ich verstehe Dichtung als die dauernde Frage nach dem Sinn der Welt aus der Perspektive des Schreibenden, als unaufhörliches Abwägen. Ich habe ein Bewusstsein davon, dass wir immer in einer zweiten Wirklichkeit leben; sie ist für mich die eigentliche Wirklichkeit.

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Adam Zagajewski verteidigt „das Recht auf Unendlichkeit“ gegen den nüchternen Zeitgeist, die „Notwendigkeit der Leidenschaft gegen das Diktat der Ironie“.

Er fordert „Wildheit“ und den Mut, tiefgehende persönliche Erfahrungen auszusprechen. Nach den 9/11-Anschlägen macht das US-Magazin „The New Yorker“ mit Zagajewskis Gedicht „Versuch’s, die verstümmelte Welt zu besingen“ auf.- Von Burkhard Reinartz – adam-zagajewski

Geschichte und individuelles Schicksal bilden im Werk des Dichters eine untrennbare Schnittmenge. Alles ist in nur einem Augenblick möglich: Die toten Juden „fahren um die Wette Schlitten und werfen Schneebälle ans Fenster“, während „die Welt in meinen Mantel ein- und auskriecht wie in einen Ameisenhaufen“.

+ https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Zagajewski

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