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Posts Tagged ‘10 VOR 11’

Kurze Tagesnotiz: Könnte man bitte alle Schreiberlinge und -linginnen, die die Phrase „Schlingensief fehlt“ faseln, umgehend töten (frei nach seiner Documenta-Performance) oder aber diese zumindest mit einem 10jährigen Schreibverbot in sämtlichen Medien wie auch im Internet belegen? PS: ich halte Schlingensief für ästhetisch überschätzt, was die Aktionskunst betrifft – wenngleich auch nicht für uninteressant, wenngleich […] Christoph Schlingensief — AISTHESIS

10 VOR 11 VOM 17.05.1993 „ICH RIECHE MENSCHENFLEISCH“
 
Christoph Schlingensief hat mit seinem Film „Das deutsche Kettensägenmassaker“ fast als einziger deutscher Filmemacher mit dem nötigen Biss auf die Wiedervereinigung reagiert. Einer der Hauptdarsteller des Films, Alfred Edel, und Schlingensief selber führen in das bemerkenswerte Werk ein: „Ich rieche Menschenfleisch“. dctp.tv

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Einen besonders starken Eindruck hinterlässt ein Bild von Thomas Demand, das blühende Kirschbäume auf einem Hinterhof zeigt. Der Betrachter glaubt, man sei in Japan zur Zeit der Kirschblüte. Tatsächlich handelt es sich um einen Hauseingang, den soeben die Frau des Mörders verließ, der während des Marathons in Boston das legendäre Massaker auslöste.

Thomas Demands Werke sind künstlerlisch hochwirksame Gegenbilder zur bloß äußerlichen Aktualität.

https://www.dctp.tv/filme/gegenbilder-10vor11-07082017?thema=erloest-die-tatsachen

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Flauberts „Lexikon der Gemeinplätze“ ist ein faszinierender Text, der erst nach dem Tode des Dichters veröffentlicht wurde. Es geht um die Reden und Antworten, die in der Pariser Gesellschaft zu Ende des 19. Jahrhunderts als „höflich“ und „intelligent“ und „andockfähig“ betracht werden. Nur scheinbar ist dies eine Sammlung von oberflächlichen Reden. Tatsächlich werden die Reden dem „Prinzip Geselligkeit“ untergeordnet. Hauptsache, man ist zusammen und spricht. Smalltalk im 19. Jahrhundert. „Schwere Rede und Tiefe“ würden diese Art von „fließender Rede“ stören. Flaubert nimmt hier etwas vorweg, was Proust in seinem großen Werk später entfaltet. – dctp.tv

 

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Als Remake eines berühmten deutschen Films, hat Christoph Schlingensief eine Schicksalstragödie um Liebe, Leben, Krankheit und Tod geschaffen. Helge Schneider in der Rolle des „bösen Bruders“; eine von einer Tropenkrankheit gezeichnete junge Frau, Pferdeliebhaberin, ihr Name kann wie Els oder wie Aids ausgesprochen werden, liebt bis zu ihrem Tod einen jungen Mann: Willi, den Bruder des „bösen Bruders“. Hauptperson aber ist die Mutter dieser Brüder. Sie trug auf einem Karneval eine Maske. Der turbulente Film trägt daher den Namen: „Mutters Maske“. Alle handelnden Personen, einschließlich der Pferde, bewegt ein ähnliches Motiv: Gier nach Leben. Ein spannendes und unterhaltendes Filmmagazin mit Helge Schneider und von Christoph Schlingensief.

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DER AUTOR ALS ANWALT DER ZUKUNFT

Das Genre des kommerziellen Science-Fiction-Romans erfindet Welten, in die die Phantasie auswandern kann: Exodus aus Wirklichkeit und Gegenwart. Die großen Poeten dagegen, wenn sie sich mit Zukunft befassen, spiegeln die Gegenwart, indem sie von zukünftigen Verhältnissen berichten. Großmeister in dieser authentischen Form des Zukunftsromans ist der polnische Dichter Stanislaw Lém. Über die Gegenwart Polens darf er (wegen der Zensur) nicht viel erzählen. Also hat er die wohl besten Science-Fiction-Romane der Welt geschrieben. Zum Beispiel SOLARIS, die Geschichte einer Sonne, die ein Lebewesen ist oder die vielen Geschichten vom Raumpilot Pirx. Ganz anders in der Formulierung, aber parallel in der Authentizität des Poetischen: Arno Schmidt. Seine Gelehrten auf dem Mond und der Held seines Romans SCHWARZE SPIEGEL, der die Katastrophe des Kalten Kriegs überlebte, gehören zu den Meisterwerken des phantastischen Realismus. dctp.tv

 

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10 VOR 11 VOM 09.08.2010
In Köln wird die Angeklagte Dorothea Sievernich aus Rotterdam, fälschlich als Hexe angezeigt, von dem Inquisitor Dr. Ebner (genannt Planities) freigesprochen. Derselbe Dr. Ebner bereitet mit dem Gerichts-Auditor Domuvicus die Disputation zum St. Hilarius Tag vor. Es geht um den Begriff ERUDIRE = aus dem rohen Holz etwas Substantielles herausarbeiten, d.h. LERNEN. Hierbei spielen Texte aus den Bildungskapitularien des Bischofs und Scholastikers Alkuin (800 n.C.), des Thomas von Aquin (1225-1274) und des arabischen Gelehrten Avveroës (1126-1198) in Spanien eine Rolle. Bis heute haben solche Texte Kraft. Peter Berling als Dr. Ebner und A. Hausdorf als Auditor Domuvicus. – dctp.tv

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