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Archive for the ‘Sprache’ Category

Rainer Maria Rilke (Foto) / Rezitation: Axel Grube / Anmerkung: Denn das ist Schuld, wenn irgendeines Schuld ist: die Freiheit eines Lieben nicht vermehren um alle Freiheit, die man in sich aufbringt. Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies: einander lassen; denn daß wir uns halten, das fallt uns leicht und ist nicht erst zu lernen (R.M.Rilke an Paula Modersohn-Becker Nov.1908)

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Prosa von Hermann Hesse 1918 / Rezitation: Hans Kremer / Anmerkung: Es gab vielerlei Gefühle, scheinbar, aber im Grunde waren sie eins. Man kann alles Gefühl Willen nennen, oder wie immer. Ich nenne es Liebe. Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. Jede Bewegung unserer Seele, in der sie sich selber empfindet und ihr Leben spürt, ist Liebe. Glücklich ist also der, der viel zu lieben vermag. Lieben aber und Begehren ist nicht ganz dasselbe. Liebe ist weise gewordene Begierde; Liebe will nicht haben; sie will nur lieben … Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht. (Hermann Hesse)

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Anmerkung: Es bleibt zwischen Menschen, sie seien noch so eng verbunden, immer ein Abgrund offen, den nur die Liebe, und auch nur mit einem Notsteg, überbrücken kann. (H.Hesse)

Nun hat der Tag mich müd gemacht,
Soll mein sehnliches Verlangen
Freundlich die gestirnte Nacht
Wie ein müdes Kind empfangen.
Hände, laßt von allem Tun
Stirn, vergiß du alles Denken,
Alle meine Sinne nun
Wollen sich in Schlummer senken.
Und die Seele unbewacht
Will in freien Flügen schweben,
Um im Zauberkreis der Nacht
Tief und tausendfach zu leben.

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Der Sinn der Welt muß außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles wie es ist und geschieht alles, wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert – und gäbe es einen, so hätte er keinen Wert. Wenn es einen Wert gibt, der Wert hat, so muß er außerhalb alles Geschehens und So-Seins liegen. Denn alles Geschehen und So-Sein ist zufällig. – Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus

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Es gibt vielleicht keine Dichter in Heidelberg, aber es gibt doch C., denke ich manchmal, wenn ich eilig den Marktplatz überquere, wo sie im himmelblauen Kleid Kaffee trinkt. Sie spricht nicht; ob sie nun von Geburt an stumm ist oder das Reden nur, wann und aus welchen Gründen, aufgegeben hat, ist niemandem bekannt, und vielleicht […]

Stadt. — Paul Fehm

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Genau einen Monat, nachdem der österreichisch – ungarische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo durch serbische Nationalisten ermordet wurde, eröffnete am 28.7.1914 die KuK-Monarchie gegen Serbien den Krieg, der binnen Tagen mit dem Eintritt Deutschlands, Frankreichs, Rußlands und Englands zum Ersten Weltkrieg sich ausweitete.

„Die Handlung, in 100 Szenen und Höllen führend, ist unmöglich, zerklüftet, heldenlos.“

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Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Verspielte Phantasten, die den Ehrgeiz ihrer schreibfreien Zeiten unter anderem in Glasarchitektur und das Perpetuum mobile setzen. In diesen heil’gen Hallen haben wir Paul Scheerbart schon mit seiner vollständigen Katerpoesie 1909 und der ähnlich gearteten Mopsiade 1920 erlebt, aus welchen uns erhellt: Man liest ein Gedicht, eine Geschichte, ja eine ganze Sammlung von beidem gerne zu Ende, wenn sie sich übermütig genug gebärdet. In Kunst egal welcher Ausrichtung sollte es immer was zu lachen geben, sonst ist sie auf staatstragende Miesnickel und zu ihrer Rezeption verdonnerte Zöglinge als Publikum angewiesen.

https://weheklag.wordpress.com/2022/04/29/scheerbartgerichtsverhandlung19011897/

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Von Brigitte Kohn

Sendung am Samstag, 30.4.2022 um 8:30 Uhr, im SWR2

Friedrich von Hardenberg ( 2. Mai 1772 – 25. März 1801), besser bekannt als Novalis, gilt als Dichter der Blauen Blume, des frühromantischen Ursymbols. Sie hat ihm den Ruf schwärmerischer Harmonie eingetragen.

Doch der vor 250 Jahren geborene Poet war ein spannungsgeladener, hochgebildeter, hochspekulativer Geist.

Was ihn umtrieb, war die Entfremdung im Verhältnis zwischen Mensch und Welt, aufgerissen durch beginnende Industrialisierung, rationalistische Aufklärung und Französische Revolution. Heilung verspricht sein ästhetisches Konzept von der Romantisierung der Welt, sein poetischer Traum vom Goldenen Zeitalter.

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