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Archive for the ‘Zitate’ Category

»…Es krassirt ein entsetzlicher Müßiggang. – Müßiggang ist aller Laster Anfang. – Was die Leute nicht Alles aus Langeweile treiben! Sie studiren aus Langeweile, sie beten aus Langeweile, sie verlieben, verheirathen und vermehren sich aus Langeweile und sterben endlich an der Langeweile und – und das ist der Humor davon – Alles mit den wichtigsten Gesichtern, ohne zu merken warum, und meinen Gott weiß was dabei. Alle diese Helden, diese Genies, diese Dummköpfe, diese Heiligen, diese Sünder, diese Familienväter sind im Grunde nichts als raffinirte Müßiggänger…« – Georg Büchner, Leonce und Lena

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Vincent van Gogh: Ein Gefangener der zur Einsamkeit verurteilt ist, den man hindern würde zu arbeiten, würde auf die Dauer, zumal, wenn es zu lange dauert, die Folgen davon spüren, ebenso gewiss wie einer, der zu lange Hunger gelitten hat. Genau wie jeder andere Mensch habe ich das Bedürfnis nach den Banden der Freundschaft.

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Halldor Laxness: Man kennt nicht den Augenblick, da in einem das Sehnen aufhört. Das ist gewissermaßen so, wie wenn eine Wunde heilt; oder, wie wenn man stirbt. Man kennt nicht den Augenblick, da die Wunde aufhört zu schmerzen; ebenso der Augenblick, da man stirbt. Plötzlich ist man geheilt; plötzlich tot.

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Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles, was du über Gott gedacht hast, verkehrt ist und dass es keinen Gott gibt, so gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht allen so. Glaube nicht, dass deine Unruhe daher rührt, dass es keinen Gott gibt … Wenn einer an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, so heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass er nicht aus Holz ist.

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„Um zum Haus von Meister Hora, der Hüter aller Zeit, zu gelangen, mußte Momo die Niemals-Gasse passieren. Momo entdeckte, dass sie durch langsam gehen und schließlich durch rückwärts gehen, schneller voran kommt. Auf dem Panzer der Schildkröte erschien der Rat: „RÜCKWÄRTS GEHEN!“. Momo versuchte es. Sie drehte sich um und ging rückwärts. Und plötzlich gelang es ihr, ohne jede Schwierigkeit voran zukommen. Aber es war höchst merkwürdig, was dabei mit ihr geschah. Während sie nämlich so rückwärts ging, dachte sie zugleich auch rückwärts, sie atmete rückwärts, sie empfand rückwärts, kurz, sie lebte rückwärts“. –

(Ingrid Reuther, Qigong Yangsheng Jahreshefte 2009)

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Rolf Dieter Brinkmann: Er merkte, wie sie ihm zuhörte, und dieses, das sie ihm zuhörte, war so zufällig, empfand er. Es war für sie jetzt wahrscheinlich dasselbe reden wie immer; ein Reden von ihm, das sie gewohnt war, das sie beide erschöpfte.

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Franz Werfel: Diese Gestalten der SS, ich werde nicht leugnen, dass sie zum Teil hochgewachsen und eindrucksvoll waren, belehrten mich über die Form der modernen Tyrannei, die nicht nur aus der Herrschaft eines einzelnen, einer Clique, einer Klasse besteht, sondern aus einer geschlossenen Despotie der Nutznießer.

Der Anblick dieser z.T. prächtigen Figuren, die durch die Menge schritten, als wäre die vielberufene Volksgemeinschaft lästiger Schlamm.

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