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Archive for the ‘Literatur’ Category

Warum Menschen glauben, wollte Sigmund Freud wissen. Seine Antwort: Weil sie nicht erwachsen sind, sondern wie ein Kind Trost und Hilfe von einem Vater im Himmel erhoffen. Zum Judentum bekannte sich der Psychoanalytiker – zur jüdischen Religion nicht. – Von Klaus Englert

Der Vater der Psychoanalyse Sigmund Freud erzählte einmal mit süffisanter Ironie, wie ein ausgezeichneter Mann, der sich rühmte, sein Freund zu sein, ihn zur Religion habe bekehren wollen. Der Wiener Psychoanalytiker zeigte sich überrascht, denn er hatte ihm zuvor sein religionskritisches Pamphlet Die Zukunft der Illusion geschickt. In seinem Brief erzählte ihm der Bekannte, dass er in der Religion ein Gefühl von „Ewigkeit“, von etwas „Unbegrenztem“ verspürt. Er empfinde sogar ein „ozeanisches Gefühl“. Freud erwiderte darauf in seiner bekannt trockenen Art: Dieses „ozeanische Gefühl“ habe er selbst niemals an sich entdeckt.- DLF

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„Als ich heut vor dem Spiegel Kirschen fraß, sah ich mein idiotisches Gesicht. Gegen die geschlossenen, schwarzen Kugeln, die im Mund versanken, wirkte es noch ungebundener, lasziver und widerspruchsvoller. Es hat viele Elemente von Brutalität, Stille, Schlaffheit, Kühnheit und Feigheit in sich und es ist abwechslungsvoller und charakterloser als eine Landschaft unterwehenden Wolken.“

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„Sie wollen wissen, was ich grundsätzlich am interessantesten finde? In erster Linie, würde ich sagen, das Nichtstun. Das nächste wäre dann, das zu tun, was uns gerade in den Kopf kommt. Man dürfte vorher nicht festlegen, was es sein soll“.

 

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Wie der Ritter zu dem Fischer kam

Es mögen nun wohl schon viele hundert Jahre her sein, da gab es einmal einen alten guten Fischer, der saß eines schönen Abends vor der Tür und flickte seine Netze. Er wohnte aber in einer überaus anmutigen Gegend. Der grüne Boden, worauf seine Hütte gebaut war, streckte sich weit in einen großen Landsee hinaus, und es schien ebensowohl, die Erdzunge habe sich aus Liebe zu der bläulich klaren, wunderhellen Flut in diese hineingedrängt, als auch, das Wasser habe mit verliebten Armen nach der schönen Aue gegriffen, nach ihren hochschwankenden Gräsern und Blumen und nach dem erquicklichen Schatten ihrer Bäume. Eins ging bei dem andern zu Gaste, und eben deshalb war jegliches so schön.

gutenberg.spiegel.de  –  Wikiwand

Friedrich de la Motte Fouqué veröffentlichte die Erzählung 1811 in seiner Zeitschrift Jahreszeiten und noch im selben Jahr als Buch, dem er noch ein Gedicht an seine Heldin voranstellte. Er hatte den Stoff aus einer Schrift von ParacelsusLiber de Nymphis, Sylphis, Pygmaeis et Salamandris, et de caeteris spiritibus. Der romantische Rückgriff auf Märchen und Sagen ist gerade für Fouqué typisch.

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Kleines Dilemma der Undinen-Existenz: Als seelenloses Wesen erlangt die Wasserfrau nur Unsterblichkeit, indem sie sich einem Liebsten menschlicher Gattung anvermählt. Doch indem sie ihn, lachend vor Liebesglück, ins tiefe Wasserreich hinabzieht, ertrinkt er, und sie bleibt seelenlos – und sterblich. Sie tötet, den sie liebt, und sie bleibt, die sie ist.

“A mermaid found a swimming lad,… – wsmiszellen.wordpress.com

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Martin Buber hat die chassidischen Erzählungen gesammelt, sprachlich geformt und philosophisch durchleuchtet. Zum 140. Jahrestag des Philosophen wird an diese Welt gelebter Weisheit erinnert.

Chassidismus ist eine jüdische Frömmigkeits- und Erneuerungsbewegung in Osteuropa, die im 18. Jahrhundert in der Ukraine begann. Antriebskräfte eines Chassid, eines Gottbegeisterten, sind Glaube und Liebe. Liebe zu Gott und Liebe zu allem, was lebt. Durch den Philosophen Martin Buber ist die Welt der Chassidim im westlichen Europa bekannt geworden. Seine Schriften zum Chassidismus, allen voran „Die Erzählungen der Chassidim„, die 1949 im Manesse Verlag erschienen sind, fanden weite Verbreitung. – DLF Kultur

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Fortsetzung vom 08.02.2018

Die vermeintliche Komforterhöhung durch Apps und Kontrollprogramme – alles wird immer „smarter“ -, die unablässig Daten liefern, entmündigen diejenigen, die sie so bereitwillig nutzen. „Alles dieses schafft eine Infantilisierung der Lebenswelt, die verblüffend ist: Sind wir denn eigentlich erwachsen geworden, um uns wie von der Mami im Schlaf behüten und wie im Kinderwagen herumfahren zu lassen? Soll die künftige Persönlichkeit der vollversorgte, unterhaltene und ansonsten belanglose und jederzeit ersetzbare digitale Arbeitssklave sein, dessen Welt so abgedämpft ist, dass er nicht einmal sein eigenes Unglück mehr bemerkt?“ – diepaideia.blogspot.de

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