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Archive for the ‘Lesen’ Category

Es ist seltsam, wenn einen andere besser verstehen als man sich selbst, aber da das eher einen persönlichen Hintergrund hat, wollen wir die Erklärung dazu ans Ende stellen.

Ich habe sicher schon einmal erwähnt, daß zu den merkwürdigen Vorlieben, die ich irgendwann einmal entwickelt habe, die für die Frühe Musik gehört. Josquin Desprez (auch Josquin des Préz genannt) war ein bedeutender Komponist der frühen Renaissance und starb am 27. August 1521. Das obige Stück ist das Chanson “Mille Regretz“, übrigens ein Lieblingswerk von Kaiser Karl V. Während das untere Beispiel eine Vertonung des 91. Psalms darstellt genauer, seiner ersten 8 Verse. Da die Vertonung auf Latein ist, wollen wir bei dieser Gelegenheit den (ganzen) Psalm in Erinnerung rufen:

http://martininbroda.blogspot.de/2009/08/uber-desprez-blake-und.html

 

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Wie der Ritter zu dem Fischer kam

Es mögen nun wohl schon viele hundert Jahre her sein, da gab es einmal einen alten guten Fischer, der saß eines schönen Abends vor der Tür und flickte seine Netze. Er wohnte aber in einer überaus anmutigen Gegend. Der grüne Boden, worauf seine Hütte gebaut war, streckte sich weit in einen großen Landsee hinaus, und es schien ebensowohl, die Erdzunge habe sich aus Liebe zu der bläulich klaren, wunderhellen Flut in diese hineingedrängt, als auch, das Wasser habe mit verliebten Armen nach der schönen Aue gegriffen, nach ihren hochschwankenden Gräsern und Blumen und nach dem erquicklichen Schatten ihrer Bäume. Eins ging bei dem andern zu Gaste, und eben deshalb war jegliches so schön.

gutenberg.spiegel.de  –  Wikiwand

Friedrich de la Motte Fouqué veröffentlichte die Erzählung 1811 in seiner Zeitschrift Jahreszeiten und noch im selben Jahr als Buch, dem er noch ein Gedicht an seine Heldin voranstellte. Er hatte den Stoff aus einer Schrift von ParacelsusLiber de Nymphis, Sylphis, Pygmaeis et Salamandris, et de caeteris spiritibus. Der romantische Rückgriff auf Märchen und Sagen ist gerade für Fouqué typisch.

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Fortsetzung vom 08.02.2018

Die vermeintliche Komforterhöhung durch Apps und Kontrollprogramme – alles wird immer „smarter“ -, die unablässig Daten liefern, entmündigen diejenigen, die sie so bereitwillig nutzen. „Alles dieses schafft eine Infantilisierung der Lebenswelt, die verblüffend ist: Sind wir denn eigentlich erwachsen geworden, um uns wie von der Mami im Schlaf behüten und wie im Kinderwagen herumfahren zu lassen? Soll die künftige Persönlichkeit der vollversorgte, unterhaltene und ansonsten belanglose und jederzeit ersetzbare digitale Arbeitssklave sein, dessen Welt so abgedämpft ist, dass er nicht einmal sein eigenes Unglück mehr bemerkt?“ – diepaideia.blogspot.de

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Wer auf die Suche nach dem eigenen „Selbst“ geht, um hier seiner Ganzheit, seiner Einmaligkeit, Größe, Schönheit ansichtig zu werden, schaut in den Spiegel. Der Blick des anderen nämlich schlägt immer ein Loch in den eigenen Horizont. Er bleibt unbeherrschbar. Er unterbricht, er setzt das „Ich“ aus und öffnet es dem Spiel des Begehrens. Ihm zu entgehen, ist das Geheimnis des narzißtischen Sehens, das dazu verurteilt bleibt, sich in die Leere des „Selbst“ zu verlieren…

http://agoradio.de/-sendungen/2018-2/2018-2-9.html

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Die fünf Sinne stehen, folgt man der Tradition des abendländischen Denkens, in einem hierarchischen Verhältnis zueinander. In absteigender Rangfolge sind das Visuelle, das Auditive, das Taktile, das Olfaktorische und das Gustatorische nicht nur mit der Erfahrung der Welt, sondern auch mit der Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt verbunden. In die Register des Sinnlichen ist eine Metaphysik eingeschrieben, die die materielle Welt übersteigt und die sich in religiösen, philosophischen und politischen Begrifflichkeiten niedergeschlagen hat; ein Instrumentarium von Begriffen, das für eine Aufteilung und Strukturierung des Sinnlichen sorgt – eine Hierarchie, die zum Höheren, zum Übersinnlichen strebt. An der Spitze dieser Hierarchie steht in der okzidentalen Tradition das Visuelle: Das Auge des Menschen schaut nach der Quelle des göttlichen Feuers, sucht nach der Sonne, verlangt nach Aufklärung und Erleuchtung. Beitrag hören…

http://agoradio.de/-sendungen/2018-2/manuskripte/maechte%20des%20sensorischen.pdf

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„Das Büro“ von J.J. Voskuil – gelesen von Wolfgang Schiffer, KulturSalon Freiraum, Köln, Gottesweg 116a, samstags 11:00 Uhr, sonntags 17:00 Uhr – wolfgangschiffer

24. Februar 2018

1.Der 2008 verstorbene niederländische Autor J.J. Voskuil war ein Unikat. Im Rentenalter schuf er mit dem mehrteiligen Roman „Das Büro“ einen Bestseller. Experten feiern ihn schon jetzt als ersten Klassiker des neuen Jahrtausends. Jetzt ist der siebte und letzte Band auf Deutsch erschienen.

Von Enno Stahl – Auch Maarten Koning würde vorziehen, es nicht zu tun, zu arbeiten nämlich – ganz so wie Bartleby, die genial anarchische Figur Herman Melvilles. Aber Kooning, dem unverhohlenen alter ego seines Autors Johannes Jacobus Voskuil, fehlt dieser Schuss Desporadotum freundlicher Verweigerung. Daher heuert er widerwillig und gegen den energischen Widerstand seiner Frau Nicolien, die ihn nicht mit einer beruflichen Anstellung teilen möchte, Ende der 1950er-Jahre im Institut für Volkskultur seines Mentors Anton P. Beerta an. DLF

2.Einmal im Jahr – Geburtstag. Sich selbst beschenken. Wieder ist es passiert. Diesmal das wohl langwierigste literarische Gesamtkunstwerk von J.J.Voskuil – Das Büro genannt. Eine Biographie eines Büroangestellten von 1957 an. Erblickte das Licht der Welt 1996 und erzeugte, wenn man dem Nachwort aus Band 1 glauben darf, eine regelrechte Voskuil Manie in den Niederlanden. Die Leute standen Schlange nach diesem eigenwilligen Buch, das (fast) ohne Sex und Crime auskommt. Das liest sich wie „Buchhalterprosa“, schimpften die Kritiker. Der Harry Potter der Niederlande? Ein neuer Marcel Proust? verhoovensbuch.wordpress.com

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