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Archive for the ‘Bücher’ Category

Wo gehen Sie hin? fragte ich ihn.

Zu Byrne, antwortete er. Und wohin gehen Sie?

Nirgendwohin, antwortete ich.

Dann können Sie genausogut mit dorthin kommen, sagte er.

Das, antwortete ich, wäre die höchste Weisheit.

Flann O`Brien In Schwimmen Zwei-Vögel auf der Seite 133

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Das Buch »Roter Hunger« von Anne Applebaum kaufte ich mir vor ein paar Jahren, um eine Wissenslücke zu schließen. Denn ich wusste bisher wenig über die große Hungersnot, die 1932 und 1933 die Ukraine heimsuchte – außer, dass sie von Stalin bewusst herbeigeführt wurde, um den ukrainischen Widerstand gegen die sowjetische Herrschaft zu brechen. Der Holodomor war eines der vielen unmenschlichen Verbrechen, die den Weg der stalinistischen Herrschaft säumten und ist in seiner Dimension ungeheuerlich.

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Ent-Elterung“ beginnt, wenn das Kind die ersten Versuche macht, selbständig zu essen, und die Eltern es gewähren lassen; es beginnt, wenn das Kind die ersten Versuche macht, gehen zu lernen, und die Eltern es gewähren lassen. Wenn jemand entweder versucht, das Kind zu drängen, (ihm zu helfen, wenn es keine Hilfe braucht) oder es zurückhält, dann ist das nicht wohlwollend. Wir lassen das Kind nicht die ersten Essversuche mit einem Messer machen oder lassen es nicht die ersten unsicheren Schritte am Rand einer Klippe machen. Das ist wohlwollend. Eine beobachtende und verstehende Haltung ist wohlwollend. Ich muss mich auch selbst beobachten und mir selbst gegenüber wohlwollend sein. ..

Die Kinder selbst sind Meister im Regeln-Aufstellen und sie benutzen sie in der gleichen Art und Weise wie Erwachsene es häufig tun – …

http://www.gestalt.de/stevens_ent-elterung.html

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Noch ist der irische Schrifsteller Kevin Barry relativ unbekannt. Zu Unrecht, denn er ist ein veritables Pop-Phänomen. Der Generator-Podcast porträtiert einen Autoren, der einen gestressten John Lennon aus dem Beatles-Alltag auf eine einsame Insel fliehen lässt.

Kevin Barry ist ein veritables Pop-Phänomen. Barry, 1969 in Limerick geboren, ist der irische Schriftsteller, der die verrücktesten Crossovers wagt. Stets gewinnt er aus ‚trivialen‘ Zutaten höchste literarische Finesse. Seine Romane übernehmen Erzählformen populärer Genres wie Krimi-Pulp Fiction, Science Fiction, Western. Sie enthalten zahllose Anspielungen auf Rock- und Popmusik, zur realistisch/surrealistischen Schilderung seiner Figuren gehören detaillierte Mode und Stil-Finessen. 

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/generator-podcast-der-irische-schriftsteller-kevin-barry-100.html

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„Es ist immer wieder das reine Glück, Roland Barthes zu lesen. Immer wieder macht man neue tolle Entdeckungen. Fünf Seiten genügen, dann ist der Tag gerettet.“ Rüdiger Suchsland (artechock, 6.2022) Roland Barthes, 1915 in Cherbourg geboren und 1980 in Paris gestorben, war Philosoph und Mitbegründer der Semiotik, der Wissenschaft der Zeichensysteme. Er studierte klassische Literatur und war als Lehrer, Bibliothekar und Lektor in Ägypten, Rumänien und Ungarn tätig. 1976 folgte er nach langjähriger Lehrtätigkeit in Paris dem Ruf ans Collège de France auf den eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für „literarische Semiotik“. In seinen Publikationen erforschte Barthes gesellschaftliche Phänomene und entfachte damit Debatten. Seine 1957 erschienenen Essays „Mythen des Alltags“ sind ein Klassiker der Deutung von Alltagskultur.

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Über allen Tieren, die der Mensch gefangenhält, hängt sein Todesurteil. Es ist zwar – oft auf lange – suspendiert, doch begnadigt wird keines. So gibt der Mensch seinen eigenen Tod, dessen er sich sehr wohl bewußt ist, an seine Tiere ungestraft weiter. Die Spanne Lebens, die er ihnen gönnt, hat etwas von seiner eigenen; nur daß bei ihnen er aufpaßt, wann sie ihr Ende erreicht hat. Ihr Tod fällt ihm leichter, wenn er viele besitzt und einzelne aus der Herde zum Schlachten herauslöst. Seine beiden Ziele, die Vermehrung seiner Herden und die Tötung einzelner Tiere, die er braucht, lassen sich sehr wohl vereinen. Auf diese Weise, als Hirt, ist er mächtiger als jeder Jäger. Seine Tiere sind beisammen und entgehen ihm nicht. Die Dauer ihres Lebens liegt in seiner Hand … Aus der Gewalt des Jägers wird die Macht des Hirten.

Masse und Macht – Fischer 2014 – 233/234

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Irina Rastorgueva: „Das Russlandsimulakrum“

Für die Dramaturgin Irina Rastorgueva ist Russland ein „Land ohne Inhalt“. Es erhalte Fassaden aufrecht, hinter denen nichts steckt. Putin halte das Land mit seiner nihilistischen Machtpolitik fest im Griff. Nur ein Umsturz könne da noch helfen.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/irina-rastorgueva-russlandsimulakrum-putin-100.html

Update: Geschichte als Waffe – Wie Putin die Vergangenheit verdreht (Spezialfolge)

Mit haltlosen Deutungen der über tausendjährigen gemeinsamen Vergangenheit versucht Wladimir Putin der Ukraine das Existenzrecht abzusprechen. Mit „Geschichte als Waffe“ konstruiert er dabei den Mythos eines Befreiungskampfes, der die ukrainische Bevölkerung von der Herrschaft von „Neonazis“ befreit. In unserer Spezialfolge analysieren wir seine Propaganda einer angeblichen „Wiedervereinigung“ und reisen mit Osteuropa-Expertin Franziska Davies an Schlüssel- und Wendepunkte der ukrainisch-russischen Beziehungen. 

https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9mZWVkcy5ici5kZS90YXRvcnQtZ2VzY2hpY2h0ZS10cnVlLWNyaW1lLW1lZXRzLWhpc3RvcnkvZmVlZC54bWw/episode/MmJkMjg2MjktOTAzOC00MDk2LWI2YmEtOTAyNDg3MDk2MmJi?sa=X&ved=0CAUQkfYCahgKEwjYkZe7_ZX5AhUAAAAAHQAAAAAQvQQ

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Im allgemeinen hört einer mit 13 oder 14 Jahren auf, sein Anpassungsvermögen zu entwickeln und zu verbessern. Gehirn-, Gefühls- und Körpertätigkeiten, welche in diesem Alter noch schwierig oder unmöglich sind, bleiben von da an für immer außerhalb des Gewohnten. Das Ergebnis: der Mensch vermag viel weniger als er könnte; er bleibt hinter sich selbst zurück.

Gewöhnlich kommen diese Beschränkungen aus Schwierigkeiten in seiner physiologischen oder gesellschaftlichen Entwicklung. Stößt einer wiederholt auf die gleiche Schwierigkeit, so läßt er gern ab von dem, was zu meistern ihm schwerfiel, was ihm nicht gelang, worin er versagte oder was sich ihm als irgendwie unangenehm erwiesen hat. Von da aus stellt er für sich eine Regel auf, sagt z.B. „Ich kann eben nicht tanzen“ oder „Ich bin ungesellig von Natur aus“ oder „Ich werde Mathematik nie verstehen“.

Die Grenzen, die er sich dadurch setzt, werden seine Entwicklung nicht nur auf den Gebieten abschneiden, die aufzugeben er sich entschlossen hat: sie werden sich auch anderswo bemerkbar machen und sogar den ganzen Menschen beschränken.

Das Gefühl, dass ihm etwas zu schwierig sei, wird sich ausbreiten und auch auf andere seiner Fähigkeiten übergreifen. Schwer zu sagen, was einem das bedeutet, was ihm abgeht und was er daher nie versucht; und da er nicht weiß, daß es ihm fehlt, kann er den Verlust, den er ohne Wissen erlitten hat, gar nicht abschätzen.

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RBB Kultur

„Paris ist eine Messe wert.“ – dieses berühmte Zitat stammt von Henri Bourbon, König von Navarra und von 1589 bis 1610 König Henri IV. von Frankreich. Das Zitat ist noch geläufig, die historischen Hintergründe sind es weniger. Dabei ist Henri IV. eine zentrale Figur in der Geschichte Frankreichs: Er legte den Grundstein für ein geeintes Frankreich, er versuchte, mit dem Toleranz-„Edikt von Nantes“ einen Ausgleich zwischen Hugenotten und Katholiken zu schaffen. Und das, obwohl in der „Bartholomäus-Nacht“ 1572 sämtliche seiner hugenottischen Getreuen hingemetzelt wurden – von Anhängern der katholischen Liga. Heinrich Mann stieß während seiner ersten Frankreichreise auf die faszinierende Biographie dieses ebenso menschenfreundlichen wie machtbewußten Herrschers. V
Frühjahr 1564 – Die Pyrenäen (1. Teil)
Die Schule des Unglücks (2. Teil)
Die Mühen der Tugend (3. Teil)
Das Kriegsglück (4. Teil)
Die Machtergreifung (5. Teil)
Die fremde Königin (6. Teil)
https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/hoerspiel/archiv/20220724_1400.html
https://www.ardaudiothek.de/sendung/henri-quatre/10674429/

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