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Archive for 10. Juni 2020

Palinurus: Es war einmal ein Mann (mit dem Ruf, der weiseste Mensch der Welt zu sein), der, obwohl schon ungezählte Jahre alt, seine Lehre auf einen einzigen Befehl beschränkte: „Harrt aus!“ Irgendwann erwuchs ihm ein Rivale, der ihn vor großem Publikum zum Disput herausforderte. „Warum ausharren? Ich will nicht ausharren!“ schrie er. „Ich will lieben und geliebt werden, erobern und erschaffen, ich will wissen, was das Rechte ist, es tun und glücklich sein.“

Von seinem Gegner kam keine Antwort, und als er die Greisengestalt genauer betrachtete, stellte er fest, dass sie aus einem sonderbar geformten Felsen bestand, dessen zerzaustes Gestrüpp ihm aufgrund einer optischen Täuschung wie Haupthaar und Bart erschienen war. Triumphierend wies er die Schiedsrichter auf den Fehler hin, doch die blieben unbeeindruckt. „Mensch oder Felsen“, antworteten sie, „ist das wirklich von Belang?“ Im selben Moment ertönte ein hohler Klang, den der Wind in einer bemoosten Körperhöhlung des Weisen erzeugte: Harrt aus!“

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Der Niederländer Rob van Essen beschattet sich selbst. Die ersten Szenen des Romans Der gute Sohn lassen nichts Gutes ahnen. Da rückt an der Kasse im Supermarkt eine nachfolgende Kundin dem Erzähler derart nah auf die Pelle, dass beinahe sein buddhistisches Anti-Aggressionstraining versagt, zu Hause versagt sich der Relax-Sessel, das einzig verbliebene Erbstück seiner kürzlich […]

über Der gute Sohn — Wortspiele: Ein literarischer Blog

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Foto-und Reiseblog

Zweitblog zu huppsi.wordpress.com – https://huppsi1.wordpress.com/2020/06/03/hooksiel-teil-1/

Anfang Mai hatten wir zwei Wochen Urlaub. Normalerweise wären wir ja wieder irgendwo hingeflogen, aber Corona hat uns ausgebremst. Nicht mal innerhalb Deutschlands konnten wie uns „frei bewegen“, verreisen nur im eigenen Bundesland möglich. Wir haben dann in der Zeitung gelesen, daß der Strand in Hooksiel wieder für Touristen geöffnet wurde, also haben wir uns kurzerhand ein Ferienhaus gebucht. Diensttag gebucht, Mittwoch angereist

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In eindrucksvoller Manier hält Paul Beatty in seinem Roman »Der Verräter« der postrassistischen US-amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vor. Ein literarischer Kristall, dessen Strahlen die Finsternis ausleuchtet. – Von Thomas Hummitzsch – glanzundelend.de

»Menschen zu anderen zu machen, wird erlernt – aber nicht durch Lektüre oder Unterweisung, sondern durch das Beispiel«, schreibt Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison in ihrem Essay Die Herkunft der Anderen. Darin erklärt sie, wie Rassismus konstruiert wird und die amerikanische Gesellschaft wie ein »Echo der Sklaverei« prägt. Paul Beattys dritter Roman Der Verräter kommt wie ein Echo dieser Aussage daher.

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SWR2 WISSEN – Von THOMAS KRUCHEM

Tony Rinaudo hat einen Trick entdeckt, um im Sahel wieder Bäume wachsen zu lassen. So konnten Bauern die Wüste teilweise zurückdrängen – und Rinaudo bekam den „Alternativen Nobelpreis“.

Als Tony Rinaudo Anfang der 1980er-Jahre erstmals in den Süden Nigers kam, entdeckte er, dass von Bäumen entblößte Ackerflächen dort biologisch keineswegs tot waren. Vielmehr hatten im Untergrund zahllose Baumwurzeln, Stümpfe und Samen überlebt. Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte alte Waldreste, die regelmäßig zur Regenzeit neue Triebe entwickeln. Diese Triebe wurden bis dahin allerdings genauso regelmäßig von Ziegen abgefressen oder beim Abbrennen der Felder vernichtet. Rinaudo entwickelte eine Gegenmaßnahme…,.. swr2/wissen

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