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Archive for 4. Januar 2020

Nightflight

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Carl Gibson. Eine Stimme aus alter Zeit!

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In jener spätpubertären Entwicklungsphase verehrte ich Beethoven über alles. Immer, wenn es mir möglich war, hörte ich die Symphonien, speziell die Pastorale, die Schicksalssymphonie, die Eroica, und, in besonderer Andacht, die Neunte mit dem fulminanten Ende, in welchem alle meine Aspirationen kulminierten; ebenso Auszüge aus Fidelio und die späten Quartette mit der Danksagung des Genesenden an die Gottheit.

Weshalb zog ich damals Beethoven Bach, Haydn, ja selbst Mozart vor?

Vielleicht deshalb, weil Beethoven das in der eigenen Brust tobende Gefühl von aufbäumendem, rebellierendem Protest am eindeutigsten und unmittelbarsten in Musik umsetzte! Auch spürte ich lebhaft die „befreiende Wirkung“ seiner rauschhaft ekstatischen Musik, eine Musik, die unmittelbar erlebt werden konnte, die enthemmte, die sofort erlöste, während Mozarts zarte Kompositionen oft tiefmelancholisch nachklagen und das junge Leiden an der Welt noch vertieften. Einige Takte aus der Partitur des Rheinländers – und schon fühlte ich mich im Innersten erfasst, verstanden und gestärkt…

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Ö1 – Samstag, 4. Januar 2020. Um 14:00 Uhr!

Robert Walser war einer der zugleich wunderbarsten und wunderlichsten Dichter deutscher Sprache – und einer der am längsten verkannten. Nachdem er sich als Schriftsteller für gescheitert hielt, verbrachte er von 1929 an 27 Jahre in Schweizer Irrenhäusern, ohne sichtbare Anzeichen einer geistigen Erkrankung – seine Form des Exils. Mit den aus seinem Nachlaß herausgegebenen „Mikrogrammen“ hat Walser weitere Rätsel über seine Person aufgegeben. Er hat Hunderte von schon benutzten Blättern mit einer eineinhalb Millimeter kleinen deutschen Schrift bekritzelt, die lange Zeit als Geheimcode galt und erst kürzlich in mühevoller Dechiffrierarbeit entziffert wurde.

https://oe1.orf.at/player/

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Feature, 54 min 04.01.2020 Von Chris Koch, neu gehört und in Ausschnitten präsentiert von Martina Groß

Im Sommer 1964, dem „Freedom Sommer“ fuhr Chris Koch für den New Yorker Radiosender WBAI in den Bundesstaat Mississippi. Hier im Süden kämpften Bürgerrechtsaktivisten dafür, dass Afroamerikaner sich ungehindert für die Wahl registrieren können. Doch gleich zu Anfang des Sommers waren drei junge Bürgerrechtler verschwunden. Jahrzehnte vor dem Hype um Dokuserien aus den USA legte Chris Koch eine zwölfteilige Radiodokumentation vor, die in ihrer Recherchetiefe und formalen Freiheit bis heute unerreicht ist.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/suedstaaten-1964-teil-1-der-us-doku-this-little-light-1-4.3682.de.html?dram:article_id=462673

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Wenn man nicht mit einer inneren, fast instinktiven Wachheit beginnt, hat die Arbeit keinen großen Sinn. Was ich im Theater heute sehe, kommt mir fragmentarisch vor. Die Schauspieler sagen einen Satz, dann den nächsten und so weiter. Die gehen, bleiben, stehen, machen eine Geste, halten wieder ein. Ich glaube aber, dass es so etwas wie Stille nicht gibt. Und Bewegungslosigkeit gibt es auch nicht. Wenn ich aufhöre zu gehen, heißt es für mich nicht, dass ich aufhöre mich zu bewegen.

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