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Archive for 25. September 2016

Er [Glenn Gould] verabscheute Menschen, die nicht zu Ende Gedachtes redeten, also verabscheute er beinahe die ganze Menschheit. Und vor dieser verabscheuten Menschheit hat er sich schließlich schon vor über zwanzig Jahren zurückgezogen. Er war der einzige weltbedeutende Klaviervirtuose, der sein Publikum verabscheute und sich auch von diesem verabscheuten Publlikum tatsächlich und endgültig zurückgezogen hat. Er brauchte es nicht. Er kaufte sich das Haus im Wald und richtete sich in diesem Haus ein und perfektionierte sich. (Seite 25)

Aber Glenn ist nicht an dieser Lungenkrankheit zugrunde gegangen, dachte ich. Die Ausweglosigkeit hat ihn umgebracht, in welche er sich in beinahe vierzig Jahren hineingespielt hat, dachte ich. Er hat das Klavierspiel nicht aufgegeben, dachte ich, naturgemäß, während Wertheimer und ich das Klavierspiel aufgegeben haben, weil wir es nicht zu dieser Ungeheuerlichkeit gemacht haben wie Glenn, der aus dieser Ungeheuerlichkeit nicht mehr herausgekommen ist, der auch gar nicht den Willen dazu gehabt hat, aus dieser Ungeheuerlichkeit herauszukommen. (Seite 9)

http://www.dieterwunderlich.de/Bernhard_untergeher.htm

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Putbus

Putbus: Die weiße Stadt am Meer ist Kultur-Metropole der Insel Rügen

Ein Park mit uralten Bäumen und schneeweiße Herrschafts-Häuser an einem kreisrunden Platz, wie man ihn eher in Italien vermutet – Putbus auf der Insel Rügen besitzt eine in Norddeutschland einzigartige Kombination aus Architektur und Landschaft. Die kleine Kulturstadt im Südosten von Deutschlands größter Insel hat ihr faszinierendes Ambiente Fürst Wilhelm Malte zu Putbus (1783 – 1854) zu verdanken. Der Freund aller Musen verwandelte seine Residenz in einen Treffpunkt für die feine Welt seiner Zeit.
Fürst Malte wollte die Umgebung seines Schlosses im Stil eines englischen Landschaftsparks gestalten. Seine Vision war es, Architektur und Landschaft möglichst natürlich zu verzahnen. Ob uralte Eichen oder prachtvolle Alleen aus Rosskastanien – mehr als 70 Gehölzarten wachsen im Park, darunter auch Exoten wie der turmhohe Urwelt-Mammutbaum. Immer wieder ermöglichen Sichtachsen den freien Blick über die zauberhafte Landschaft des Biosphärenreservats Südost-Rügen auf den Greifswalder Bodden und die Insel Vilm. –
http://tpr-reymann-ruegen.de/urlaub_ruegen.asp?mid=8&iid=19

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http://www.ruegen.de/putbus + http://www.ruegen.im-web.de/ruegeninformationen/orte-auf-ruegen/putbus.html

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Meine Kinderjahre

Als mir es feststand, mein Leben zu beschreiben, stand es mir auch fest, daß ich bei meiner Vorliebe für Anekdotisches und mehr noch für eine viel Raum in Anspruch nehmende Kleinmalerei mich für einen bestimmten Abschnitt meines Lebens zu beschränken haben würde. Denn mit mehr als einem Bande herauszutreten, wollte mir nicht rätlich erscheinen. Und so blieb denn nur noch die Frage, welchen Abschnitt ich zu bevorzugen hätte.- gutenberg.spiegel.de

Autobiographisches

Ostern 1836 war ich in die Rosesche Apotheke – Spandauer Straße, nahe der Garnisonkirche – eingetreten. Die Lehrzeit war wie herkömmlich auf vier Jahre festgesetzt, so daß ich Ostern 40 damit zu Ende gewesen wäre. Der alte Wilhelm Rose aber, mein Lehrprinzipal, erließ mir ein Vierteljahr, so daß ich schon Weihnachten 1839 aus der Stellung eines »jungen Herrn«, wie wir von den »Kohlenprovisors« genannt wurden, in die Stellung eines »Herrn« avancierte. Der bloße Prinzipalswille reichte jedoch für solch Avancement nicht aus, es war auch noch ein Examen nötig, das ich vor einer Behörde, dem Stadt- oder Kreisphysikat, zu bestehen hatte, und bei diesem vorausgehenden Akte möchte ich hier einen Augenblick verweilen.

Etwa um die Mitte Dezember teilte mir Wilhelm Rose mit, daß ich »angemeldet« sei und demgemäß am 19. selbigen Monats um halb vier Uhr nachmittags bei dem Kreisphysikus Dr. Natorp, Alte Jakobstraße, zu erscheinen hätte. Mir wurde dabei nicht gut zumut, weil ich wußte, daß Natorp wegen seiner Grobheit ebenso berühmt wie gefürchtet war.- zeno.org

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Die Konzentration „auf einen Punkt“

Ausgangspunkt der Yoga-Meditation ist die Konzentration auf einen einzigen Gegenstand, der ebenso ein physischer Gegenstand (die Stelle zwischen den Augenbrauen, die Nasenspitze, ein leuchtender Gegenstand usw.) wie ein Gedanke (eine metaphysische Wahrheit) oder Gott sein kann. Diese feste und ausdauernde Konzentration hat den Namen ekagrata (auf einen einzigen Punkt) und wird durch die Integration des psychomentalen Flusses … der zerstreuten Aufmerksamkeit … erreicht. Die unmittelbare Wirkung der ekagrata ist die rasche und klare „Zensur“ aller Zerstreuungen und inneren Automatismen, welche das profane Bewusstsein beherrschen. ja eigentlich ausmachen. Seinen Assoziationen überlassen verbringt der Mensch seinen Tag, indem er sich von einer Unmenge disparater Momente überschwemmen lässt, die gleichsam außerhalb seiner selbst liegen. Sinne und Unterbewusstes bringen in das Bewusstsein fortwährend Gegenstände, welche es beherrschen und verändern je nach ihrer Form und Intensität. Die Assoziationen zerstreuen das Bewusstsein, die Leidenschaften tun ihm Gewalt an, der Lebensdurst missbraucht es, indem er es aus sich selbst hinauswirft. Sogar in seinen intellektuellen Anstrengungen ist der Mensch passiv, denn es ist das Schicksal des profanen Denkens, von den Objekten gedacht zu werden. Unter dem Anschein des Denkens verbirgt sich in Wirklichkeit ein unbestimmtes, ordnungsloses Flimmern, das sich aus den Empfindungen, den Worten und dem Gedächtnis speist.

Die erste Pflicht des Yogin ist zu denken, das heißt sich nicht denken zu lassen. Deshalb beginnt die Yoga-Praktik mit der ekagrata (Konzentration), welche den inneren Fluss hemmt und so einen psychischen Block, ein festes und einheitliches Kontinuum bildet. – (Mircea Eliade, Yoga, Seite 56. Suhrkamp 1985)

 

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