In meiner Camus-Phase war der metaphysische Dandy mein vergötterter Held, weit abseits vom albernen, geistlosen Getue
Michel Onfray: Leben und Tod eines Dandys
Haben Sie auch manchmal das Gefühl, die Menschen würden von Tag zu Tag hässlicher, die Unterhaltungen trivialer, die Manieren ungehobelter und gut geschnittene Anzüge immer schwerer zu bekommen? Entweder sterben Sie – aber bitte „über Ihre Verhältnisse“, wie Oscar Wilde am Ende seiner Tage klagte – oder Sie tragen fortan mit Ihrer Erscheinung dazu bei, das Antlitz dieser Welt zu verschönern. Wenn Sie sich als Remedium für ein Leben abseits plebejischer Sitten entscheiden und stattdessen eine Schildkröte in der Fußgängerzone (die Sie fortan „Passagen“ nennen) spazieren führen, dann dürfen Sie in George Bryan Brummell, dem Gegenstand des neuen Buches von Michel Onfray, Ihren ideellen Ahnherrn sehen.

„Beau Brummell“, 1778 in London geboren und 1840 in Caen gestorben, ist das Urbild des Dandys, wie er uns aus Literatur und Kunstgeschichte überliefert ist. Lord Byron, Baudelaire, Oscar Wilde, der Prince of Wales und heute Tom…
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