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Archive for 7. Juni 2015

„Sich ängstigen oder lächeln, das ist die Wahl, vor der wir stehen, wenn uns das Fremde überfällt; wofür wir uns entscheiden, hängt davon ab, wie vertraut wir mit unseren eigenen Phantomen sind.“

(Julia Kristeva: „Fremde sind wir uns selbst“, Frankfurt am Main 1995). via: Gerda Kazakou

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Wenn bei Ingmar Bergman hallende Schritte in einem leeren Korridor, das Schlagen von Uhren oder Kleiderrascheln vorkommen, da scheint er die Töne naturalistisch einzusetzen. Doch in Wirklichkeit überzieht dieser „Naturalismus“ die Töne, gliedert und hyperbolisiert sie. Er greift ein einziges Geräusch heraus und ignoriert dabei alle übrigen, nebensächlichen akustischen Ereignisse, die man im realen Leben ganz sicher wahrnehmen würde.

So ist im „Licht im Winter“ in der Szene, wo der Leichnam der Selbstmörderin am Flußufer gefunden wird, nur das Rauschen des Wassers zu hören. Während der ganzen Episode, in all ihren Totalen und Halbtotalen, ist nichts anderes zu hören als dieses nie verstummende Rauschen des Wassers, man vernimmt überhaupt keine anderen Geräusche, weder die Schritte noch die Wörter, die sich die Leute am Ufer zurufen. Das ist ganz und gar Bergmans eigene akustische Expressivität.

Aus: Die versiegelte Zeit, 167/168. Ullstein-Sachbuch 1986

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William Butler Yeats

Die alten Männer bewundern sich im Wasser

Ich hörte die alten, alten Männer verbreiten:
„Es ändert sich alles,
Und nacheinander gehn wir beizeiten

Ihre Hände spiegelten sich wie Klauen,
Die Knie wie Knorren vom Dornbusch im blauen,
Im Wasser.

Ich hörte die alten, alten Männer verbreiten:
„Alles, was schön ist, sehn wir entgleiten
Wie Wasser.“

Aus dem Englischen von Heinz Piontek – Zeit.de

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