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Archive for 7. Dezember 2014

Kann es unter den Bedingungen der modernen Existenz eine rationale Theologie geben? Es spricht manches dafür – nicht zuletzt die Rolle, die der Sinn für das Dasein des Menschen in der Welt spielt: für das bewusste Leben im Horizont eines Ganzen, das nicht gewusst, sondern nur erschlossen werden kann.

Die Kritik am Glauben lebt aus der Überzeugung, dass Glauben und Wissen Gegensätze sind. Das mag in einzelnen Fällen so sein: Die biblische Schöpfungsgeschichte ist mit dem, was die moderne Wissenschaft über den Urknall spekuliert, nicht ohne weiteres vereinbar. Das Gleiche gilt von dem, was uns die Evolutionstheorie zu denken gibt. Daraus darf aber nicht gefolgert werden, dass dort, wo einer zu wissen glaubt, gar kein Glaube mehr nötig sei. Im Gegenteil: Man muss bereits an das Wissen glauben, wenn man sich ihm anvertraut. Und dort, wo es endet, sind wir augenblicklich auf den Glauben angewiesen… www.nzz.ch/feuilleton/

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Diodor

Capitel 01 / Vorerinnerungen

Den Schriftstellern, welche die allgemeine Geschichte bearbeitet haben, sollten billig alle Menschen sehr dankbar seyn, weil sie den edeln Zweck hatten, durch ihre Bemühungen das allgemeine Beste zu fördern. Durch ihre Erzählung theilen sie nämlich ihren Lesern die trefflichsten Erfahrungslehren mit, indem sie ihnen auf einem gefahrlosen Wege zeigen, was ihnen gut ist. Denn das Lernen aus eigener Erfahrung führt erst durch viel Mühe und Gefahr zur Unterscheidung alles Dessen, was heilsam ist; (darum hat auch der erfahrungsreichste der Helden Vieler Menschen Städte geseh’n und Sitte gelernet; unter sehr unglücklichen Schicksalen hingegen durch die Geschichte gefangen wir ohne widriege Erfahrungen zu einer lehrreichen Kenntniß von fremden, mißlungenen sowohl als glücklichen Bestrebungen, Ferner haben sie die Menschen alle als als Glieder einer und derselben Gesellschaft, die einander durch Verwandtschaft nahe, wenn gleich durch Raum und Zeit getrennt sind, dargestellt, und insofern zu den Zwecken der göttlichen Vorsehung rühmlich mitgewirkt.

http://www.nubien.de/diodor2.shtml + http://de.wikipedia.org/wiki/Diodor

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„Meine Gespräche mit dem Metropoliten Anthony von Sourozh zeigten mir, dass eben diese Frage `Emotionen eines Christen`das Geheimnisvollste am ganzen Christentum überhaupt ist. Ich versuche nun, zusammenzufassen: Ich  bemerkte dieses mal an ihm eine Qualität der der Offenheit, die man als Hingabe bezeichnen könnte, eine Hingabe nicht einer bestimmten Person oder einer bestimmten benennbaren Kraft gegenüber. Diese Hingabe hatte vielmehr etwas Unpersönliches. (…) In mir fiel eine Angst, eine Wachsamkeit in sich zusammen, ohne dass dem ein Kampf vorangegangen wäre. Die Folge davon war, dass ich mich aus meinem Inneren heraus auf den Mann zubewegte, oder besser gesagt, in mir bewegte sich `etwas`auf den Mann zu. `Ich`- was immer das sein mag – ging einfach blind mit dieser Bewegung um“.

Es war also bereits der zweite Besuch. Darauf anspielend und auf den Gottesdienst, den Needleman vor dem Gespräch besucht hatte, sprach er: „Ich sagte damals zu Ihnen, wie sehr mich das Fehlen jeglicher Emotionen in Ihrer Stimme verblüfft hätte. Heute ist mir das gleiche beim Chor aufgefallen: das völlige Fehlen jeglicher Emotion in den Stimmen der Sänger“. „Ja“, antwortete der Metropolit, „das ist völlig richtig. Es hat zwar viele Jahre gedauert, aber sie begreifen nun allmählich, worum es geht…“. – Needleman wusste wohl, was er meinte, aber er wollte hören, was der Metropolit über diesen erstaunlichsten Aspekt des Christentums sagen würde, von dem überhaupt nur sehr wenige moderne Menschen jemals etwas gehört haben. Er führte seine Frage näher aus aber: „Er wischte das, was ich gesagt hatte, mit einer sanften Handbewegung beiseite, und ich hielt mitten im Satz inne. Nach einer Pause sagte er: „Nein. Die Emotion muß zerstört werden“. Er hielt inne, dachte nach und setzte neu an: „Wir müssen uns von den Emotionen lösen, … um … zum Fühlen zu gelangen“.

Später, angesprochen auf das Gebet, das Beten, sagte der Metropolit: „Beim Beten ist man verletzlich, nicht enthusiastisch. Dann haben diese Rituale (z.B. die Feier-Tage) eine ungeheure Kraft. Sie überrollen die, die daran teilnehmen, wie eine Lokomotive. Man darf ihnen gegenüber nicht enthusiastisch sein, aber ebenso wenig ablehnend. Man muß offen sein. Das ist die ganze Zielsetzung der Askese: einen Zustand der Offenheit zu erreichen“.

Wieder später, schreibt Needleman: „ … diese neue Emotion, die, wenn sie auftritt, so subtil und still ist, dass sie oft eher wie ein Gedanke, kaum wie ein Gefühl wirkt. „Trockene Seelen sind die besten“, hat Heraklit gesagt, lange bevor Sokrates und Platon über die Macht der universellen Intelligenz im Menschen sprachen, die nur dann aktiviert werden könne, wenn der Betreffende die gewöhnlichen Emotionen gemeistert habe“. – „Für die größten unter den
alten Griechen gründet der Kampf, die wahre Askese, auf jener ungeheuren Kraft im Menschen, auf der Liebe zum Verstehen“.

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