Tuina – Chinesische Massage
Das chinesische Wort Tuina heißt wörtlich übersetzt „schieben und ziehen“. Historisch wurde der Begriff anmo verwendet, „greifen und pressen“.
Die Tuina-Methode ist eine der fünf Säulen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) neben der Akupunktur, Arzneimitteltherapie, Diätetik und den Bewegungstherapien Qigong und T`ai Chi Ch`uan.
Tuina wirkt durch die Beeinflussung von Reizpunkten, Muskeln und Bindegewebe, also vor allem durch die Auslösung von Reflexen. Sie zählt neben der Akupunktur zur „äußeren Therapie“. Viele Befunde deuten darauf hin, dass sich das ganze System der Leitbahntheorie möglicherweise aus Tastbefunden bei dieser Massageform entwickelt hat. (vgl. J. Greten).
Was unterscheidet Tuina von westlichen Massagemethoden? – Tuina kombiniert wirksame Massage- und Grifftechniken mit der Kenntnis über Akupunkturpunkte und Leitbahnen mit dem umfassenden System der TCM.
Die TCM versucht beim kranken Menschen energetische Störungen, Entgleisungen und Blockaden zu erkennen, sie fasst den Menschen in seiner Gesamtheit auf und begreift das freie Fließen der aktiven und stofflichen Energieformen Qi und Xue (Blut) als Gesundheit. Störungen können durch die TCM viel früher als in der westlichen Medizin erfaßt werden. Durch die ausgefeilte Tuina-Technik und das ganzheitliche Verständnis des Menschen und seiner Krankheiten wird eine enorme Wirkung erreicht. (vgl. Chaoyang Fan).
Einfach gesagt, bei einem energetischen Mangel ist eine Stützung (suppletio, bu) angezeigt. Bei einer krankhaften Störung, bei einer energetischen Überladung (dispulsio, xie) hingegen ist ein Ausleiten notwendig.
Unmittelbare Reaktionen auf die Tuina-Behandlung (Wohlgefühl, Müdigkeit, Miktion, Stuhldrang) sind zumeist begrüßenswerte Anzeichen für eine Verbesserung des Krankheitsstatus.