Eine Arznei, die dem Patienten hilft, schmeckt ihm auch, besagt ein alter chinesischer Lehrsatz. Es muss etwas dran sein an dieser Weisheit. Wie sonst ließe sich erklären, dass selbst Kinder die nicht gerade appetitlich aussehenden grünlich braunen Sude, die in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gebräuchlich sind, meist klaglos zu sich nehmen.

Allerdings setzt das Zusammenstellen der richtigen Arznei genaue Kenntnisse der chinesischen Krankheitstheorie und Kräuterkunde voraus und verlangt eine intensive Schulung. Ein langwieriger und mühsamer Weg, den in der westlichen Welt vergleichsweise wenige Therapeuten einschlagen. In China ist die Arzneitherapie bei Weitem die wichtigste Methode der TCM – sie macht 80 bis 90 Prozent aller Behandlungen aus. Erst danach kommen Akupunktur, Tuina-Massage und Qigong. Gerade bei chronischen Erkrankungen gilt die Kräutertherapie als weitaus wirkungsvoller als der Gebrauch von Nadeln. In Deutschland ist es umgekehrt: Hier stehen die Kräuter noch ganz im Schatten der Akupunktur – allenfalls zehn Prozent aller TCM-Behandlungen entfallen darauf > www.apotheken-umschau.de